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NEWS: 25.01.2016

„Immer wieder neu erarbeiten“

„Immer wieder neu erarbeiten“
Sportdirektor Max Eberl

Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl spricht über den missglückten Rückrundenstart, die aktuelle sportliche Situation, das bevorstehende Auswärtsspiel in Mainz und die allgemeine Lage in der Bundesliga.

Max, im ersten Rückrundenspiel musste sich die Fohlenelf Borussia Dortmund am Samstagabend mit 1:3 geschlagen geben. Was waren die Gründe für diese Niederlage?

Max Eberl: Ganz grob zusammengefasst haben wir drei Fehler in der Vorwärtsbewegung gemacht, die zu den drei Gegentreffern geführt haben. Diese Fehler kann man sich auf diesem Top-Niveau nicht erlauben. Gegen einen anderen Gegner mag das vielleicht gut gehen, aber eine ausgewiesene Spitzenmannschaft wie der BVB bestraft so etwas knallhart. Die Dortmunder haben uns nicht an die Wand gespielt, aber sie haben sehr ruhig agiert, clever auf ihre Chancen gewartet und diese dann ausgenutzt.

Welche Lehren kann man aus diesem Spiel ziehen?

Max Eberl: Das Spiel hat gezeigt, dass wir noch lernen müssen, und unser Weg, den wir zu bestreiten haben, noch ein weiter Weg ist. Für Borussia Mönchengladbach ist es eine große Leistung, wenn wir uns in den oberen Tabellenregionen bewegen, aber es ist alles andere als selbstverständlich. Wir müssen uns das immer wieder neu erarbeiten und jedes Spiel hoch konzentriert angehen. Wenn man die Räume wie am Samstag zu groß werden lässt und sich solche Fehler erlaubt, wird man der Bundesliga nicht dauerhaft oben dabei sein können. Wir müssen die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive finden, dann werden wir wieder erfolgreich sein.

In den Medien wird vor allem die Defensive kritisiert, die nun 33 Gegentreffer hinnehmen musste. Ist diese Kritik deiner Meinung nach zutreffend?

Max Eberl: Wir haben die drittmeisten Tore geschossen und mit Bremen die zweitmeisten bekommen - das stimmt. Unsere Art zu spielen, hat sich für jeden ersichtlich unter André Schubert verändert. Auch ihm gefällt natürlich die Anzahl der Gegentore nicht. Allerdings muss man bei genauerer Betrachtung festhalten, dass wenn man die zwölf Gegentore aus den ersten fünf Bundesligaspielen und die fünf Gegentreffer aus dem schlechten Spiel in Leverkusen abzieht, 16 Gegentore aus zwölf Bundesligaspielen übrig bleiben. Diese Statistik sieht schon wieder ganz anders aus. Generell muss man festhalten, dass bei uns alles passen muss, und alle auf dem Platz sowohl defensiv als auch offensiv 100 Prozent leisten müssen, damit wir erfolgreich sind.

Was kann man Positives aus dem Spiel gegen den BVB mitnehmen?

Max Eberl: Insbesondere offensiv haben wir eine gute Leistung gezeigt. Wir hatten gleich zu Beginn durch Andreas Christensen und direkt nach der Pause durch Ibrahima Traoré zwei richtig gute Chancen, um selbst in Führung zu gehen bzw. den Ausgleich zu erzielen. Das sind Momente, die das Spiel in eine andere Richtung hätten lenken können. Auch nach dem Anschlusstreffer haben wir eine sehr gute Reaktion gezeigt und viel Druck aufgebaut. Wir waren nicht dauerhaft zwingend, aber doch hatte man bis zu dem 1:3 das Gefühl, dass wir drauf und dran waren, den Ausgleich zu erzielen.

Auffällig in der Liga war, dass beim Rückrundenstart die Mannschaften von Platz drei bis neun allesamt nicht gewonnen haben. Was sagt das über die Bundesliga aus?

Max Eberl: Die Ergebnisse unterstreichen wieder einmal, dass die Bundesliga ein extrem ausgeglichener Wettbewerb ist. Jedes Spiel in dieser Liga ist ein harter Kampf, in dem beide Mannschaften sich alles abverlangen, um bestenfalls drei Punkte zu holen. Sicherlich gilt der ein oder andere Verein vor einem Spiel mal als Favorit, aber auch diese Rolle muss man an jedem Wochenende aufs Neue bestätigen. Während der 90 Minuten spielen Tabellenkonstellationen nicht die entscheidende Rolle, weil sich viele Mannschaften auf Augenhöhe begegnen und der Ausgang der Partie völlig offen ist.

Am Freitagabend gastiert Borussia bei Mainz 05. Was erwartest du dort für ein Spiel?

Max Eberl: Uns erwartet ein kompliziertes Auswärtsspiel. Mainz hat zum Rückrundenstart auch eine Niederlage hinnehmen müssen, kann aber genau wie wir auf eine herausragende Hinrunde zurückblicken. Mit Blick auf die vergangenen Jahre wissen wir, dass es gerade auswärts sehr schwierig ist, gegen diese Mannschaft zu gewinnen. Im Stadion herrscht eine große Euphorie und tolle Stimmung, und die Fans treiben ihr Team lautstark an. Für uns wird es darum gehen, die Dinge, die wir gegen Dortmund nicht so gut gemacht haben, wieder besser umzusetzen. Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir am Freitag punkten können.

Schalke-Manager Horst Heldt hat in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ den Vorschlag gemacht, analog zum englischen „boxing day“ möglicherweise auch in Deutschland einen Spieltag am 2. Weihnachtstag einzuführen. Wie beurteilst du diese Idee?

Max Eberl: Ich habe schon einmal betont, dass ich mir das persönlich in Deutschland aufgrund der gewissen Kulturen, die berücksichtigt werden müssen, nur schwierig vorstellen kann. Im gemeinsamen Interview mit Horst Heldt und Klaus Allofs von der Welt am Sonntag kam dieses Thema nun noch einmal auf. Ich finde es gut, sich dazu kreativ Gedanken zu machen. Mir ist es aber wichtig, dass wir nicht alles wie eine Zitrone auspressen. Doch wenn wir als Bundesliga konkurrenzfähig bleiben wollen, ist die Bereitschaft, offen über verschiedene Möglichkeiten nachzudenken und in alle Richtungen zu überlegen, ebenso wichtig. Deshalb würde ich die Möglichkeit, an Weihnachten zu spielen, nicht generell ausschließen, nur weil ich persönlich einen gegensätzlichen Standpunkt vertrete. Man darf nicht auf der einen Seite jammern, dass die Premier League so viel mehr Geld verdient, und sich dann auf der anderen Seite gänzlich vor neuen Ideen verschließen.

Am Sonntag schließt das Wintertransferfenster. Wird sich bei Borussia bis dahin noch etwas tun?

Max Eberl: Unsere Bemühungen sind abgeschlossen und unser Wunsch ist es, mit unserem aktuellen Kader die Rückrunde zu bestreiten.

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