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Borussia News

NEWS: 15.02.2016

Den Faden verloren und nicht wiedergefunden

Den Faden verloren und nicht wiedergefunden
Nach seiner vergebenen Kopfballchance raufte sich Branimir Hrgota enttäuscht die Haare.

Trotz einer frühen Führung musste sich die Fohlenelf gestern beim HSV mit 2:3 geschlagen geben. Eine Niederlage, die deshalb so schmerzte, weil sie mit einer konsequenteren Spielweise vermeidbar gewesen wäre.

Vor einem Jahr hatte Branimir Hrgota sein Team mit seinem Tor in der Nachspielzeit noch vor einer Auswärtsschlappe beim HSV bewahrt. Auch gestern hätte der Schwede in letzter Minute zum Retter avancieren können. Nach einer Flanke von Fabian Johnson kam Hrgota im Zentrum frei zum Kopfball, doch anders als im Vorjahr flog die Kugel diesmal wenige Zentimeter am Tor vorbei. Das Happy End blieb den Borussen verwehrt, mit hängenden Köpfen schlichen sie nach der bitteren 2:3-Niederlage vom Platz. „Der HSV hat heute nicht gewonnen, wir haben verloren“, ärgerte sich Sportdirektor Max Eberl. „Wille und Moral waren bei uns vorhanden, aber die Konsequenz hat sowohl vorne als auch hinten gefehlt.“

Dabei hatten die Borussen richtig gut in die Partie hereingefunden. Sie standen defensiv sicher, trugen ihre Angriffe gezielt vor und gingen folgerichtig nach einer knappen Viertelstunde durch Fabian Johnson in Führung. Nach einem schnellen Konter flankte Thorgan Hazard von der rechten Seite in die Mitte, wo der US-Nationalspieler am schnellsten reagierte und den Ball über die Linie drückte. „Wir hatten das Geschehen in den ersten 20 Minuten total im Griff, haben das Spiel kontrolliert, hatten viel Ballbesitz und sind verdient in Führung gegangen“, befand Oscar Wendt. Doch statt danach konsequent auf den zweiten Treffer zu gehen, erlaubten sich die Borussen Ballverluste und bauten den Gegner mit diesen individuellen Fehlern wieder auf. „Vielleicht sind wir uns unserer Sache etwas zu sicher geworden. Die Spannung und Konzentration im Verlauf der ersten Hälfte ist zeitweise verloren gegangen, damit haben wir den Gegner zurück ins Spiel kommen lassen“, analysierte Trainer André Schubert.

Zwei Gegentore in vier Minuten

Innerhalb von vier Minuten drehten die Hausherren den Spieß um. Nach einer Ecke traf Cleber zunächst per Kopf die Latte, den Nachschuss von Emir Spahic rettete Mahmoud Dahoud noch auf der Linie. Doch beim Versuch den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, rutschte dem Jungspund die Kugel über den Fuß. So kam Gideon Jung zum Abschluss. Seinen Schussversuch fälschte Martin Hinteregger unglücklich ins eigene Netz ab. Als die Borussen noch damit beschäftigt waren, sich von diesem Ausgleichstreffer zu erholen, schlugen die Hamburger das zweite Mal zu. Nach einem langen Abschlag von Torhüter René Adler tauchte Artjoms Rudnevs plötzlich frei im Strafraum auf und traf mit einem platzierten Schuss ins lange Eck.

„Wir haben Mitte des ersten Durchgangs den Faden verloren und ihn danach leider auch nicht wieder gefunden“, sagte Schubert. Nach dem Wechsel war der HSV lange Zeit dem dritten Treffer näher als Borussia dem Ausgleich. Erst als Hazard mit einem Drehschuss in der 74. Minute den Kasten knapp verfehlte, leitete der VfL die Schlussoffensive ein. Doch just in dem Moment, als bei den Gastgebern ein wenig die Kräfte zu schwinden schienen, sorgten sie für die Vorentscheidung. Spahic verlängerte eine Ecke auf den eingewechselten Ivo Ilicivic, der unbedrängt zum 3:1 einköpfen konnte.

„Wir müssen uns richtig ärgern“

Zwar sorgte Raffael nach feinem Zuspiel von Wendt drei Minuten vor dem Abpfiff noch einmal für einen Hoffnungsschimmer, doch weil Hrgota kurz darauf diesmal nicht ins sondern neben das Tor köpfte, musste Borussia die dritte Niederlage im vierten Rückrundenspiel hinnehmen. „Wir müssen uns richtig ärgern, hier keine Punkte mitgenommen zu haben“, sagte Eberl. „Wir hatten den Gegner schon in einer frühen Phase des Spiels am Rande der Niederlage. Danach haben wir es aber nicht konsequent zu Ende gespielt. Große Mannschaften schaffen das, aber davon sind wir noch ein Stück entfernt.“

Eine Woche lange haben die Borussen nun Zeit, die bittere Niederlage abzuhaken und sich auf das Derby am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln vorzubereiten. „Wir müssen das jetzt analysieren und verarbeiten und dann hoffe ich, dass wir im emotionalen Derby am kommenden Wochenende wieder einen Erfolg landen können“, so Eberl. Die Spieler würden am liebsten schon morgen wieder ran. „Für mich kann die Zeit bis Samstag nicht schnell genug vergehen, weil wir auf Wiedergutmachung für die Niederlage im Hinspiel und das 2:3 in Hamburg brennen. Wir müssen dieses Spiel gewinnen – egal wie“, gibt Wendt die Marschrichtung vor.

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