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NEWS: 29.02.2016

Ein Punkt der Moral

Ein Punkt der Moral
Die Fohlenelf um Kapitän Granit Xhaka zeigte in Augsburg große Moral und sicherte sich damit einen Zähler.

Das 2:2-Unentschieden zwischen dem FC Augsburg und der Fohlenelf am gestrigen Sonntag war ein mehr als ansehnliches Bundesligaspiel. Fußballerisch hatten dabei beide Teams Luft nach oben, kämpferisch aber standen sie sich in nichts nach. Die Punkteteilung am Ende war gerecht – und Borussia damit nicht unzufrieden.

Als die Borussen nach der Partie beim FC Augsburg noch am Münchener Flughafen zusammensaßen, lief gerade das Finale des englischen Ligapokals zwischen Manchester City und dem FC Liverpool. Der Großteil des VfL-Teams versammelte sich deshalb vor den Bildschirmen eines Flughafen-Bistros und sah mit an, wie die Reds im Elfmeterschießen gleich drei Mal vom Punkt scheiterten und damit als Verlierer vom Platz gingen. Dennoch zeigte Liverpool gegen Borussias Champions League-Gegner aus Manchester eine gute Leistung. Dass sie nur drei Tage zuvor in der UEFA Europa League im Einsatz waren, ließen sie sich kaum anmerken. Und denselben Eindruck machte auch Liverpools Gegner aus der Europa League, der FC Augsburg. Denn beim Aufeinandertreffen des FCA und der Fohlenelf am gestrigen Sonntag bekamen die mehr als 29.000 Zuschauer in der WWK-Arena eine packende Partie zweier leidenschaftlich kämpfender Mannschaften zu sehen. Es entwickelte sich ein tolles Fußballspiel, an dessen Ende ein 2:2-Unentschieden stand, mit dem beide Teams leben konnten. „Es war sehr spannend, weil beide Teams relativ viel zugelassen haben und es dadurch viele Torchancen gab“, sagte Kapitän Granit Xhaka. „Wir müssen natürlich besser verteidigen, besonders bei den Gegentreffern. Aber es ist nie leicht in Augsburg. Und auch wenn wir unbedingt gewinnen wollten, geht die Punkteteilung in Ordnung.“

Unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie wussten viele Borussen das Spiel und sein Ergebnis noch nicht so recht einzuordnen. Zu sehr war es geprägt von ständigen Auf und Abs – spielerischen wie emotionalen. Denn nachdem die Fohlenelf in den ersten Minuten gut in die Begegnung fand und einen konzentrierten Eindruck machte, gab sie das Zepter Mitte der ersten Halbzeit allmählich aus der Hand. Augsburg verteidigte besonders im Zentrum kompakt und präsentierte sich insgesamt griffiger in den Zweikämpfen. „Wir wollten das Geschehen kontrollieren, aber Augsburg hat es in der Defensive gut gemacht. Wir haben schnell gemerkt, dass sie nicht umsonst schon häufiger in dieser Saison zu Null gespielt haben“, urteilte Trainer André Schubert. „Trotzdem sind wir das ein oder andere Mal in aussichtsreiche Positionen gekommen. Da hat dann aber der kontrollierte Abschluss gefehlt.“

Borussia zeigt eine gute Reaktion

Und dennoch war es die Fohlenelf, die den ersten Treffer der Partie bejubeln durfte. Nach einem langen Ball von Oscar Wendt gelangte die Kugel über Ibrahima Traoré zu Raffael, der mit einem humorlosen Linksschuss das 1:0 erzielte. „In dieser Phase hatten wir sicherlich ein wenig Glück, dass wir das 1:0 erzielt haben“, merkte Sportdirektor Max Eberl an, der anschließend beobachten durfte, wie sich der VfL bis zum Halbzeitpfiff nach und nach wieder steigerte. Die Führung verlieh den Borussen auffallend Sicherheit, so dass sie diese auch recht ungefährdet mit in die Kabine nehmen konnte. Doch so plötzlich die Sicherheit im ersten Abschnitt zurück war, so plötzlich war diese im zweiten Abschnitt auch wieder verschwunden. Denn mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten drehten die Gastgeber das Spiel. Zunächst traf der agile Alfred Finnbogason per Kopf zum Ausgleich, kurz darauf legte Caiuby mit einem Schuss aus der Drehung das 2:1 nach. „Finnbogason, Caiuby und auch Raul Bobadilla haben es im Angriff sehr gut gemacht. Wir haben die Räume nicht ausreichend dicht gemacht“, so Eberl. „Und in den ersten acht Minuten nach der Halbzeit waren wir dann einfach zu passiv. Wir haben uns zu weit nach hinten fallen lassen und sind dadurch in diese gefährlichen Situationen um den Strafraum herum geraten.“

Nach dem Augsburger Doppelschlag folgte aber eine eindrucksvolle Reaktion der Borussen. Sie zeigten sich nicht geschockt, sondern kombinierten stattdessen ansehnlich nach vorne. So wurde nur zwei Minuten nach dem 1:2 der mit aufgerückte Nico Elvedi auf dem rechten Flügel freigespielt, der Schweizer legte flach zurück und Fabian Johnson rauschte heran und traf per Flachschuss zum erneuten Ausgleich. „Es war sehr positiv, dass die Mannschaft nach den beiden Gegentoren so schnell zurückgekommen ist“, lobte Schubert. In der Folge entwickelte sich zwischen beiden Teams ein offener Schlagabtausch. Die Fohlenelf, bei der Patrick Herrmann nach langer Verletzung sein Comeback feierte, stand spätestens nach der Einwechslung von Martin Hinteregger wieder sicherer, Torraumszenen gab es dennoch bis zum Schluss auf beiden Seiten. „Man hatte das Gefühl, dass ständig ein Treffer fallen könnte – auf beiden Seiten“, so Xhaka. „Mit ein wenig Glück hätten wir das Spiel sogar gewinnen können.“ So kam es aber nicht. Und dadurch blieb es schließlich beim Remis, mit dem am Ende beide Mannschaften nicht unzufrieden waren. „Wir sind fußballerisch nicht so zum Zug gekommen, haben aber gut gekämpft“, zog Eberl ein treffendes Resümee. „Es war ein Punkt der Moral. Und für uns ist in den kommenden Wochen jeder Zähler wichtig, um oben dabeizubleiben.“

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