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Borussia News

NEWS: 19.03.2016

Fußball ist manchmal ungerecht

Fußball ist manchmal ungerecht
Enttäuschte Borussen nach dem 1:2 gegen Schalke.

Borussia dominierte den FC Schalke 04 auswärts, verpasste es aber, sich für einen starken Auftritt zu belohnen und stand nach dem bitteren 1:2 mit leeren Händen da.

Ob Spieler, Trainer, Ordner oder Fan - auch am Morgen nach dem bitteren 1:2 beim FC Schalke 04 konnte im BORUSSIA-PARK noch keiner so richtig fassen, dass man nach diesem überragenden Auswärtsspiel mit leeren Händen dastand. So ging es auch André Hahn, der auf Schalke nach viereinhalb Monaten Verletzungspause sein Comeback gab und somit aus VfL-Sicht für einen der tröstlichen Aspekte dieses 27. Spieltags sorgte: „Es tat natürlich gut, nach viereinhalb Monaten mal wieder auf dem Platz gestanden zu haben, aber ich hatte mir das vom Ergebnis her doch etwas anders vorgestellt. Ich glaube, dass wir eines unserer besten Spiele in dieser Saison gemacht haben. So ein Spiel habe ich noch nie erlebt, und will ich auch nicht mehr erleben. Da sitzt du nachher in der Kabine und weißt gar nicht, womit du diese Niederlage verdient hast.“

Über 90 Minuten dominant

So ähnlich ging es auch Sportdirektor Max Eberl, der meinte: „Fußball ist manchmal nicht gerecht. Es hätte nur einen Gegner geben dürfen. Wir müssen uns vorwerfen, unsere Chancen nicht genutzt zu haben. Aber ansonsten hat die Mannschaft ein überragendes Auswärtsspiel gemacht.“ Was die Fohlenelf in der ausverkauften Arena Auf Schalke bei geschlossenem Dach ablieferte, war tatsächlich sehr schön anzusehen. Beinahe im Minutentakt erspielten sich die kombinationsfreudigen Borussen beste Torgelegenheiten. Allein in der ersten Halbzeit hätten Raffael (10. Und 34. Minute), Thorgan Hazard (15. Und 18.), Lars Stindl (37. Und 44.) und Fabian Johnson (29.) alles klar machen können. Dem Erfolg standen zwei Dinge im Weg: die eigene Ungenauigkeit im Abschluss und Schalkes Torhüter Ralf Fährmann, dem sein Sportdirektor Horst Heldt eine „Weltklasse“-Leistung attestierte. Schalkes Trainer André Breitenreiter sprach nach dem Spiel davon, dass er dreimal seine taktische Formation geändert habe, ohne die Borussen jedoch ausbremsen zu können. „Wir hatten die Partie nach zehn Minuten total im Griff. Und das fast über die gesamte Spielzeit. Wir haben uns eine Torchance nach der anderen herausgespielt. Wir hatten ein super Positionsspiel, Schalke hat gar keinen Zugriff bekommen“, lobte Trainer André Schubert. Viel besser könne man es nicht spielen. Aber die Ausbeute stehe eben in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Denn das Duell Fohlenelf gegen Fährmann setzte sich auch im zweiten Durchgang fort. Sechs hochkarätige Chancen für Borussia standen in den zweiten 45 Minuten in den Notizblöcken der verwunderten Beobachter. Darunter ein Lattenkracher von Mahmoud Dahoud (63.). 22 Torschüssen der Borussia standen sechs der Schalker gegenüber. Aber letztlich – und da war diese Partie eine Wirklichkeit gewordene Fußballfloskel – zählen die Tore, und derer hatte Schalke zwei und Borussia nur eines.

Bezeichnenderweise waren die Borussen in Person von Havard Nordtveit und Martin Hinteregger beim Flipper-Eigentor (59.) und Granit Xhaka, als derjenige der Leon Goretzkas Schuss abfälschte (83.), entscheidend an den Treffern der Königsblauen beteiligt. Irgendwie passte auch ins Bild, dass in Andreas Christensen ausgerechnet ein Abwehrspieler den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte (79.). „Ich habe selten ein so dominantes Spiel von uns gesehen. Wir haben Schalke an die Wand gespielt, umso bitterer ist jetzt das Ergebnis“, sagte Eberl und Trainer Schubert konnte seinen enttäuschten Spielern nicht wirklich böse sein: „Wir haben aus sehr, sehr vielen Chancen leider nur ein Tor gemacht und aus sehr, sehr wenig, was wir defensiv zugelassen haben, zwei Tore kassiert. Ich kann meiner Mannschaft aber nur ein Kompliment machen, wie sie nach dem Rückstand weitergespielt und Lösungen gesucht hat.“

Raffael und Johnson verletzt

Zu dem bitteren Abend in Gelsenkirchen passte dann auch noch, dass Raffael und Fabian Johnson sich verletzten (siehe Extra-Meldung). Dennoch zog Eberl auch positive Dinge aus dem 27. Spieltag. Da war zum einen die Leistung, die ihn sicher machte: „Wenn wir so in den nächsten Spielen auftreten, werden wir die Mehrzahl davon gewinnen. Wir können auf dieser Leistung aufbauen.“ Hinzu kam die Geste für den verletzten Leih-Hamburger Josip Drmic (Knorpelschaden im Knie). Die Mannschaft war in Shirts mit der Aufschrift „Josip – wir sind bei dir“ aufgelaufen, was für Borussias Sportdirektor zeigte, welch „tollen Charakter“ diese Truppe hat. Und schließlich war da ja noch die Rückkehr von Hahn, der nach dem Training am Samstagmorgen den Blick wieder nach vorne richtete: „Jetzt müssen wir das richtungsweisende Spiel zu Hause gegen Hertha BSC gewinnen. Denn wir wollen unbedingt in der nächsten Saison international spielen.“ Bis dahin gilt es, diese Niederlage aus dem Kopf zu bekommen. Dazu ist die Länderspielpause sicher geeignet.

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