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NEWS: 11.03.2011

"Gemeinsam aus der misslichen Lage befreien"

"Gemeinsam aus der misslichen Lage befreien"
Nationalspieler Per Mertesacker spielt seit 2006 für Werder Bremen.

Vor dem morgigen Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Borussia sprachen wir Bremens Innenverteidiger Per Mertesacker.

Herr Mertesacker, normalerweise spielt Weder Bremen stets um einen Platz im internationalen Geschäft. Was sind die Gründe dafür, dass es in dieser Saison anders ist?

Mertesacker: Dass es in dieser Saison nicht so läuft, wie wir uns das alle gewünscht haben, hat sicherlich mehrere Gründe. Vor allem sind hier aber die zahlreichen Ausfälle zu nennen, die wir immer wieder verkraften mussten. Wir konnten in dieser Saison nie zweimal hintereinander mit derselben Formation auflaufen, ein Spieler wie Naldo stand uns in der gesamten Spielzeit noch gar nicht zur Verfügung und auch Claudio Pizarro hat uns in der Hinrunde sehr oft gefehlt. Die beiden sind absolute Säulen der Mannschaft und somit über einen längeren Zeitraum nicht zu ersetzen.

Sie als Abwehrspieler dürften sich über die vielen Gegentreffer am meisten ärgern. Woran liegt es, dass Bremen in dieser Saison vor allem defensiv so anfällig ist?

Mertesacker: Natürlich ärgert man sich als Innenverteidiger ganz besonders über jedes einzelne Gegentor, weil man sich immer vornimmt, zu Null zu spielen. Am Defensivverhalten ist allerdings nicht nur die Viererkette verantwortlich, sondern die gesamte Mannschaft und es beginnt schon bei den Stürmern. In den letzten Spielen haben wir das als Mannschaft sehr gut gemacht und standen hinten deutlich sicherer.

Man hatte lange das Gefühl, dass Werder sich mit dem Thema Abstiegskampf lange Zeit nicht so wirklich befasst hat. Täuscht der Eindruck und wenn nein, ab wann hat sich die Mannschaft bewusst auf den Abstiegskampf eingeschworen?

Mertesacker: Die Situation, dass wir gegen den Abstieg kämpfen, ist für uns alle etwas Neues. Deshalb mussten wir unsere Art Fußball zu spielen umstellen und begreifen, dass man nur durch den unbedingten Einsatz und Kampf erfolgreich sein kann und es nicht so sehr auf das sonst von uns gezeigte Kombinationsspiel ankommt. Dass wir uns mit dem Thema nicht befasst haben, stimmt also nicht. Wir wussten zu jeder Zeit um den Ernst der Lage und hatten keine Berührungsängste.

Viele Vereine stellen in derartig sportlich schwierigen Situationen den Trainer in Frage. In Bremen sitzt Thomas Schaaf dagegen weiter fest im Sattel. Woran liegt das?

Mertesacker: Wer das Spiel am Sonntag gegen Freiburg verfolgt und gesehen hat, wie sich die Mannschaft untereinander angefeuert und sich Trainer und Team gemeinsam über den Erfolg gefreut haben, der hat eindrucksvoll gesehen, dass die Chemie nach wie vor passt. Die Mannschaft steht zu 100 Prozent hinter Thomas Schaaf und ist von seiner Arbeit überzeugt. Die Frage um seine Person hat sich intern nie gestellt.

Aus den letzten beiden Partien haben Sie vier Punkte geholt. Vor allem nach dem Sieg in Freiburg am vergangenen Wochenende war die Erleichterung enorm groß. Wie groß ist Ihr Selbstvertrauen nun wieder?

Mertesacker: Wir haben gegen Leverkusen durch eine unglaubliche Willensleistung nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt erkämpft, das war sehr wichtig für uns. Danach haben wir uns nochmals eingeschworen, dass wir uns gemeinsam aus der misslichen Lage befreien wollen. Das haben wir in Freiburg fortgeführt und wurden am Ende dafür belohnt.

Wie groß ist Ihre Zuversicht, dass es am Ende zur Rettung reicht und was macht Sie optimistisch?

Mertesacker: Wir haben natürlich noch einen weiten Weg vor uns. Allerdings haben wir in den letzten Wochen die richtige Richtung eingeschlagen und ich bin überzeugt, dass wir weitere Erfolge einfahren, wenn wir diesen Weg weiter gehen.

Am Samstag treffen Sie auf Borussia – gemessen an der Anzahl der Gegentreffer treffen dabei die beiden schwächsten Defensivreihen aufeinander. Daraus abzuleiten, dass viele Tore fallen werden, wäre aber zu einfach, oder?

Mertesacker: Dass man daraus etwas ableiten kann, glaube ich nicht. Bei Borussia wird seit dem Amtsantritt von Lucien Favre kompakter agiert und das Augenmerk liegt verstärkt auf der Defensive. Und auch wir arbeiten als Mannschaft besser nach hinter und versuchen aus einer kompakten Defensive zu agieren. Ich rechne am Samstag mit einem hart umkämpften Spiel, in dem möglicherweise schon ein einziger Treffer die Entscheidung bringen kann.

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