Dass vor der Saison so gut wie niemand Werder Bremen zu den Abstiegskandidaten gezählt hat, wurde schon des Öfteren thematisiert. Die Gründe für die schwache Saison der Bremer sind vielfältig, nach den letzten Erfolgserlebnissen herrscht aber wieder große Zuversicht.
Es könnte der Wendepunkt zum Guten gewesen sein. Am 24. Spieltag lag Werder bis zur 83. Minute gegen Bayer Leverkusen 0:2 hinten. Ein Eigentor von Stefan Kießling und der späte Ausgleich durch Sebastian Prödl in der ersten Minute der Nachspielzeit waren nicht nur ein wichtiger Punkt für den Klassenerhalt, sondern vor allem für die Moral. Und das war auch sichtbar: Cheftrainer Thomas Schaaf rannte nach dem Abpfiff auf den Platz und umarmte jeden Bremer. „In diesem Moment war es einfach wichtig, den Spielern zu verdeutlichen, dass das Geleistete sehr gut war", erklärte der Coach danach. „Diese Aktion zeigt den Teamgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit, die bei uns herrscht", beschrieb Ausgleichsschütze Prödl die Aktion.
Ungewohnte Defensivprobleme
Eine Woche später lagen sich die Werderaner erneut in den Armen und durften diesmal sogar drei Punkte bejubeln. Der 3:1-Sieg beim SC Freiburg war der zweite Auswärtserfolg der Hanseaten in dieser Spielzeit und zweifelsohne ein wichtiger - von Platz 17 gelang damit der Sprung auf Rang 14. „Wir sind in einer Situation, in der wir nur auf uns schauen müssen, aber man bekommt natürlich trotzdem mit, was die anderen Mannschaften machen. Der Druck wird aber trotz des Erfolges nicht weniger", stellt Mittelfeldmann Tim Borowski klar. Besonders mit dem Defensivverhalten der Bremer gegen Freiburg dürfte Coach Schaaf zufrieden gewesen sein, denn die Abwehr ist im bisherigen Saisonverlauf das große Sorgenkind der Bremer. 51 Gegentore sind für die Mannschaft, die in den letzten Jahren immer zu den stabilsten der gesamten Liga zählte, schon ein außergewöhnlicher Wert. Nach Sperren, verletzungsbedingten Ausfällen und Formkrisen hoffen nun alle Verantwortlichen, dass dies der Vergangenheit angehört.
„Das wird eine ganz heiße Kiste“
Der Schlüssel zum Erfolg ist auch an der Weser dabei die mannschaftliche Geschlossenheit. „Das Team arbeitet unter der Woche sehr intensiv“, lobt Schaaf. „Wir haben gesagt, dass wir uns alle in diese Situation gebracht haben und nun alle gemeinschaftlich gefordert sind, da wieder raus zu kommen“, so der Cheftrainer weiter. Etwas skeptischer nach den letzten Erfolgen zeigt sich aktuell noch Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs: „Ich trauen dem Braten noch nicht so ganz, aber man sieht mittlerweile natürlich viel mehr positive Dinge. Wir dürfen gegen Mönchengladbach keinen einzigen Schritt weniger machen. Das wird eine ganz heiße Kiste.“
Wirklichen Grund, seine Elf gegenüber dem Erfolg in Freiburg am heutigen Samstag gegen Borussia (Anstoß: 18.30 Uhr) zu verändern, hat Schaaf nicht. Tim Borowski trat unter der Woche im Training etwas kürzer, wird aber aller Voraussicht nach fit sein für die Partie. Zwei andere Mittelfeldspieler brennen sogar auf ihr Comeback. Aaron Hunt hatte in Freiburg noch wegen einer Zerrung gefehlt, trainiert aber wieder mit dem Team. Ob auch der Brasilianer Wesley, der im Hinspiel zum zwischenzeitlichen 2:0 traf (Endergebnis 4:1), am Wochenende gegen den VfL wieder im Kader stehen wird, ließ Schaaf noch offen. Fehlen werden auf jeden Fall die Langzeitverletzten Naldo (Knie-Probleme), Daniel Jensen (Ödem im Knie) und Sebastian Boenisch (Knorpelschaden), zudem fällt auch Rechtsverteidiger Dominik Schmidt (Sprunggelenksprobleme) aus.
Marin in der Startelf?
So wird Coach Schaaf wohl folgender Elf vertrauen: Vor Keeper Tim Wiese dürften Petri Pasanen, Per Mertesacker, Sebastian Prödl und Mikael Silvestre die Viererkette bilden. Im Mittelfeld kehrte Coach Schaaf nach einigen taktischen Varianten zum Rauten-System zurück. Auf der „Sechs“ setzt Werder auf Routinier Torsten Frings, die Außen besetzten Tim Borowski und Philipp Bargfrede und als Diego- bzw. Özil-Nachfolger dürfte sich wie gegen Freiburg wohl erneut Nachwuchstalent Florian Trinks beweisen. Eine Wechsel ist am ehesten auf dieser Position zu erwarten, möglich wäre auch ein Einsatz von Ex-Borusse Marko Marin, der nach seiner Einwechslung gegen Freiburg für reichlich Wirbel sorgte. Im Sturm dürften die beiden Torschützen der Vorwoche, Claudio Pizzaro und Sandro Wagner, gesetzt sein.














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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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