Wie schon beim letzten Auswärtsspiel in Wolfsburg legten die Borussen auch beim Gastspiel in Bremen erst spät den Vorwärtsgang ein. Dennoch reichte es diesmal zu einem Punkt, weil Dante in der Nachspielzeit das 1:1 köpfte.
Nach dem zweiten Heimsieg in Folge sah Borussias Trainer Lucien Favre keinen besonderen Anlass gegeben, die Mannschaft umzustellen. Zu einem Wechsel war er aber dennoch gezwungen, da sich Igor de Camargo im Training verletzt hatte. Für ihn rückte Mo Idrissou ins Sturmzentrum.
Die Bremer starteten mit viel Schwung, hatten gleich in der dritten Minute eine Riesenchance, als Sandro Wagner nach einer Flanke von Silvestre frei zum Kopfball kam, Logan Bailly den Ball jedoch mit einer Glanzparade noch an den Pfosten lenkte. Bei einer Möglichkeit für Claudio Pizarro nach knapp einer Viertelstunde verteidigte Dante so entschlossen, dass der Bremer Angreifer zu einem Querpass gezwungen war, der Schuss von Tim Borowski blieb ungefährlich. Drei Minuten später war Bailly dann wieder gefordert, als Philipp Bargfrede nach einer schnellen Kombination zum Abschluss kam. Bei der nachfolgenden Ecke kam auch Per Mertesacker noch einmal gefährlich zum Abschluss. Für eine echte Drangphase war die Partie in dieser Phase aber noch zu offen, denn unmittelbar danach gelang den Borussen ein Konter, bei dem Marco Reus mit einem langen Pass Idrissou einsetzte, der jedoch einen Schritt später am Ball war als der Bremer Schlussmann Tim Wiese (20.).
Bremen erhöhte den Druck
Insgesamt waren die Bremer aber die aktivere Mannschaft, was sich auch in der 26. Minute wieder zeigte, als der stark agierende Dante in höchster Not noch vor Pizarro zur Ecke klärte. Die Gladbacher Entlastung nach vorne wurde jetzt seltener, die langen Pässe glückten nicht mehr so wie in den ersten Minuten der Partie. Allerdings hatten auch die Gastgeber in der Folge länger keine Torszene mehr - bis zu 34. Minute. Da nahm nach einer Flanke von Pizarro erneut Philipp Bargfrede Maß, doch wieder tat Bailly das, wozu er da ist. In der 39. Minute brachte die Überlegenheit den Gastgebern aber doch die Führung. Werder schaltete schnell um, Pizarro flankte auf Sandro Wagner, der sich von Martin Stranzl löste und unhaltbar ins lange Eck einköpfte. Kurz vor der Pause mussten sich die Borussen mit dem knappen Rückstand sogar noch glücklich schätzen, da ein Schuss von Tim Borowski von der Unterkante der Latte nur knapp vor der Torlinie aufsprang (44.), und Sebastian Prödl den Nachschuss ebenfalls am Kasten vorbei säbelte.
Späte Druckphase belohnt
In den ersten Minuten nach der Pause war dann zumindest das Bestreben erkennbar, das Heft des Handelns wieder ein wenig mehr in die Hand zu nehmen. Für echte Gefahr fehlte Borussia jedoch entweder die zündende Idee oder die Präzision in der Ausführung. Auf der Gegenseite war die Borussen-Abwehr jetzt wachsam, verhinderte eine Chance für Pizarro, weil Stranzl zeitig zur Stelle war. Auch die Bremer vermissten nun scheinbar ein wenig den Drang nach vorne, Trainer Thomas Schaaf brachte mit Marko Arnautovic und Marko Marin zwei neue Angreifer. Nach gut einer Stunde nahmen die Borussen dann erstmals nach der Pause das Werder-Tor ins Visier, doch Roman Neustädter setzte den Ball über den Kasten.
Torchancen gab es aber insgesamt kaum, weil auch den Bremern weiterhin kaum etwas gelingen wollte. Im Borussen-Sturm ersetzte inzwischen Mike Hanke den glücklosen Idrissou. Die nächste gute Chance des Spiels hatten in der 79. Minute wieder die Bremer, durch Marin. Der Ex-Borusse schaffte es jedoch nicht, nach einem Konter über Arnautovic an Bailly vorbei zu kommen. Sieben Minuten vor dem Ende kam Dante nach einer Ecke mit dem Kopf an den Ball, bekam diesen jedoch auf die Gesichtsmaske und konnte ihn nicht gefährlich platzieren. In den Schlussminuten erhöhte Borussia merklich den Druck. Erst prüfte Marco Reus in der 86. Minute Wiese, danach wurde es bei zwei Ecken gefährlich, als Stranzl zunächst gefährlich auf das Tor köpfte und Sekunden später überrascht war, schon wieder an den Ball zu kommen (87.). Bei einem Konter hatten gegen aufgerückte Borussen dann aber auch die Gastgeber wieder eine Riesenchance, als Arnautovic nach einem Pass von Marin nur den Außenpfosten traf (89.).
Doch das späte Aufbäumen zahlte sich aus. In der zweiten Minute nach Nachspielzeit brachte Juan Arango einen Freistoß von der rechten Seite genau auf den Kopf von Dante, der sich von der Maske nicht daran hindern ließ, den Ball zum 1:1 ins Tor zu köpfen. Borussia verdiente sich den Punkt in Bremen dadurch, sich bis in die Nachspielzeit hinein nicht aufgegeben zu haben.
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Frings - Bargfrede, Borowski (71. Wesley) - Trinks (58. Marin) - Pizarro, Wagner (58. Arnautovic)
Borussia: Bailly - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Fink (78. Herrmann), Marx (46. Nordtveit) – Reus, Neustädter, Arango – Idrissou (65. Hanke)
Tore: 1:0 Wagner (39.), 1:1 Dante (90.+2)
Gelbe Karte: Prödl, Bargfrede, Marin
Zuschauer: 40.500 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe














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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
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