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Borussia News

NEWS: 28.03.2011

„Immer noch ein Klassiker“

„Immer noch ein Klassiker“
Vizepräsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof spricht über seinen Geburtstag, das Länderspiel im BORUSSIA-PARK und über das Duell zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach.

Herr Bonhof, am morgigen Dienstag werden Sie 59 Jahre alt. Was wünsche Sie sich zu Ihrem Geburtstag?

Bonhof: Persönlich steht selbstverständlich die Gesundheit im Vordergrund. Sportlich wünsche ich mir natürlich, dass wir den Abstieg in die Zweite Liga noch abwenden können.

Werden Sie morgen Abend trotz Ihres Ehrentags in den BORUSSIA-PARK kommen, um sich das Länderspiel zwischen Deutschland und Australien anzuschauen?

Bonhof: Na klar, denn ich freue mich sehr darüber, dass zum vierten Mal ein Länderspiel in unserem Stadion stattfindet und ich hoffe, dass sich auch die überregionalen Anhänger hier wohlfühlen werden. Auch wenn es „nur“ ein Freundschaftsspiel ist, bin ich davon überzeugt, dass wir morgen ein gutes Spiel zu sehen bekommen, denn in der jüngsten Vergangenheit hat die deutsche Nationalelf immer attraktiven Fußball geboten.

Blicken wir auf das kommende Wochenende. Borussia muss am Samstag beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München ran. Was glauben Sie, ist dort für die Mannschaft möglich?

Bonhof: So verrückt wie die ganze Saison für beide Clubs bislang verlaufen ist, ist es sehr schwierig, eine Prognose abzugeben. Die Bayern haben schon einige Spiele verloren, bei denen man vorher vermutet hatte, das wird eine klare Sache. Ich denke, dass wir über die Außenseiterschiene eine Chance haben. Es wäre schön, wenn es ein offenes Spiel wird, und mit dem nötigen Quäntchen Glück können wir dort vielleicht sogar für eine Überraschung sorgen.

Bislang konnte Borussia in der Bundesliga erst einmal in München gewinnen (1995). Haben Sie eine Erklärung dafür, wieso es gerade in den goldenen 70er-Jahren nie geklappt hat, als sie noch selbst aktiv waren?

Bonhof: Eigentlich hätten wir damals vor der Saison sagen können: Wir nehmen die zwei Punkte aus dem Heimspiel, der FC Bayern bekommt die zwei Zähler des Auswärtsspiels und beide können sich die jeweilige Fahrt sparen, denn die Münchener haben bei uns am Bökelberg nur ganz selten gewonnen, und für uns gab es damals bei ihnen kaum etwas zu holen. Warum das so war, ist schwierig zu erklären, denn es waren in der Regel offene Spiele. 1977 haben wir beispielsweise bis kurz vor Schluss 2:1 geführt, haben dann aber in der 90. Minute noch den Ausgleich kassiert. Irgendwie hatten wir in München nie das nötige Glück, um dort einmal einen Sieg einzufahren.

Würden Sie, obwohl die Schere zwischen dem FC Bayern und Borussia bis heute weit auseinander gegangen ist, das Spiel immer noch als Klassiker bezeichnen?

Bonhof: Aus der Tradition und der Vergangenheit heraus ist das Duell immer noch ein Klassiker. Dass die Schere auseinander gegangen ist, liegt ja vor allem an der Tatsache, dass die Bayern Anfang der 70er-Jahre das Olympiastadion bekommen haben und dadurch recht viel Geld generiert haben. Damals machten die Zuschauer noch den Großteil der Einnahmen aus, und wenn man jedes Mal 65.000 Besucher hat, macht sich das natürlich bemerkbar.

Am kommenden Wochenende jährt sich auch ein historisches Ereignis zum 40. Mal – der legendäre Pfostenbruch aus dem Jahre 1971…

Bonhof: 40 Jahre ist das schon her? Wie die Zeit vergeht… Das war damals wirklich eine kuriose Geschichte. Herbert Laumen ist beim Spiel gegen Weder Bremen ins Tornetz geflogen und hatte so viel Schwung, dass dabei das ganze Tor umgefallen ist. Wenn so etwas heute passieren würde, würde man schnell ein neues Tor aufbauen und könnte weiterspielen. Damals waren die Gestänge aber noch aus Holz und deswegen war das nicht so leicht möglich. Dumm war nur, dass wir alle dachten, es gäbe ein Wiederholungsspiel. Daraus wurde aber nichts, denn Bremen bekam die Punkte am grünen Tisch zugesprochen. Als wir das gehört haben, haben wir uns aber erst recht geschworen, dass wir Meister werden, von daher war das Ganze im Nachhinein gesehen eine Art Weckruf für uns.

Heute jährt sich zum 14. Mal der Todestag von Borussias Ex-Manager Helmut Grashoff, der mehr als ein Vierteljahrhundert die Geschicke des Vereins leitete. Und gestern vor sieben Jahren verstarb der ehemalige Präsident Dr. Adalbert Jordan. Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie an diesen beiden Persönlichkeiten?

Bonhof: Dr. Helmut Grashoff bildete gemeinsam mit Dr. Helmut Beyer und Dr. Alfred Gerhards das legendäre „Dreigestirn” Borussias, das weit über die Stadtgrenzen anerkannt war und den VfL jahrzehntelang prägte. Er hat mich 1970 mit Hennes Weisweiler zu Borussia geholt. Dr. Adalbert Jordan hat den VfL als Präsident nach dem Abstieg 1999 wieder zurück in die Bundesliga geführt und mit dafür gesorgt, dass der Verein wirtschaftlich wieder auf gesunde Füße kam. Zudem war er maßgeblich beteiligt am Bau des BORUSSIA-PARK, vor dessen Fertigstellung er leider 2004 verstarb. Beide haben zu Ihrer Zeit Großes für diesen Verein geleistet und werden bei Borussia nie vergessen werden.

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