Am morgigen Sonntag ist es auf den Tag genau 40 Jahre her, dass am Bökelberg der Pfosten brach. Heute blicken wir auf das Spiel gegen den SV Werder Bremen zurück, das damals beim Stand von 1:1 abgebrochen werden musste.
Noch acht Bundesliga-Spieltage standen in der Saison 70/71 auf dem Programm. Borussia brauchte auf dem Weg zur Titelverteidigung unbedingt einen Sieg gegen Bremen, denn der Vorsprung auf Verfolger Bayern München war nach der 2:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln in der Vorwoche auf einen Zähler geschmolzen. Umso wichtiger war es, in dem Heimspiel gegen Werder eine Reaktion zu zeigen. Doch Borussia tat sich gegen die dicht gestaffelte Bremer Mannschaft von Beginn an enorm schwer. Es fehlte das blitzschnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff, die sonst so sattelfeste Abwehr machte einen ungewohnt unsicheren Eindruck, das Mittelfeld kam kaum zur Entfaltung, und vorne hingen die Angreifer in der Luft.
Lediglich Horst Köppel rackerte unermüdlich und so war es auch kein Zufall, dass ausgerechnet er Borussia in der siebten Minute nach einer Kopfballvorlage von Jupp Heynckes in Führung brachte. Diese hatte aber nicht lange Bestand, denn nur neun Minuten später glich Werder durch Heinz-Dieter Hasebrink zum 1:1 aus. In der Folge mühte Borussia sich, die Kontrolle über das Spiel zu erlangen, was ihr aber kaum gelang. „Wir sind mit dem System der Bremer, die mit zwei Spitzen und vier Leuten im Mittefeld agiert haben, nicht fertig geworden“, gab Trainer Hennes Weisweiler hinterher zu. In der Abwehr wurde Ausputzer Klaus Sieloff schmerzlich vermisst, Luggi Müller konnte ihn an diesem Tag nicht gleichwertig ersetzen. Später übernahm deshalb Berti Vogts diese Rolle. Im Mittelfeld mühte sich Günter Netzer sehr, hatte aber in Karl-Heinz Kamp einen scharfen Bewacher, zudem fand er im Angriff kaum eine Anspielstation. „Die Bremer hätten sicher ein Unentschieden verdient gehabt“, sagte Netzer nach dem Spiel.
Borussia erhöhte den Druck
Lediglich in der Schlussphase schafften es die Fohlen, den Druck auf das Bremer Tor zu erhöhen. Doch bei einigen guten Einschussmöglichkeiten, die beste vergab Köppel in der 75. Minute, und einem Dutzend Ecken, war der gut aufgelegte Werder-Schlussmann Günter Bernard auf seinem Posten. Nur noch rund zwei Minuten waren zu spielen, als dann eine Flanke durch den Strafraum der Gäste segelte. VfL-Stürmer Herbert Laumen hechtete dem Ball entgegen, doch Bernard kam vor ihm an den Ball und lenkte ihn über die Latte. Laumen war jedoch nicht mehr zu bremsen und flog mit großem Schwung in das Bremer Gehäuse. Die Wucht des Angreifers war zu viel für den Kasten vor der Nordkurve. Wenige Zentimeter über der Grasnarbe knickte der linke Pfosten um, das Tor sackte samt Pfosten und Latte in sich zusammen.
Auf dem Rasen spielten sich nun kuriose Szenen ab. Die Bremer Spieler taten alles dafür, damit das Spiel fortgesetzt werden kann und versuchten, den Pfosten wieder in seine Ausgangsstellung zu bringen. Netzer spekulierte dagegen auf eine Neuansetzung der Partie, um die Bremer dann im zweiten Anlauf zu bezwingen. „Da ist nichts zu machen. Brechen sie das Spiel ab“, sagte Netzer zu Schiedsrichter Gert Meuser. Dieser bat aber zunächst den Platzwart aufs Spielfeld, doch auch der hatte keine Lösung parat. Daraufhin schlug Meuser vor, jemand solle den aufgerichteten Pfosten für die restlichen zwei Minuten stützen. Nachdem sich auch diese Idee als nicht umsetzbar erwies, blieb Meuser nichts anderes übrig, als die Partie zwölf Minuten nach dem Pfostenbruch abzubrechen.
Wie Herbert Laumen das ganze Szenario selbst erlebte, schildert er morgen an gleicher Stelle in einem Interview.














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Vom 18.05.2012
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