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Borussia News

NEWS: 11.04.2011

Höchster Sieg im 100. Spiel

Höchster Sieg im 100. Spiel
So jubelten die Borussen nach dem 1:0.

„Wenn es doch nur an jedem Spieltag gegen Köln gehen könnte“, sagte ein VfL-Anhänger gestern nach Borussias begeisternden 5:1-Derbysieg. Bereits im Hinspiel in Köln (4:0) zeigten die Fohlen eine famose Leistung, gestern ließen sie die nächste Fußball-Gala gegen den Erzrivalen folgen.

Es war im 100. Bundesliga-Heimspiel der höchste Sieg im BORUSSIA-PARK, zudem der höchste Bundesliga-Heimsieg seit mehr als 13 Jahren (5:1 gegen 1860 München am 15. Oktober 1997) – und das ausgerechnet gegen den 1. FC Köln. „Die Stimmung war von Anfang an fantastisch, der Sieg war wichtig, vor allem auch für die Fans“, freute sich VfL-Trainer Lucien Favre. Noch viel wichtiger als erneut den ewigen Rivalen aus der Domstadt zu bezwingen, ist jedoch die Tatsache, dass Borussia dadurch den Anschluss an den Relegationsplatz beziehungsweise den ersten Nichtabstiegsrang hergestellt hat und frischen Mut im Abstiegskampf schöpft. Da sowohl der VfB Stuttgart als auch der VfL Wolfsburg und der FC St. Pauli verlor, verkürzte der VfL den Rückstand auf Platz 15 auf vier und auf Rang 16 auf zwei Zähler. „Wir wussten, dass wir unbedingt gewinnen müssen, konnten mit diesem Druck aber sehr gut umgehen. Vielleicht brauchen wir das jede Woche“, sagte Mike Hanke.

In der ersten halben Stunde sah das noch nicht ganz so aus, zwar waren die Gastgeber optisch überlegen, aber Torchancen blieben zunächst Mangelware. „Anfangs war es sehr schwierig, die Kölner standen sehr kompakt, und wir haben keine Lücken gefunden“, sagte Favre. Es brauchte eine Standardsituation, um den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Torschütze war Juan Arango. „Das 1:0 fiel im richtigen Moment und hat der Mannschaft viel Selbstvertrauen gegeben“, meinte Favre. Tatsächlich wirkte dieser Treffer wie ein Brustlöser, denn nur zehn Minuten später stand es nach einem Doppelpack von Marco Reus 3:0. Maßgeblich daran beteiligt war Hanke, der zwar weiterhin auf sein erstes Tor im VfL-Dress wartet, aber alle drei Treffer vorbereitete. „Das ist mir in der Bundesliga vorher auch noch nicht gelungen, vielleicht bin ich ja jetzt der neue Zehner“, sagte Hanke augenzwinkernd. „Es wird der Tag kommen, an dem auch Mike sein Tor erzielen wird. Er ist aber unabhängig davon ein ganz wichtiger Spieler für uns, weil er sehr clever ist, die Bälle vorne hält und man gut mit ihm kombinieren kann“, lobte Favre, der erstmals auf das Sturmduo Idrissou/Hanke setzte. Favre: „Sie haben im Training sehr gut und intensiv gearbeitet und ich habe gesehen, dass die beiden zusammen harmonieren könnten.“

Gutes Debüt von ter Stegen

Sich im Training ebenfalls angeboten hatte sich Marc-André ter Stegen, der gestern sein Bundesligadebüt feierte und trotz seines jungen Alters von 18 Jahren einen sehr abgeklärten Eindruck machte. Logan Bailly hatte sich im Abschlusstraining eine Innenbanddehnung im Ellenbogen zugezogen und stand deshalb nicht im Kader. Doch auch ohne die Verletzung des Belgiers hätte ter Stegen im Kasten gestanden. „Die Entscheidung hatte ich bereits vorher getroffen. Ich habe lange mit Marc-André gesprochen und gespürt, dass er die Situation beherrschen kann“, sagte Favre. Während der junge Schlussmann im ersten Durchgang kaum gefordert war, stand er zu Beginn der zweiten Hälfte mehrfach im Blickpunkt. Beim Anschlusstreffer durch Milivoje Novakovic war er machtlos, doch kurz darauf griff er gegen Lukas Podolski beherzt ein und verhinderte damit das 2:3. „Das war eine ganz wichtige Parade“, so Favre, der mit der Gesamtleistung seines Keepers zufrieden war: „Es war sicher nicht leicht für ihn, in einem Derby und einem so wichtigen Spiel zu debütieren. Aber wir hatten Vertrauen in ihn, und das hat er zurückgezahlt. Er war sehr sicher und ruhig.“

Ruhig blieben auch die Borussen, die die 15-minütige Drangphase der Kölner nach dem Wechsel mit Ausnahme des einen Gegentreffers schadlos überstanden und dann selbst wieder den Gang nach vorne antraten. „Köln hatte das System auf ein klassisches 4-4-2 umgestellt und uns damit zunächst Probleme bereitet, doch wir haben gut darauf reagiert, und nach dem verwandelten Elfmeter von Filip Daems war das Spiel entschieden“, meinte Favre. Den Schlusspunkt setzte dann Havard Nordtveit, der seinen ersten Bundesligatreffer erzielte. „Ich bin sehr zufrieden. Jeder kann die Tabelle lesen, es war enorm wichtig, die drei Punkte zu erreichen“, erklärte Favre. „Wir haben noch fünf Spiele, unser Restprogramm ist enorm schwierig, aber es ist uns ganz egal, gegen wen wir spielen. Wir müssen unsere Punkte holen und brauchen vor keinem Gegner Angst zu haben.“

Auch nicht vor dem FSV Mainz 05, bei dem Borussia bereits am Freitag (Anstoß: 20.30 Uhr) antreten muss. „Wir spielen bereits in wenigen Tagen dort, die Regeneration ist jetzt sehr wichtig“, sagte Favre. Am heutigen Montag war deshalb für die Spieler, die gestern zum Einsatz kamen, auch nur eine lockere Einheit auf dem Fahrrad angesetzt. Da es keine Verletzungen aus dem Köln-Spiel zu beklagen gab, konnten alle Akteure daran teilnehmen. Morgen ab 15 Uhr beginnt dann die kurze, aber gezielte Vorbereitung auf die Partie im Bruchwegstadion.

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