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NEWS: 15.04.2011

Zeit für einen Heimsieg

Zeit für einen Heimsieg
War am vergangenen Sonntag Augenzeuge beim VfL-Sieg gegen Köln: FSV-Trainer Thomas Tuchel.

Seit November 2010 wartet der FSV Mainz nun schon auf einen Heimsieg. Der letzte Triumph im Stadion am Bruchweg gelang den 05ern an einem Freitagabend unter Flutlicht.

Dass die Mannschaft aus der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt in der Tabelle immer noch einen hervorragenden fünften Platz belegt, liegt nicht unbedingt an den Punkten, die man zuhause gewonnen hat. Denn in der Heimtabelle belegt das Team von Thomas Tuchel lediglich den 15. Rang, der letzte Heimsieg ist fast fünf Monate her.

Was solche Statistiken aber nicht unbedingt widerspiegeln, sind die gebrachten Leistungen. Gerade zuletzt gab es doch einige unglückliche Gegentore, die den langersehnten Heimerfolg der Mainzer bisher verhindert haben. Dank ihrer extremen Auswärtsstärke haben die Tuchel-Schützlinge aber weiter gute Chancen auf einen der Europapokalplätze. „Grundsätzlich glaube ich, dass die Platzierung in der Tabelle so kurz vor Ende der Saison wenig mit Glück oder Pech zu tun hat. Wer oben steht, der hat nicht nur Glück gehabt, und wer unten steht, nicht nur Pech. Aber ganz frei kann man sich von diesem vermeintlichen Heimfluch nicht machen. Was sollen wir denn jetzt machen? In Auswärtstrikots spielen?“, fragte Tuchel die Journalisten in der gestrigen Pressekonferenz. Die Antwort auf die nicht ernstgemeinte Frage schob er gleich hinterher: „Wenn das mit den Trikots funktioniert, dann sagen alle, dass es an den Trikots lag. Dabei wird ein wesentlicher Punkt vergessen: Die Leistung für einen Sieg müssen wir erbringen. Und ich bin zuversichtlich, dass wir den nächsten Heimsieg selbst regeln werden.“

Innenverteidigung bricht weg

Dabei wird Tuchel aber auf einige Stützen der jüngeren Vergangenheit verzichten müssen. Borussia weiß aus leidvoller Erfahrung, wie schwer es ist, den Ausfall des eigenen Defensivzentrums zu kompensieren. Zum Glück für Mainz werden Ex-Borusse Bo Svenson und Nikolce Noweski, die zuletzt die Innenverteidigung bildeten, aufgrund von Sperren aber nur gegen den VfL fehlen. Erschwerend hinzu kommt, dass Torhüter Heinz Müller mit einer Muskelverletzung im Rippen-/Bauchbereich passen muss. Dass für ihn Christian Wetklo, der in dieser Saison bereits 19-mal das Tor der Rheinhessen hütete, zwischen den Pfosten stehen wird, scheint klar. Wer jedoch das Duo vor ihm bilden wird, ist offen. „Natürlich sind Niko Bungert und Jan Kirchhoff eine Option“, sagt Tuchel, „aber auch Malik Fathi kann in der Innenverteidigung spielen.“ Egal, welcher der drei Spieler in die Mitte der Viererkette rückt, es wäre eine ganz neue Konstellation. „Niko ist es gewohnt, in der Innenverteidigung zu spielen, für Jan und Malik aktuell eher nicht, zumindest nicht in diesem Zusammenspiel. Aber darin können auch Vorteile liegen. Es könnte auch die Sinne schärfen. Das heißt, man verlässt sich nicht so blind darauf, dass der andere es schon regeln wird und geht vielleicht selbst mit noch höherer Aufmerksamkeit in den Abwehreinsatz.“

Respekt vor VfL-Offensive

Und diese erhöhte Aufmerksamkeit wird gegen Borussia laut Tuchel von Nöten sein, will der FSV am heutigen Abend (Anstoß: 20.30 Uhr) die negative Heimserie beenden. „Mohamadou Idrissou und Mike Hanke sind sehr präsent in der Sturmspitze und können aus halben Torchancen ganze machen. Mit Juan Arango und Marco Reus hat Gladbach sehr schnelle, torgefährliche Außen. Dazu sind sie gefährlich bei Offensivstandards und bemühen sich um eine extrem kompakte Defensivleistung“, erklärt der FSV-Trainer. Auch wenn der Derbysieg gegen Köln die Borussen sicherlich beflügeln werde, haben auch die 05er eine Stärke: Leistung – auch wenn sie nicht immer mit Ergebnissen belohnt wurde - in letzter Zeit und insbesondere nicht vor heimischer Kulisse. „Eins ist klar: beide Mannschaften werden den Sieg mit aller Macht anpeilen“, sagt Tuchel.

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