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NEWS: 17.04.2011

"Bis zum Ende kämpfen"

"Bis zum Ende kämpfen"
Die Schlüsselszene des Spiels: In der 53. Minute zeigt Schiedrichter Deniz Aytekin VfL-Angreifer Mike Hanke die Gelb-Rote Karte.

Die Lage für Borussia wird immer bedrohlicher, denn trotz einer starken Defensivleistung musste der VfL gestern eine bittere 0:1-Niederlage in Mainz hinnehmen und verpasste es damit, seine Abstiegskonkurrenten, die am heutigen Nachmittag spielen, unter Druck zu setzen.

„Wir haben es nach dem tollen Derby-Sieg am vergangenen Wochenende nicht geschafft nachzulegen – und das hat seine Gründe“, ließ Sportdirektor Max Eberl durchblicken, dass zumindest auch zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Deniz Aytekin dazu geführt haben, dass der VfL gestern im Bruchwegstadion leer ausging. Der Knackpunkt des Spiels ereignete sich sicherlich in der 53. Minute, als der Referee Mike Hanke mit der Gelb-Roten Karte vom Platz stellte. „In der zweiten Hälfte waren wir bis zu dieser Ampelkarte sehr gut im Spiel. Wir haben die Mainzer mit den guten, sieben, acht Minuten nach der Pause beeindruckt, und die Zuschauer wurden bereits unruhig“, befand Eberl. Der Platzverweis sei dann für die Mannschaft wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Zumal die erste der beiden Gelben Karten gegen den Angreifer eine äußert harte Entscheidung gewesen sei. „Fußball wird mit Körperkontakt betrieben, für so eine Aktion Gelb zu zeigen, ist für mich nicht nachvollziehbar“, erklärte Eberl.

In der 70. Minute gab es die zweite strittige Szene, die wiederum gegen Borussia ausgelegt wurde. Nach einem langen Ball war Marco Reus einen Schritt schneller am Ball als Eugen Polanski, so dass der Ex-Borusse den Mönchengladbacher Offensivakteur im Strafraum zu Fall brachte. „Ein klarer Elfmeter“, meinte VfL-Trainer Lucien Favre. Und selbst FSV-Coach Thomas Tuchel gab zu: „Der Kontakt ist da, und deshalb hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn der Schiedsrichter auf Strafstoß entschieden hätte. Und wenn Borussia den verwandelt hätte, wäre es für uns sehr schwierig geworden, noch einmal zurückzukommen.“ Doch der fällige Elfmeterpfiff blieb bekanntermaßen aus – sehr zum Ärger von Eberl: „Wenn der Schiedsrichter einen Spieler wegen eines Allerweltfouls im ersten Durchgang die Gelbe Karte zeigt, erwarte ich, dass er das gesamte Spiel konsequent pfeift und dann muss er in dieser Situation auch auf den Punkt zeigen. Ob wir das Spiel gewonnen hätten, steht auf einem anderen Blatt. Aber Filip Daems ist ein sicherer Elfmeterschütze und es wäre zumindest die große Möglichkeit gewesen, mit 1:0 in Führung zu gehen.“

„In Unterzahl sehr gut gemacht“

Borussia ließ sich aber auch durch diese Entscheidung nicht beirren und machte den Mainzern das Leben mit einer kompakten Defensive auch in der Schlussphase äußerst schwer. „Es ist nicht einfach, fast eine Halbzeit lang mit zehn Mann auskommen zu müssen, doch auch in Unterzahl haben wir es sehr gut gemacht und den Mainzern kaum Raum gegeben“, sagte Favre. Keine klare Torchance ließ seine Mannschaft in der zweiten Hälfte zu – und doch stand sie am Ende mit leeren Händen da, weil André Schürrle drei Minuten vor Schluss einen Geistesblitz hatte und den Ball aus fast 25 Metern unhaltbar im rechten, oberen Eck versenkte.Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir auch zu zehnt sehr gut verteidigt und die Mainzer ein Stückweit ratlos gemacht. Doch André Schürrle ist nicht umsonst Nationalspieler geworden. Das war eine Klasse-Einzelaktion von ihm, die sehr bitter für uns ist, weil wir mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten“, so Eberl.

Von Aufgeben will Borussias Sportdirektor aber weiterhin nichts wissen. Nach so einem Spiel ist die Psyche natürlich angeknackst, aber das haben wir in der Rückrunde schon mehrfach erlebt, beispielsweise nach den Heimniederlagen gegen Stuttgart oder gegen Kaiserslautern. Wir werden uns auch durch diesen erneuten Rückschlag nicht umwerfen lassen. Die anderen Konkurrenten müssen es heute erst einmal besser machen und punkten. Wir haben immer gesagt, dass wir einen langen Atem brauchen und werden bis zum Ende kämpfen“, verspricht Eberl. Trainer Favre stößt ins gleiche Horn: „Es ist nach wie vor möglich, den Abstieg zu vermeiden. Wir müssen von den letzten vier Partien, drei gewinnen und hoffen, dass das dann für den Relegationsplatz reicht.“

Den ersten dieser drei Siege will der VfL möglichst am kommenden Samstag ab 18.30 Uhr im bereits ausverkauften Heimspiel gegen Borussia Dortmund einfahren. Die Vorbereitung auf diese Partie beginnt am Montag ab 15.30 Uhr mit der ersten Trainingseinheit der neuen Woche. Ob Mo Idrissou (Magen-Darm-Infekt) und Roman Neustädter (Schädelprellung) dabei sein können, ist noch offen, denn beide konnten am heutigen Auslaufen nicht teilnehmen.

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