Standpunkt: VfL-Sportdirektor Max Eberl spricht über das Spiel in Mainz, die Situation im Abstiegskampf, die bevorstehende Partie gegen Dortmund und die Personalsorgen im Angriff.
Max, wie bewertest du mit ein paar Tagen Abstand die bittere 0:1-Niederlage in Mainz?
Eberl: Ich ärgere mich noch genauso wie am Freitag über die Niederlage, denn in meinen Augen haben wir dort auch aufgrund zweier diskutabler Schiedsrichterentscheidungen verloren. Das ganze Spiel hängt natürlich nicht allein am Schiedsrichter, aber er hat mit zwei elementaren Entscheidungen gegen uns großen Einfluss auf den Ausgang der Partie genommen. Wir haben Mainz sowohl bei Elf gegen Elf als auch später in Unterzahl vor große Probleme gestellt, weil wir große Leidenschaft und Laufbereitschaft gezeigt haben. Im Falle eines Elfmeters hätten wir auch die Riesenchance gehabt, in Führung zu gehen. Natürlich weiß man nicht, ob Filip Daems den Strafstoß verwandelt hätte, aber zumindest hätten wir 20 Minuten vor Schluss 1:0 in Führung gehen können, und so wie wir bis dahin gespielt haben, bin ich fast sicher, dass wir das Spiel auch gewonnen hätten.
Kann man trotz der Niederlage etwas Positives aus dem Spiel mitnehmen?
Eberl: Ja, wenn man die letzten drei Spiele betrachtet, haben wir es immer geschafft, eine gute Struktur auf den Platz zu bringen. In München haben wir lange Zeit ein 0:0 gehalten, erst ein grober Fehler hat uns dort das Genick gebrochen. In Mainz ist es uns gelungen, ein Team, das um den Einzug in die Europa League spielt, fast 90 Minuten lang von unserem eigenen Tor wegzuhalten. Auch wenn die Ergebnisse mit Ausnahme des 5:1 gegen Köln zuletzt zweimal nicht gestimmt haben, ist eine Konstanz zu erkennen, die wir brauchen, um in den letzten vier Partien erfolgreich zu sein.
Trotz der ärgerlichen Niederlage beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz „nur“ drei Punkte. Wie froh warst du, dass sich Wolfsburg und St. Pauli unentschieden getrennt haben?
Eberl: Natürlich war das ein positiver Effekt für uns, dass keines dieser beiden Teams auf fünf Punkte davon gezogen ist. Aber auch am Samstag habe ich mich noch mehr über unser Spiel geärgert, weil wir selbst punkten und aufholen müssen. Wir dürfen uns nicht nur darüber freuen und darauf verlassen, dass die anderen Konkurrenten verlieren oder unentschieden spielen, weil das nichts bringt, wenn wir nicht selber die nötigen Punkte einfahren.
Sind Wolfsburg und St. Pauli die beiden einzigen übrig gebliebenen Konkurrenten des VfL oder glaubst du, dass möglicherweise noch ein anderes Team für Borussia erreichbar ist?
Eberl: Ich denke, momentan fokussiert sich der Abstiegskampf auf diese drei Mannschaften, aber natürlich sollten sich auch Teams wie Frankfurt, Stuttgart oder Kaiserslautern nicht zu sicher sein, weil es unten immer noch sehr eng zugeht. Ich bin überzeugt, dass es bis zum Ende spannend bleiben wird. Diese drei genannten Mannschaften haben uns gegenüber den Vorteil, dass sie mit einem Sieg einen Riesenschritt Richtung Klassenverbleib machen können, während wir vermutlich noch dreimal gewinnen müssen.
Am Samstag kommt in Borussia Dortmund die wohl beste Mannschaft der Bundesliga in den BORUSSIA-PARK. Was zeichnet den Tabellenführer aus?
Eberl: Bei den Dortmundern ist ein klares System zu erkennen, zudem glänzen sie durch absolute Geschlossenheit und Mannschaftsdienlichkeit in allen Bereichen, aber auch mit individueller Qualität auf jeder einzelnen Position – aus diesen Gründen werden sie auch völlig verdient Deutscher Meister.
Wie kann der VfL sie am Samstag dennoch bezwingen?
Eberl: Wir müssen viel Leidenschaft und Kampf an den Tag legen, um einen solchen Gegner in die Knie zu zwingen. Ich erinnere gerne an das Hinspiel, in dem wir 1:0 in Führung gegangen sind und wir es in der ersten Halbzeit sehr ordentlich gemacht haben. Kurz nach der Pause haben wir das 2:1 kassiert und sind hinten heraus leider etwas eingebrochen. Aber in jedem Bundesligaspiel ist für uns etwas möglich, und wenn wir großen Einsatz und Willen in die Waagschale werfen, ist für uns auch gegen Dortmund etwas drin.
Sollte Leverkusen am Samstagnachmittag gegen Hoffenheim nicht gewinnen, könnte der BVB am Abend die Meisterschaft mit einem Sieg im BORUSSIA-PARK klar machen. Ist das ein Vor- oder Nachteil für den VfL?
Eberl: Was Dortmund machen kann, ist für mich absolut zweitrangig. Wir schauen nur auf uns und müssen das Spiel gewinnen, alles andere ist Nebensache.
Mike Hanke fehlt aufgrund seiner Gelb-Roten Karte definitiv, Igor de Camargo ist immer noch angeschlagen. Bereitet dir das ein wenig Sorgen?
Eberl: Es ist sehr schmerzvoll für uns, dass Mike Hanke und möglicherweise auch Igor de Camargo ausfallen. Auch wenn es oftmals als Ausrede hingestellt wird, zieht sich diese Personalmisere wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Wir haben die ganze Zeit mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber wir werden es auch am Samstag schaffen, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Der Trainer wird sich etwas einfallen lassen, deswegen mache ich mir keine größeren Sorgen.













Borussias Twitter Feed
Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
Gestern
Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
Borussia bei Facebook
Borussia bei Youtube
Videos aus unserem Youtube-Kanal