Standpunkt: Borussias Sportdirektor Max Eberl spricht über den 1:0-Sieg gegen Dortmund, die Lage im Abstiegskampf und die kommende Aufgabe bei Hannover 96.
Max, am Ostersamstag hat das bisherige Schlusslicht, Borussia Mönchengladbach, den souveränen Spitzenreiter Borussia Dortmund geschlagen – wie war das möglich?
Eberl: Wir haben als Mannschaft sehr gut funktioniert und gegen ein Team, das offensiv fantastische Möglichkeiten hat, sehr gut verteidigt. Vor der Pause haben wir nur eine glasklare Chance zugelassen, als Robert Lewandowski allein auf Marc-André ter Stegen zulief. Nach dem Wechsel hat der BVB den Druck erhöht, Latte und Pfosten getroffen, da hatten wir auch das nötige Quäntchen Glück, was man in solchen Spielen benötigt. Aber in Summe haben wir fast nur Fernschüsse zugelassen, die nur sehr schwierig zu verteidigen sind und vorne haben wir immer wieder versucht, selbst Chancen zu kreieren – durch diese couragierte Leistung haben wir am Ende nicht unverdient 1:0 gewonnen.
Wie hast du die Atmosphäre im ausverkauften BORUSSIA-PARK empfunden?
Eberl: Es war eine fantastische Stimmung, geprägt von vielen Gesängen und großem Enthusiasmus. Das lag aber nicht nur an den beiden großen und stimmgewaltigen Fanlagern, sondern auch am Geschehen auf dem Platz. Die Anhänger haben gespürt, dass dort ein ehrlicher Fight geboten wird, und das hat sich auf die Ränge übertragen.
VfL-Keeper Marc-André ter Stegen hat einige tolle Paraden gezeigt. Sein Alter von erst 18 Jahren ist ihm kaum anzumerken…
Eberl: Wir sind sehr froh, dass er nach seiner immerhin siebenwöchigen Verletzungspause ein sicherer Rückhalt für uns geworden ist. Ich kenne den Jungen jetzt schon seit mehr als sieben Jahren und habe seine Karriere seitdem mit begleiten dürfen. Er macht nun seine ersten Schritte im Profifußball und man konnte bereits bei seinem Debüt gegen Köln merken, wie abgeklärt er ist. Er ruht in sich und weiß um seine Stärken und Qualitäten. Wir sind sehr glücklich, dass wir ein solch großes Torwarttalent in unseren Reihen haben
Durch den Sieg ist Borussia erstmals seit vielen Monaten nicht mehr Letzter. Ein gutes Gefühl?
Eberl: Absolut! Es war klar, dass die zweite Saisonhälfte ein steiniger Weg für uns wird, für den wir einen langen Atem brauchen werden. Unser Ziel war es, bis zum Ende dabei zu sein, das haben wir geschafft. Jetzt werden die Spiele immer weniger und der Druck wird größer, aber damit sind die Jungs zuletzt richtig gut umgegangen – nicht zuletzt aus diesem Grund sind wir wieder voll im Rennen um den Klassenverbleib.
Da auch Wolfsburg gewonnen hat, beträgt der Rückstand auf Rang 16 aber weiter drei Zähler. Wie schätzt du die Tabellensituation drei Spieltage vor Schluss ein?
Eberl: Es ist erst einmal positiv zu bewerten, dass wir trotz unseres schwierigen Heimspiels gegen den Tabellenführer den Rückstand beibehalten haben. Unser Torverhältnis ist gegenüber einigen Vereinen ein Nachteil, aber Köln und St. Pauli haben beispielsweise ein schlechteres. Letztlich müssen wir aber nur auf uns schauen und sehen, dass wir unsere Punkte holen. Was die anderen machen, können wir nicht mehr beeinflussen, da wir nicht mehr auf unsere direkten Konkurrenten treffen. Eins ist aber klar: wir kommen von unten und haben daher den psychologischen Vorteil, denn wir haben im Gegensatz zu den Clubs, die derzeit über dem Strich stehen, nichts mehr zu verlieren.
Meinst du, dass Dortmund nach der Niederlage vom Wochenende nochmal ins Wanken kommt?
Eberl: Nein, das denke ich nicht. Die Dortmunder haben die gesamte Saison sehr konstante Leistungen gebracht. Auch bei uns haben sie ja keinesfalls schlecht gespielt. Man kann aber nicht jedes Spiel gewinnen. Sie werden aber in den letzten drei Partien noch die nötigen Zähler einfahren und am Ende auch verdient Deutscher Meister werden.
Dahinter kämpft der FC Bayern mit Hannover 96 um Rang drei, der zur Champions League-Qualifikation berechtigt. Borussia muss nun am Samstag in Hannover antreten – das macht die Sache nicht gerade leichter, oder?
Eberl: Das ist immer schwierig zu beurteilen, ob Spiele gegen Mannschaften, die selbst noch Druck haben, leichter zu bestreiten sind als solche gegen Teams, für die es im Saisonfinale um nicht mehr viel geht. Ich denke, im Hannoveraner Umfeld haben viele die Punkte gegen uns schon verbucht, das kann für 96 zum Nachteil werden, weil man in so einem Spiel als Heimmannschaft eigentlich nur verlieren kann.
Hannover hat elf seiner 15 Heimspiele gewonnen, was zeichnet dieses Team gerade zuhause aus und was werden die Schlüssel sein, um dort erfolgreich zu sein?
Eberl: Hannover ist das Paradebeispiel dafür, wie eng es heutzutage in der Bundesliga zugeht. In der vergangenen Saison haben sie sich erst am letzten Spieltag gerettet und nun spielen sie um die Champions League-Ränge mit – so etwas hätte es früher nicht gegeben. Die Hannoveraner stehen hinten unheimlich kompakt, schalten sehr schnell um und haben vorne mit Ya Konan, Schlaudraff und Abdellaoue enorm schnelle Angreifer. Wir müssen dort die richtige Balance aus Defensive und Offensive finden und in jedem Fall verhindern, dass Hannover seine gefährlichen Konter fahren kann.













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Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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