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NEWS: 30.04.2011

Abstiegskandidat auf Champions League-Kurs

Abstiegskandidat auf Champions League-Kurs
Hannovers Didier Ya Konan erzielte bereits 13 Treffer für Hannover 96.

Borussias heutiger Gegner, Hannover 96 (Anpfiff: 15.30 Uhr), zählte vor der Saison zum Kreis der möglichen Abstiegskandidaten. Drei Spieltage vor Saisonende sind die Niedersachsen nun aber klar auf Champions League-Kurs.

In der vergangenen Saison schrammte Hannover haarscharf am Abstieg vorbei. Zwei Spieltage vor dem Ende waren die Niedersachsen mit 27 Punkten Zweitletzter in der Tabelle. Mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen, darunter auch das aus Borussen-Sicht bittere 1:6, schaffte 96 aber letztlich noch den Klassenerhalt. So war es wenig verwunderlich, dass Hannover vor der aktuellen Saison zum Kreis der Abstiegskandidaten zählte. Das Pokal-Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Viertligist SV Elversberg (4:5 nach Elfmeterschießen) schien die Kritiker zu bestätigen.

Europa League-Teilnahme bereits sicher

Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke bewahrten die Ruhe und formten ein Team, das eine herausragende Bundesliga-Saison spielt. Drei Spieltage vor Saisonende ist Hannover auf Platz drei, der die Qualifikation für die Champions League bedeutet. Die Teilnahme an der Europa League in der kommenden Saison haben die „Roten“ schon jetzt sicher. Werden soll es aber natürlich die Königsklasse, um die man mit Rekordmeister Bayern München, die einen Punkt hinter 96 liegen, kämpft.

Und die Ausgangsposition gibt Hannover Selbstvertrauen: „Wenn wir dreimal gewinnen, ist es egal, wie Bayern spielt. Wir können es aus eigener Kraft schaffen. Das ist eine große Motivation“, so Slomka. Der Coach hat einen großen Anteil am Erfolg, sein Team setzt das um, was Slomka fordert: „Hohe Handlungsgeschwindigkeit, Zweikampfstärke und schnelles Umschalten nach Balleroberung“, sagte der Coach unlängst dem ZDF.

Und mit dieser Taktik agiert Hannover äußerst effektiv. Die Niedersachsen haben nur ein Tor mehr geschossen als Borussia, haben damit aber fast doppelt so viele Punkte (57) geholt wie die Fohlen. Zudem kassierte 96 bislang 41 Gegentore, genauso viele wie Eintracht Frankfurt, die nach dem gestrigen 1:0-Sieg von Wolfsburg in Bremen 16. sind. Ein weiterer Punkt ist die Heimstärke. Hannover ist das drittbeste Heimteam und hat die letzten fünf Heimspiele in Folge gewonnen. Zudem haben die „Roten“ mit Didier Ya Konan und Mohammed Abdellaoue zwei eiskalte Torjäger, die sehr gut zueinander passen und zusammen bereits 23 Tore erzielt haben, mehr als die Hälfte der 96-Treffer.

Des Weiteren scheint auch Jan Schlaudraff, der sich im Sommer noch einen neuen Club suchen sollte, zu alter Stärke gefunden zu haben. Der 27-jährige Angreifer hatte maßgeblichen Anteil am 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg am vergangenen Spieltag, als er den Führungstreffer vorbereitete und das zwischenzeitliche 2:0 selbst erzielte. Ob der wieder erstarkte Ex-Nationalspieler auch gegen Borussia im Sturm agiert, ist fraglich, da Toptorjäger Ya Konan (13 Tore), der ebenso wie Mittelfeldspieler Sergio Pinto seine Gelbsperre abgesessen hat, in die Startelf zurückkehren dürfte und neben Mohammed Abdellaoue stürmt. Dafür könnte Schlaudraff auf die Position hinter den Spitzen rücken, denn Lars Stindl sah gegen Freiburg seine fünfte Gelbe Karte und muss gegen den VfL passen. Ebenfalls ausfallen wird der portugiesische Mittelfeldspieler Carlitos, der Knieprobleme hat.

Wiedersehen alter Bekannter

Am Samstag kommt es zum Wiedersehen einiger alter Bekannter. Zum einen gaben die heutigen 96-Spieler Jan Schlaudraff und Mikael Forssell ihr Bundesligadebüts im Trikot der Fohlen, und zum anderen wechselte Angreifer Mike Hanke erst in der Winterpause von den „Roten“ zu Borussia. „Wir wünschen ihm, dass er nicht absteigt. Aber es ist auch für uns ein enorm wichtiges Spiel. Wir brauchen die drei Punkte, um Bayern weiter unter Druck zu setzen. Wir müssen an uns denken. Da ist kein Platz für Gefühle“, sagte Hankes Kumpel Sergio Pinto der Bild-Zeitung. Und trotz der vermeintlich klaren Ausgangslage, wenn der Dritte den Vorletzten empfängt, wissen die Hannoveraner um die Schwere der Aufgabe: „Wir waren vor einem Jahr in der selben Situation wie Gladbach und wir wissen, welche Kräfte man in einer solchen Situation mobilisieren kann. Daher sind wir gewarnt, haben aber sicher keine Angst“, so Abwehrspieler Mario Eggimann. Und Slomka ergänzt: „Gladbach ist enorm konterstark.“

Schiedsrichter in der ausverkauften AWD-Arena ist Marco Fritz, seine Assistenten sind Robert Kempter, Wolfgang Walz und Daniel Siebert.

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