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Borussia News

NEWS: 03.05.2011

„Die eigenen Hausaufgaben erledigen“

„Die eigenen Hausaufgaben erledigen“
VfL-Sportdirektor Max Eberl

Standpunkt: Borussias Sportdirektor Max Eberl spricht über den Auswärtserfolg in Hannover, Marco Reus, den Abstiegskampf und die kommende Aufgabe gegen den SC Freiburg.

Borussia hat am Samstag nach einer überzeugenden Vorstellung beim bisherigen Tabellendritten Hannover 96 gewonnen. War das die beste Auswärtsleistung in dieser Saison?

Eberl: Es ist immer schwierig, so etwas einzuordnen, denn auch in Köln und in Leverkusen haben wir sehr gute Auswärtsspiele abgeliefert. Aber aufgrund des Ergebnis, der Qualität unserer vielen heraus gespielten Gelegenheiten und der Tatsache, dass wir keine klare Torchance der Hannoveraner zugelassen haben, war es mit Sicherheit eines unserer besten Auswärtsspiele und ein absolut verdienter Sieg.

Und endlich hat es Borussia einmal geschafft, zwei Siege in Folge zu landen…

Eberl: Wir hätten das natürlich gerne schon eher geschafft, aber der Zeitpunkt war extrem wichtig, um weiter im Rennen zu bleiben. Wir haben jetzt noch zwei schwierige Spiele gegen Freiburg und in Hamburg vor der Brust, aber die beiden jüngsten Siege – wir haben immerhin den deutschen Meister und den Tabellenvierten geschlagen – haben gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können und das muss uns auch in den letzten beiden Partien gelingen.

Viele haben euch belächelt, als ihr gesagt habt, dass ihr von den letzten vier Spielen möglichst drei, am besten sogar alle vier gewinnen wollt. Nun habt ihr die Hälfte dieses Ziels bereits erreicht…

Eberl: Wir wurden ja schon länger belächelt und es wurde gesagt, dass wir nur Durchhalteparolen ausgeben. Aber wenn man die Rückrunde mit den 22 Zählern und die Art und Weise, wie wir diese Punkte eingefahren haben, betrachtet, hat das nichts mit Durchhalteparolen zu tun, denn wir wussten um die Qualität unseres Kaders. In der Hinrunde konnten wir diese aufgrund unserer großen Personalprobleme oftmals nicht abrufen, seit Beginn der Rückserie stehen uns nun fast alle Spieler zur Verfügung – und jetzt zeigt sich die wahre Qualität unseres Kaders. Wir hoffen, dass es nicht zu spät kommt, und dass die gute Rückrunde nun auch dafür reicht, dass wir am Ende die Klasse halten werden.

Unter Lucien Favre hat Borussia in zehn Spielen erst acht Gegentreffer kassiert, ist das der Schlüssel zum Erfolg?

Eberl: Eine stabile Defensive ist immer der Schlüssel des Erfolgs. Wir haben in der vergangenen Saison sehr offensiv gespielt, viele Tore geschossen, aber auch eine Menge kassiert. Aber gerade in so einer schwierigen Situation, in der wir uns in dieser Saison befinden, ist es wichtig, als Mannschaft gemeinschaftlich zu verteidigen. Das haben wir in der gesamten Rückrunde sehr gut gemacht. Es gibt mehrere Beispiele, in denen ein erzieltes Tor gereicht hat, um das Spiel zu gewinnen.

Und vorne ist Marco Reus unersetzlich?

Eberl: Natürlich ist Marco Reus ein Spieler mit enorm großer Qualität, aber man darf auch unsere Tore durch Standardsituationen und die der anderen Spieler nicht vergessen. Da spielen schon mehrere Faktoren eine Rolle als nur Marco Reus. Aber selbstverständlich sind neun Tore und ebenso viele Vorlagen eine herausragende Quote. Das freut mich für Marco, aber auch für den Verein, dass wir so einen Spieler langfristig bei uns haben.

Wie schätzt du die generelle Lage im Abstiegskampf ein?

Eberl: Wir haben gut daran getan, nur auf uns zu schauen und unsere Hausaufgaben zu erledigen. Das gleiche müssen wir jetzt noch zweimal tun. Wenn wir auch die letzten beiden Partien erfolgreich, das heißt mit vier oder im besten Fall mit sechs Punkten abschließen, wäre das enorm wichtig und damit würden wir den Druck auf die anderen Mannschaften weiter erhöhen. Frankfurt und Köln spielen nun gegeneinander, sollte die Eintracht gewinnen, muss Köln wieder zittern, bei einem Unentschieden oder Auswärtssieg haben es die Frankfurter sehr schwer. Aber auch Bremen, das noch zwei schwierige Spiele hat, und Wolfsburg sind noch nicht raus aus dem Abstiegskampf. Es sind immer noch mehrere Vereine betroffen – und das ist auch unsere Chance, weil es sich nicht auf einen Zweikampf mit einem einzigen anderen Team fokussiert.

Im Heimspiel am Samstag gegen den SC Freiburg rechnen viele im Vorfeld mit einem Sieg. Siehst du die Gefahr, dass der Gegner möglicherweise ein wenig unterschätzt wird?

Eberl: Die Freiburger haben nicht umsonst eine fantastische Saison gespielt, sie sind derzeit Tabellensiebter und haben in Cissé einen Top-Torjäger in ihren Reihen. Gerade auswärts haben sie häufig gezeigt, wie gefährlich sie sind, deswegen wird das ein ganz schwieriges Spiel. In der Bundesliga kann jeder jeden schlagen – das haben nicht zuletzt wir in den letzten beiden Spielen bewiesen. Das darf uns nun gegen Freiburg aber nicht umgekehrt passieren – das ist der Druck, mit dem wir in die Partie gehen, aber diesen Druck haben wir schon die gesamte Rückrunde und haben ihm meist standgehalten. Wir haben uns mit den guten Leistungen der vergangenen Wochen eine Stabilität und gute Grundstimmung erarbeitet und mich würde es freuen, wenn zu unserem letzten Heimspiel der Saison am Samstag viele Anhänger den Weg ins Stadion finden, wir ein volles Haus haben und wir mit der Unterstützung der Fans das Spiel erfolgreich gestalten.

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