Im Interview mit unserer Homepage spricht Freiburg-Coach Robin Dutt unter anderem über Top-Torjäger Cissé, die Freiburger Fußballphilosophie und die Auswirkung der Dortmunder Meisterschaft.
Herr Dutt, mit 44 Punkten steht der SC Freiburg aktuell auf dem siebten Tabellenplatz der Bundesliga. Es soll bitte nicht despektierlich klingen, aber spielt Freiburg damit am oberen Limit, wenn man die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins betrachtet?
Robin Dutt: Drücken wir es so aus: Es ist keine Selbstverständlichkeit, mit unserem kleinen Etat nach 32 Spieltagen auf dem siebten Tabellenplatz zu stehen. Da mussten wir schon jede Woche an unsere Grenzen gehen. Dennoch hatten wir speziell in der Rückrunde auch Phasen, in denen mehr Luft nach oben war. Man sollte sich nie mit dem Erreichten zufrieden geben.
Können Sie kurz zusammenfassen, was ihr Team in dieser Saison so stark und vor allem so erfolgreich macht?
Robin Dutt: Ein außergewöhnlicher Teamgeist, hohe Laufbereitschaft und eine sehr gute taktische Disziplin. Dies nicht nur im Spiel, sondern vorbereitend auch in den Trainingseinheiten.
Der Erfolg der Freiburger wird in dieser Saison ganz eng mit Angreifer Papiss Demba Cissé verbunden, der über die Hälfte der Freiburger Treffer erzielte. Kann man ihn als ihren Zielspieler bezeichnen, der in vielen Partien eben den Unterschied macht?
Robin Dutt: Papiss bringt mit seiner außergewöhnlichen Qualität die gute Leistung der Mannschaft zum Abschluss. Sehr viele Tore hat er mit nur einem Kontakt erzielt. Dies zeigt, wie gut es die Mannschaft schafft, ihn in Szene zu setzen.
Auffallend ist, dass Sie ihr Spielsystem nicht nur von Woche zu Woche und damit von Gegner zu Gegner variieren, sondern auch des Öfteren während einer Partie. Wie lange hat es gebraucht, bis ihr Team dies angenommen hat?
Robin Dutt: Die taktischen Veränderungen im Spielsystem sind nicht so gravierend, wie es manchmal aussieht. Wir haben taktische Basics, die wir punktuell je nach Gegner und eigener Leistungsfähigkeit verändern. Die Automatismen sind in einem Prozess der letzten vier Jahre so gereift, dass kleine Veränderungen große Auswirkungen auf das Spiel haben können.
Bei den Clubs, die momentan ihr Potential besonders gut ausschöpfen, nehmen auffallend viele junge Spieler wichtige Rollen ein.
Robin Dutt: Durch die qualitativ stark verbesserte Ausbildung in den Nachwuchsleistungszentren, kommen immer mehr hoch talentierte junge Spieler in den Profibereich. Vielleicht bekommen diese bei den finanziell nicht ganz so starken Vereinen mehr Möglichkeiten, zu spielen. Dass die Qualität sogar ausreicht, Deutscher Meister zu werden, hat Dortmund bewiesen. Diese Meisterschaft wird meiner Ansicht nach große Auswirkungen im Hinblick auf die Kaderzusammensetzung der Vereine in den nächsten Jahren haben. Dennoch tun jeder Mannschaft auch Spieler mit Qualität und Erfahrung gut.
Freiburg wird stets als Topadresse genannt, wenn es um Ausbildungsvereine geht. Wie wichtig ist es für Sie, dass beim SC Freiburg viele Spieler im Kader stehen, die aus der eigenen Fußballschule stammen?
Robin Dutt: Es ist enorm wichtig: Wir schaffen auf diesem Weg nicht nur regionale Identität für Fans und Mannschaft, sondern leben glaubwürdig die Philosophie vom Ausbildungsverein: Mit Ausgaben für den Nachwuchsbereich, die gemessen am Gesamtetat nicht klein sind - aber wir verstehen sie als Investitionen, die uns neben der Anerkennung auch sportlichen Erfolg und Transfererlöse ermöglichen.
In der kommenden Saison werden Sie nicht mehr in Freiburg, sondern in Leverkusen an der Seitenlinie stehen. Im Vergleich zu anderen Trainerwechseln ging ihrer doch recht still und unaufgeregt über die Bühne …
Robin Dutt: Das hat Freiburg mit Leverkusen gemein: Die ganz großen Bühnen mit den Lautsprechern sind in der Liga woanders aufgebaut, es ist ein unschätzbarer Vorteil, in Ruhe arbeiten zu können.
Sie sind in Köln geboren und kehren damit zurück ins Rheinland. Ist ihnen die „rheinische Lebensart“ noch vertraut?
Robin Dutt: Momentan genieße ich noch die südbadische Lebensart in vollen Zügen. Ab Juli werden wir sehen, was vertraut ist und was nicht.
An die Hinrunden-Partie in Freiburg erinnern sich die Borussen nur sehr ungern. In der Anfangsviertelstunde hatte der VfL gleich vier gute Chancen, die Tore erzielte aber ihre Mannschaft und kontrollierte fortan auch die Partie. Was für ein Spiel erwarten Sie heute im BORUSSIA-PARK?
Robin Dutt: Die Borussia hat durch die Spiele gegen Dortmund und Hannover die Situation deutlich verbessert, nicht direkt in die Zweite Liga absteigen zu müssen. Wir haben durch die gute Saison und auch durch den Auswärtssieg beim Hamburger SV eine sehr positive Gefühlswelt. Dies ist eine komplett andere Ausgangslage als noch in der Vorrunde. Daher wird die Borussia alles versuchen, um sich zuhause keinen Ausrutscher zu leisten - und wir werden alles geben, den zweiten Auswärtssieg in Folge zu feiern. Eine interessante Konstellation.













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Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
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Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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