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NEWS: 08.05.2011

In der eigenen Hand

In der eigenen Hand
Nach dem 2:0 von Marco Reus jubeln Roman Neustädter, Mike Hanke und Martin Stranzl mit dem Torschützen.

„Wir sehen uns in der nächsten Saison ganz bestimmt wieder“, sagte Freiburg-Coach Robin Dutt zu Borussias Trainer Lucien Favre und verabschiedete sich aus dem BORUSSIA-PARK.

Der Schweizer bedankte sich, wehrte jegliche Form von verfrühten Glückwünschen aber rigoros ab. „Wir haben noch nichts erreicht. Wenn wir nächste Woche in Hamburg verlieren, und Frankfurt einen Punkt in Dortmund holt, sind wir tot“, warnte Favre vor zu großer Euphorie, die bei einigen begeisterten Fans nach dem gestrigen 2:0-Erfolg gegen den SC Freiburg aufkam. Die große Freude und Erleichterung war verständlich, immerhin war es Borussias dritter Zu-Null-Sieg in Folge – so etwas gab es in der Ersten Bundesliga zuletzt im März 1995.

Auch wenn das große Ziel noch nicht erreicht ist, hat der VfL mit seiner kleinen Siegesserie zumindest die Chance auf den Klassenverbleib enorm vergrößert. Erstmals seit November 2010 nimmt Borussia keinen direkten Abstiegsplatz mehr ein. Durch den gleichzeitigen 2:0-Erfolg des 1. FC Köln in Frankfurt ist Mönchengladbach an der Eintracht vorbei gezogen und liegt vor dem letzten Spieltag am kommenden Wochenende mit einem Zähler Vorsprung auf die Hessen auf dem Relegationsplatz. Selbst die punktgleichen Wolfsburger, die gestern eine 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern hinnehmen mussten und als 15. den ersten Nicht-Abstiegsrang belegen, sind plötzlich wieder in Reichweite. „Es ist ein gutes Gefühl, nicht mehr auf andere angewiesen zu sein. Wir haben es jetzt in der eigenen Hand, zumindest den Relegationsplatz zu behaupten“, so Marco Reus.

Ein hartes Stück Arbeit

Damit es so weit kommen konnte, musste die Borussia gestern jedoch ein hartes Stück Arbeit verrichten. „Ich habe bereits die ganze Woche gesagt, dass es eine schwierigere Aufgabe als in Hannover wird – und so ist es auch gekommen. Wir haben große Mühe gehabt, nach vorne zu spielen. Freiburg war sehr gut organisiert und aggressiv im Pressing. Obwohl wir während des Spiels zwei, dreimal das System umgestellt habe, haben wir keine Lösungen gefunden und uns nur wenige Torchancen erarbeitet“, sagte Favre. Obwohl es spielerisch nicht so gut lief wie zuletzt beim 1:0 in Hannover, verloren die Gastgeber aber niemals die Ruhe und warteten geduldig auf ihre Chance. Und die nutzte Mike Hanke in der 80. Minute zum 1:0 – es war der erste Treffer für den Blondschopf im VfL-Trikot. Nur zwei Minuten später bediente Hanke dann mit einem Traumpass Reus, der mit seinem zehnten Saisontreffer für die Entscheidung sorgte.

„Es war kein Top-Fußballspiel. Die richtige Bewegung, und der richtige Moment haben bei uns gefehlt. Trotzdem sind wir sehr erleichtert über den Sieg, denn der Druck war sehr groß, weil wir unbedingt drei Punkte holen mussten“, sagte Favre. Da wie eingangs erwähnt auch die Konkurrenz mitspielte, geht Borussia mit einer Ausgangsposition in das Saisonfinale, mit der vor einigen Wochen wohl niemand mehr gerechnet hätte. „Spätestens nach der 0:1-Heimniederlage gegen Kaiserslautern hatten uns doch die meisten abgeschrieben. Aber vielleicht war das gar nicht so schlecht für uns, denn dadurch konnten wir mit etwas weniger Druck auftreten. Und jetzt ist die Chance, den Ligaverbleib zu schaffen, wieder greifbar nahe“, freute sich Sportdirektor Max Eberl.

„Nicht auf andere verlassen“

Einen großen Schritt muss Borussia dafür aber noch machen, die am kommenden Samstag ab 15.30 Uhr beim Hamburger SV antreten muss. Parallel gastiert Eintracht Frankfurt bei Borussia Dortmund, und der VfL Wolfsburg bei 1899 Hoffenheim. „Wir sollten nicht den Fehler machen, und uns jetzt auf andere verlassen. In den vergangenen Wochen haben wir nur auf uns geschaut – und das sollten wir auch am nächsten Wochenende tun. Wir wollen unbedingt beim HSV gewinnen, dann kann uns zumindest niemand mehr von Rang 16 verdrängen“, so Reus.

Mit Sicherheit werden am nächsten Samstag tausende VfL-Fans den Weg in den Norden antreten. Auch gestern sorgten sie für eine fantastische Atmosphäre. „Die Fans haben uns enorm gepusht, das war großartig“, meinte Favre. Auch beim Auslaufen am heutigen Sonntagmorgen fanden sich zahlreiche VfL-Anhänger im BORUSSIA-PARK ein. Mit Ausnahme von Roman Neustädter, der aufgrund einer Grippe heute aussetzte, konnten alle Stammkräfte daran teilnehmen.

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