Das 1:1-Unentschieden bei Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende hat gezeigt, dass die Luft bei Hamburger SV noch längst nicht raus ist. Zwischen Tabellenplatz sieben und elf ist noch alles möglich.
Ein Blick auf die Tabelle der Bundesliga verrät, dass es für die Hamburger am morgigen Samstag gegen Borussia entgegen so mancher Expertenmeinung doch um einiges geht. Zwar ist „nach oben“ für die Hanseaten nicht mehr viel drin, Nürnberg als Sechster hat drei Punkte mehr und die um zehn Treffer bessere Tordifferenz, aber der aktuell siebte Platz ist noch nicht in trockenen Tüchern. Hinter dem HSV liegen gleich vier Mannschaften, die ihn noch einholen können, auf Platz elf liegt aktuell mit zwei Zählern Rückstand der VfB Stuttgart.
Für die Schützlinge von Trainer Michael Oenning geht es im letzten Spiel daher nicht nur darum, sich mit einem Sieg zu verabschieden, die eigenen Anhänger nach 0:2 gegen den SC Freiburg im letzten Heimspiel zu versöhnen und sich so mit einem positiven Eindruck in die Sommerpause zu verabschieden, sondern auch um nicht zu verachtende Einnahmen in die Vereinskasse zu spülen. Das Abschneiden am Saisonende entscheidet zum Beispiel über die Verteilung der TV-Gelder und der Unterschied zwischen Platz sieben und elf würde sich somit auch finanziell bemerkbar machen.
Unglaubliche Leistungsspanne
Wie groß die Leistungsspanne bei den Norddeutschen in dieser Spielzeit ist, zeigten die beiden letzten Spieltage. Nach dem 0:2 gegen Freiburg wetterte Schlussmann Frank Rost: „Ich hoffe, der Trainer findet für die letzten zwei Spiele noch elf Leute, die auch Lust haben nach hinten zu arbeiten.“ Abwehrmann Collin Benjamin (seit 2000 beim HSV) bezeichnete die Niederlage als Tiefpunkt. Nur eine Woche später wussten die Oenning-Schützlinge beim Tabellenzweiten aus Leverkusen hingegen voll zu überzeugen. Gerade zum Ende der Partie waren es die Hamburger, die gleich drei hochkarätige Chancen zum Siegtreffer ausließen und sich so mit einem 1:1 „begnügen“ mussten.
Im Vergleich zum Spiel in Leverkusen wird es wohl nur eine Veränderung geben. Zé Roberto kehrt nach seiner Gelbsperre ins Team zurück und ersetzt den nun gelb-gesperrten David Jarolim. Im Tor wird Keeper Rost sein letztes Spiel für den HSV bestreiten. Rost kam im Januar 2007 in die Hansestadt und bestritt bisher 148 Partien für die Norddeutschen, insgesamt kam der 37-Jährige im deutschen Fußball-Oberhaus bislang 425 Mal zum Einsatz. Davor bilden Dennis Diekmeier, Gojko Kacar, Heiko Westermann und Dennis Aogo die Viererkette. Oenning setzt auf ein 4-5-1-System mit den beiden defensiven Mittelfeldleuten Robert Tesche und Zé Roberto, und einem Offensiv-Trio bestehend aus Tomas Rincon, Heung-Min Son und Eljero Elia. Als einzige Angriffsspitze lief gegen Leverkusen Paolo Guerrero auf, wobei die drei offensiven Mittelfeldakteure die sich bietenden Lücken nutzen sollen. Mladen Petric, Marcell Jansen und Guy Demel stehen dem HSV aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung. Ruud van Nistelrooy hat dagegen seinen Muskelfaserriss überstanden und steht für einen Einsatz bereit.
Personeller Umbruch
„Wir wollen dem Abschiedsgedanken gerecht werden, ohne dabei die sportliche Komponente zu vernachlässigen, denn wir müssen das Spiel sehr ernst nehmen“, sagte Oenning. Neben Rost werden morgen nämlich noch weitere HSV-Akteure verabschiedet. So konnte sich der 36-jährige Zé Roberto mit seinem Arbeitgeber nicht auf die Laufzeit eines neuen Vertrages einigen. „Wir hätten Zé gern noch für ein Jahr bei uns gesehen. Er möchte allerdings gern einen längerfristigen Vertrag unterschreiben", erklärte Sportchef Bastian Reinhardt.
Die Trennung von dem Südamerikaner passt aber insgesamt zum Personalumbruch, der dem HSV im Sommer bevorsteht. Auch Torjäger van Nistelrooy, Mittelfeldspieler Piotr Trochowski (zum FC Sevilla) und Collin Benjamin werden den Club verlassen. Ob noch weitere dazukommen, ist aktuell nicht ausgeschlossen. Auf den neuen Sportdirektor Frank Arnesen, der aktuell noch beim FC Chelsea tätig ist und seinen Job erst nach dem 23. Mai (letzter Spieltag der Premier League) antritt, wartet daher viel Arbeit. Der Blick geht beim HSV nach vorne – heute schon.













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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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