Dank einer sensationellen Aufholjagd hat Borussia in den letzten Wochen der Saison doch noch den Relegationsplatz erreicht. Bis es so weit war, mussten die Mönchengladbacher gestern ein wahres Wechselbad der Gefühle durchleben
Dass das Saisonfinale im Kampf gegen den Abstieg extrem spannend werden würde, war im Vorfeld abzusehen - so dicht lagen vor dem 34. Spieltag der VfL Wolfsburg (in Hoffenheim), Borussia (in Hamburg) und Eintracht Frankfurt (in Dortmund) beisammen. Lange Zeit tat sich auf allen drei Plätzen nichts. Für den ersten Treffer war dann Juan Arango verantwortlich. Der Venezolaner zirkelte einen Freistoß aus fast 30 Metern ins linke, untere Eck und brachte Borussia ihrem Ziel damit einen großen Schritt näher.
Erst recht, als kurz nach der Pause Hoffenheim gegen Wolfsburg in Führung ging. Als dieses Zwischenergebnis auf der Anzeigetafel in Hamburg eingeblendet wurde, schallte ein kollektiver Jubelschrei durch die Imtech-Arena, wo mehr als 8.000 VfL-Fans ihr Team unterstützten. Zwar hatte auch Frankfurt beim BVB das 1:0 erzielt, dennoch war Borussia zu diesem Zeitpunkt gerettet. Doch das Blatt wendete sich binnen weniger Minuten. Erst traf Wolfsburg zum 1:1, dann mussten die Fohlen den Ausgleich hinnehmen. „Das Tor ist zwangsläufig gefallen, wir hatten in der zweiten Halbzeit zu viele Ballverluste“, sagte VfL-Coach Lucien Favre und gab die passende Erklärung dafür ab: „Als wir erfahren haben, dass Frankfurt führt, haben wir die Orientierung verloren. Du guckst auf die Anzeigetafel und weißt, beim nächsten Tor bist du tot. Das kann kein Spieler der Welt ausblenden.“
Platz 16 behauptet
Durch den Abstauber-Treffer von Änis Ben-Hatira wäre der VfL in der virtuellen Tabelle beinahe auf den 17. Rang abgerutscht. Doch fast zeitgleich hatte Dortmund gegen Frankfurt ausgeglichen, wodurch Borussia weiter 16. war – und diesen Platz behauptete sie bis zum Schlusspfiff. Zu mehr hätte es ohnehin nicht mehr reichen können, da Wolfsburg den Spieß komplett drehte und damit den Ligaverbleib perfekt machte. „Wir wollten unser Spiel gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Deshalb können wir froh sein, dass Dortmund die Partie noch gedreht hat. Wir haben durch die Reaktionen der Fans natürlich mitbekommen, was los war. Insgesamt können wir sehr froh sein, dass wir den 16. Platz geschafft haben", sagte Marco Reus
Tatsächlich ist dieser Relegationsplatz ein Ergebnis, das die breite Öffentlichkeit der Borussia weder nach der Hinrunde, die sie mit nur zehn Zählern abgeschlossen hatte, noch vor wenigen Wochen zugetraut hätte. Nach dem 22. Spieltag betrug der Rückstand des VfL auf den Relegationsplatz sieben Zähler. Eintracht Frankfurt und der FC St. Pauli, die Borussia nun beide hinter sich ließ, waren sogar auf elf beziehungsweise zwölf Punkte enteilt. Doch unter Lucien Favre, der die Mannschaft ab dem 23. Spieltag als Nachfolger von Michel Frontzeck übernahm, kehrten die Fohlen in die Erfolgsspur zurück. Sechs Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen lautet die Bilanz des Schweizers, der immer wieder betonte, dass es noch möglich sei, den Abstieg zu vermeiden. Vor allem dank des furiosen Schlussspurts mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen hat es Borussia nun selbst in der Hand, im Nachsitzen den Ligaverbleib zu sichern.
„Müssen erstklassig bleiben“
„Wir haben Platz 16 gewonnen, das ist ein wichtiger Schritt. Glückwünsche nehme ich aber nicht an, denn noch haben wir den Klassenerhalt nicht erreicht. Wir haben aber nun in der Relegation die Chance in der Liga zu bleiben – und die wollen wir nutzen“, sagte Sportchef Max Eberl. In die gleiche Kerbe schlugen auch die Spieler. „Wir sollten die Relegation als große Chance sehen, in der wir möglichst beide Spiele gewinnen wollen“, meinte Marc-André ter Stegen. „In meinem Kopf gibt es nur einen Gedanken. Wir müssen erstklassig bleiben. Für mich spielt es keine Rolle, dass wir dafür nun in die Relegation müssen“, ergänzte Dante.
Einigkeit herrschte auch, dass man dafür wieder ein anderes Gesicht zeigen muss als gestern in der zweiten Halbzeit, in der Borussia phasenweise zu passiv agierte. „Es wurde zu wenig nach hinten gearbeitet, und auch die Bewegung nach vorne war nicht mehr gut. So darf man nicht auftreten. Aber vielleicht war das vor den beiden Relegationsspielen ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“, meinte Martin Stranzl.
Gegen Bochum oder Fürth
Auf wen Borussia dabei trifft, entscheidet sich am heutigen Nachmittag, an dem der 34. Spieltag in der Zweiten Bundesliga ausgetragen wird. Um den dritten Platz streiten sich noch der VfL Bochum (gegen Duisburg) und Greuther Fürth (gegen Düsseldorf). „Egal, wer von beiden unser Gegner wird, es wird schwierig. Die Zweite Liga ist gerade im oberen Tabellendrittel sehr ausgeglichen. Bochum hat eine sehr erfahrene und arrivierte Mannschaft, Fürth ein junges Team mit viel Elan und Spielwitz. Natürlich geht man als Bundesligist als Favorit in die Relegation, aber jeder weiß, dass in zwei Spielen alles passieren kann“, so Eberl.
Für die Vorbereitung auf das Hinspiel bleiben den Borussen nur wenige Tage Zeit, denn bereits am Donnerstag ab 20.30 Uhr steht im BORUSSIA-PARK das Hinspiel gegen den Drittplatzierten der Zweiten Bundesliga an. Heute stand für die Borussen eine Regenerationseinheit an, bevor am morgigen Montag ab 15 Uhr die kurze Trainingswoche beginnt.













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Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
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Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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