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NEWS: 18.05.2011

Schwer auszurechnen

Schwer auszurechnen
Der VfL Bochum hat sich im Laufe der Saison zu einer starken Einheit entwickelt.

Borussias Gegner in der Relegation, der VfL Bochum, hat dank einer bärenstarken Rückrunde in der Zweiten Bundesliga den dritten Platz erreicht. Trainer Funkel setzt auf eine Mischung aus erfahrenen Spielern und Eigengewächsen.

Dass die Bochumer noch die Möglichkeit auf die sofortige Rückkehr in die Erste Liga erhalten, danach sah es lange Zeit nicht aus. Nach dem 13. Spieltag lag der VfL noch auf Rang zwölf und war damit im Niemandsland der Tabelle angekommen. Doch im Anschluss gewannen die Bochumer acht Spiele in Folge, setzten diese Erfolgsserie in der Rückrunde fort und landeten am Ende verdientermaßen auf dem dritten Platz.

Vor allem in der Abwehr steht der VfL sehr geordnet, in 17 Rückrundenpartien kassierte er nur 14 Gegentreffer. „Die ganze Mannschaft arbeitet defensiv sehr geschlossen und präsentiert sich als Einheit“, erklärt Torwart Andreas Luthe, der nach vier Spieltagen Philipp Heerwagen im Tor ablöste. Darüber hinaus zog Coach Friedhelm Funkel im Laufe der Saison einige personelle Konsequenzen, unter anderem sortierte er Mergim Mavraj, Milos Maric und Marc Pfertzel aus und beorderte Mimoun Azaouagh wieder zurück in den Kader. Der flinke Dribbler ist nicht der einzige Hoffnungsträger in der Offensive, denn neben ihm präsentierten sich zuletzt auch Paul Freier und Giovanni Federico in blendender Verfassung.

Spielphilosophie verinnerlicht

Bochum setzt aber nicht nur auf gestandene Akteure, sondern vertraut auch Eigengewächsen wie Matthias Ostrzolek und Mirkan Aydin. Dabei haben die Funkel-Schützlinge die Spielphilosophie ihres Trainers längst verinnerlicht. Abhängig vom Gegner und Spielstand setzt Funkel auf ein 4-5-1 mit zwei offensiven Außen oder eben auf ein sehr offensiv ausgerichtetes 4-3-3-System. „Wir sind schwer auszurechnen, weil wir gerade im vorderen Bereich jede Menge Auswahl haben“, sagt Funkel. „Der Gegner weiß nie, auf wen er sich einstellen muss.“ Nicht einmal Top-Torjäger Chong Tese (zehn Tore, drei Assists) hat seinen Platz sicher. Gegen Duisburg setzte Funkel zuletzt auf Aydin, der mit seinen beiden Toren das Vertrauen zurückzahlte. Und auch auf den Außenbahnen kann Funkel bunt mischen: Neben Freier, Azaouagh und Federico kämpfen noch Zlatko Dedic, Mahir Saglik und Marc Rzatkowski um zwei Plätze. Dazu kommt noch Winter-Neuzugang Ümit Korkmaz, der in zwölf Spielen drei Treffer erzielte und zwei weitere vorbereitete.

Im Gegensatz zur Offensive setzt Funkel in der Abwehr auf einen festen Stamm, dabei bilden die Routiniers Christoph Dabrowski und Marcel Maltritz das Herzstück. Der 31-jährige Maltritz, der seit 2004 beim VfL spielt, sorgt zusammen mit Anthar Yahia für Stabilität in der Innenverteidigung, Kapitän Dabrowski im defensiven Mittelfeld für die richtige Balance zwischen „vorne und hinten“. Als Vorkämpfer und Anführer ist der 32-Jährige unverzichtbar – gerade in entscheidenden Spielen, wenn es darum geht, die Nerven im Griff zu haben. Das gilt gegen Borussia für gleich fünf VfL-Akteure ganz besonders, die mit jeweils vier Gelben Karten in die Partie gehen. Kevin Vogt, Giovanni Federico, Andreas Luthe, Marcel Maltritz und Björn Kopplin würden bei einer erneuten Verwarnung im Rückspiel in Bochum fehlen.

"Richtige Schlüsse gezogen

„Nach der Hinrunde habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass Gladbach noch die Relegation erreicht. Aber Lucien Favre hat die richtigen Schlüsse gezogen und die Mannschaft wieder stabil gemacht. Es ist richtig schwer, gegen Gladbach Tore zu schießen“, sagte Funkel in der gestrigen Pressekonferenz. Der Darstellung von VfL-Coach Lucien Favre, dass die Chancen bei 50:50 stünden, widersprach Funkel: „Der Bundesligist ist immer leichter Favorit, aber auch Außenseiter haben oft bewiesen, dass sie Favoriten schlagen können.“

Bochums Coach kann möglicherweise wieder mit Mimoun Azaouagh planen. Der Mittelfeldspieler, der wegen einer Bänderdehnung im letzten Saisonspiel gegen Duisburg nicht zum Kader gehörte, trainiert seit Dienstag wieder mit der Mannschaft. „Er ist eine größere Option, als er es noch für das Spiel gegen Duisburg war“, sagte Funkel, der am Dienstagnachmittag mit allen 24 gesunden Spielern ins Trainingslager nach Krefeld reiste. Im Hinspiel will Funkel vor allem Vorsicht walten lassen: „Wir wollen defensiv gut stehen und vorne jede Möglichkeit nutzen. Die Gladbacher haben auch Respekt vor uns. Sie wollen auch wenig Fehler machen, weil die wissen, dass wir Fehler auch ganz gut ausnutzen können. Das Spiel wird von Taktik geprägt sein.“

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