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NEWS: 20.05.2011

Gute Ausgangsposition

Gute Ausgangsposition
VfL-Coach Lucien Favre jubelt über den Last-Minute-Treffer.

Mit dem gestrigen Last-Minute-Sieg gegen den VfL Bochum hat sich Borussia eine gute Ausgangsposition für das Relegations-Rückspiel am kommenden Mittwoch ab 20.30 Uhr im Rewirpowerstadion verschafft.

Die meisten der 54.057 Zuschauer im ausverkauften BORUSSIA-PARK hatten sich wohl schon auf ein torloses Unentschieden eingestellt. Auch VfL-Coach Lucien Favre hatte sich bereits mehr oder minder mit diesem Ergebnis angefreundet. „Wir waren bereit, mit dem 0:0 zu leben, auch wenn man natürlich immer auf ein spätes Tor hofft “, gab der Schweizer später zu.

Die Nachspielzeit war bereits so gut wie abgelaufen, als Havard Nordtveit den Ball per Einwurf in den Strafraum der Gäste beförderte und es turbulent wurde. Ein Bochumer Abwehrspieler verlängerte das Leder genau auf den Kopf von Igor de Camargo, Keeper Andreas Luthe fischte den Ball aber mit einem fantastischen Reflex aus der Ecke. Juan Arango holte sich den Abpraller und brachte die Kugel wieder nach innen. Mike Hanke säbelte drüber, doch ein Klärungsversuch eines Bochumers landete genau auf dem Fuß von de Camargo, der den Ball artistisch unter die Latte bugsierte. Favre sprang freudestrahlend in die Luft und riss seine Arme in die Höhe, während sich an der Eckfahne um den Torschützen eine große Jubeltraube bildete. Auch auf den Rängen gab es kein Halten mehr, die Fohlen-Fans lagen sich kollektiv in den Armen – der gesamte BORUSSIA-PARK bebte. Dabei war es schon zuvor mächtig laut im Stadion, die Stimmung war grandios, und dieser Funke sprang im Endspurt der Partie endgültig auf die Mannschaft über!

„Die Ruhe bewahren“

Schiedsrichter Günter Perl pfiff die Partie gar nicht erst wieder an. Damit war klar, Borussia hatte sich dank des Last-Minute-Siegtores von de Camargo eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch gesichert. „Wir müssen die Ruhe bewahren und nächste Woche noch einmal intelligent spielen, dann werden wir die Klasse halten“, sagte der Angreifer, der erst in der 67. Minute in die Partie kam, weil er nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. „Es war logisch, Igor bei diesem Spielstand und in dieser Situation zu bringen, denn wir wissen, dass er Tore schießen kann – und sein Treffer ist enorm wichtig für uns“, erklärte Favre nach dem 1:0-Erfolg.

Lange Zeit rannte Borussia vergeblich das Gäste-Gehäuse an, gerade im ersten Durchgang gab es kaum ein Durchkommen gegen die kompakte Bochumer Abwehr. „In den ersten 45 Minuten haben wir zu häufig versucht, durchs Zentrum statt über die Seite zu spielen“, sagte Favre. „Nach dem Wechsel haben wir mehr Druck gemacht, und dabei trotzdem nie die Geduld verloren.“ Dieser Druck wurde von Minute zu Minute größer, auch weil die Gladbacher-Fans ein feines Gespür bewiesen und wie oben erwähnt vor allem in der zweiten Halbzeit für eine durchgehend, fantastische Stimmung sorgten. „Die Anhänger standen immer hinter uns und haben gemerkt, dass die Mannschaft alles probiert und gegeben hat. Am Ende war es unglaublich. Die Unterstützung hat uns sehr geholfen“, lobte Favre. Auch dadurch kamen die Fohlen in der Schlussphase mehrfach zu guten Einschussmöglichkeiten. Favre: „Bochum ist sehr gut organisiert, man findet kaum eine Lücke, trotzdem haben wir drei klare Chancen gehabt, die der Torwart super gehalten hat.“ Nur gegen de Camargos Volleyschuss in der Nachspielzeit war Luthe ohne Abwehrchance.

„Ein wichtiger Schritt“

„Das Ergebnis ist gut, aber es war nur eine Etappe und ein wichtiger Schritt, wir haben nach wie vor noch nichts erreicht“, warnte Favre vor zu großer Euphorie. Er weiß, dass sein Team im Rückspiel erneut eine Top-Leistung abrufen muss, um das große Ziel zu erreichen. Das 1:0 ist keinesfalls ein Ruhekissen, Borussia hat sich lediglich eine gute Ausgangslage für den zweiten Teil der Relegation geschaffen. „Es sind noch 90 oder vielleicht sogar 120 Minuten zu spielen – und das Rückspiel wird ein ähnlich hartes Stück Arbeit“, sagte Favre.

Drei Akteure überstanden das Hinspiel nicht unbeschadet, und konnten am heutigen Auslaufen nicht teilnehmen. Arango erlitt eine Schulterprellung, Hanke klagte über Beschwerden am Sprunggelenk und Marco Reus über muskuläre Probleme im Oberschenkel. „Marco hat bereits nach zehn Minuten etwas gespürt. In der Pause hat er gesagt, dass er weiter machen kann, aber am Ende hat er signalisiert, dass er ausgewechselt werden möchte“, so Favre. Am morgigen Samstag haben alle Borussen frei, ehe am Sonntag ab 16 Uhr die Vorbereitung auf das Rückspiel eingeläutet wird.

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