Seit 35 Jahren ist VfL-Coach Friedhelm Funkel im Profifußball tätig, hat über 1.000 Spiele hinter sich und stieg als Trainer bislang fünfmal auf. Vor dem morgigen Relegations-Rückspiel Borussias in Bochum stellen wir ihn vor.
Nein, für die große Show steht er nicht. Er gehört eben nicht der neuen, hippen Generation der Bundesligatrainer an, die das Scheinwerferlicht beinahe suchen. Er wirkt eher etwas unnahbar, kommt in Interviews sogar teilweise mürrisch rüber. Das klingt vielleicht nicht gerade aufregend. Aber nach 20 Jahren als Trainer besitzt Bochums Trainer Friedhelm Funkel die Gelassenheit, sich treu zu bleiben – mit Erfolg.
Vor der Saison gab es bei den Bochum-Anhängern nicht nur Jubelschreie, als die Verpflichtung von Funkel bekannt wurde. Nach einer Saison mit gerade einmal zwei Heimsiegen sehnte man sich beim VfL nach einem Neuanfang, vielleicht sogar einer Neuausrichtung des Vereins. Gerade selbst gemeinsam mit Hertha BSC Berlin aus der Bundesliga abgestiegen, hatte sich so mancher einen Neuanfang anders vorgestellt. Warum? Das kann heute eigentlich keiner mehr richtig beantworten. Vielleicht, weil Funkel die Idealbesetzung war. Bochum passt zu Funkel und Funkel passt zu Bochum.
Funkel steht für ehrliche Arbeit
Der 57-Jährige steht für ehrliche Arbeit, eine Tugend, die zu den Grundwerten der Arbeiterstadt Bochum zählt. Funkel steht tendenziell eher für zweckmäßigen, im Zweifel defensiven Fußball. Dieses Image lebt er und hat auch überhaupt nicht vor, diese öffentliche Wahrnehmung zu ändern. Bei genauer Betrachtung stellt man aber fest, dass der Fußballlehrer keinesfalls Mauerfußball spielen lässt. Von 34 Spielen in der Saison gewannen die Bochumer 20, lediglich Meister Berlin siegte öfter (23). Mit gerade einmal fünf Unentschieden trennte sich kein Team seltener remis. Das Spielsystem ist keinesfalls nur auf Torverhinderung ausgerichtet. Funkel lässt stets mit zwei offensiven Außen spielen, die man auch ohne weiteres als Außenstürmer bezeichnen könnte. Dies zu erklären oder gar rauszuposaunen, ist aber nicht Funkels Art.
Auf seine fünf Aufstiegen mit Bayer Uerdingen (1992, 1994), dem MSV Duisburg (1996), dem 1. FC Köln (2003) und Eintracht Frankfurt (2005) kann der gebürtige Neusser mit Stolz zurückblicken – öfter in die deutsche Eliteklasse aufzusteigen, hat dies bisher keiner geschafft. Sein Einstand in der ersten Bundesliga, damals noch als Spieler, liegt 36 Jahre zurück, im August 1975. Rot-Weiss Essen gegen Bayer Uerdingen hieß das Spiel, und Funkel traf direkt in seiner ersten Partie. Allein schon an der damaligen Paarung lässt sich erkennen, wie viel Funkel in seiner Karriere schon erlebt hat.













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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
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