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Borussia News

NEWS: 30.05.2011

„Jetzt wieder voll auf Fußball konzentrieren“

„Jetzt wieder voll auf Fußball konzentrieren“

Standpunkt: Borussias Präsident Rolf Königs über die gestrige Jahreshauptversammlung.

Herr Königs, Borussia hat gestern eine eindrucksvolle Jahreshauptversammlung erlebt. Mehr als 5.000 Mitglieder waren dabei. Wie fällt einen Tag danach Ihr Fazit aus?

Rolf Königs: Eindrucksvoll ist genau das richtige Wort. Unsere Mitgliederversammlung gestern war eine Demonstration des Zusammenhalts der großen Borussia-Familie. Schon als ich zum Stadion gefahren bin und gesehen habe, dass die Fans aus ganz Deutschland, ja sogar aus der Schweiz, angereist kamen, um bei dieser wichtigen Versammlung dabei zu sein, war ich beeindruckt. Da konnte man schon sehen: Die Leute haben ein großes Interesse an Borussia und an der Zukunft des Vereins.

In der Versammlung war von Beginn an klar, dass es für die so genannte „Initiative Borussia“ schwer werden würde, ihren Antrag durchzubekommen. Haben Sie das auch so wahrgenommen?

Rolf Königs: Ja, darauf ließ die Verteilung des Beifalls zu den verschiedenen Redebeiträgen schon schließen. Ich muss der aktiven Fanszene von Borussia ein sehr, sehr großes Kompliment machen: Mit diesem Engagement unserer Mitglieder und ihrem klaren Bekenntnis zum Verein hat die „Initiative“ sicher nicht gerechnet.

Die „Initiative“ hat für ihren Antrag nur sieben Prozent statt der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit bekommen. Hätten Sie mit einem so eindeutigen Votum der Mitglieder gerechnet?

Rolf Königs: Ich habe damit gerechnet, dass der Antrag abgelehnt wird, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Mitglieder die Absichten der „Initiative“ nicht durchschauen würden. Von so einem klaren Ergebnis bin ich aber nicht unbedingt ausgegangen. Die „Initiative“ hat Borussias Fans unterschätzt.

Der Frontmann der Gruppe, Stefan Effenberg, ist gar nicht mehr bis zur Abstimmung über den Antrag geblieben. Hat Sie das überrascht?

Rolf Königs: Ja, ich habe damit gerechnet, dass er auf jeden Fall aufstehen und für sich und seine Gruppe werben würde. Aber er hat wohl gesehen, dass die Sache aussichtslos ist und dann darauf verzichtet. Wir werden nie ein schlechtes Wort über ihn verlieren, denn er war ein großer Spieler bei Borussia. Was er in den letzten Wochen gemacht hat, war natürlich nicht richtig. Das war der falsche Weg, das haben ihm die Mitglieder quittiert.

Es gab drei weitere Anträge von einer anderen Gruppierung, der „Mitgliederoffensive“. Zwei wurden angenommen, einer abgelehnt.

Rolf Königs: Die zwei angenommenen Anträge haben wir unterstützt, denn es waren Dinge, die sich mit unseren Vorstellungen decken. Dass der dritte Antrag nicht angenommen wurde, freut mich, denn so bleibt es dabei, dass das Präsidium einheitlich von dem zu 100 Prozent von den Mitgliedern gewählten Aufsichtsrat gewählt wird. Das ist gut so.

Neben den erfreulichen Abstimmungen gab es allerdings auch Kritik an der Vereinsführung. Wie gehen Sie damit um?

Rolf Königs: Wir haben unsere Ziele in dieser Saison nicht erreicht, auch wenn wir am Schluss eine unglaubliche Aufholjagd hingelegt und den Klassenerhalt geschafft haben. Insofern kann ich den Unmut der Mitglieder verstehen. Und als Präsident übernehme ich dafür die Verantwortung und halte meinen Kopf hin. Ich bin vom Aufsichtsrat bis 2013 gewählt und stehe zu meiner Zusage. Die Kritik, die geäußert wurde, nehme ich sehr ernst. Wir wissen, was wir verbessern müssen und wir arbeiten daran.

Borussia hat auf die öffentlich vorgetragenen Attacken der „Initiative“ monatelang so gut wie gar nicht reagiert. Erst nach dem ersten Relegationsspiel hat der Verein seinen Standpunkt nach außen getragen, dann allerdings sehr deutlich und mit Interviews in vielen unterschiedlichen Medien. War dies eine bewusste Strategie?

Rolf Königs: Ja, wir haben diese Gangart schon im Dezember beschlossen, direkt nachdem die „Initiative“ mit ihren Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen ist. Für uns hatte der Kampf um den Klassenerhalt oberste Priorität, denn wir haben immer daran geglaubt, dass wir den Abstieg noch vermeiden können. Deshalb wollten wir so wenig Unruhe wie möglich. Am Schluss mussten wir dann aber raus und unsere Meinung sagen, das haben die Mitglieder auch so erwartet. Ab heute wollen wir uns aber wieder voll auf Fußball konzentrieren. Wir freuen uns auf die Frauen-WM hier im BORUSSIA-PARK und wir freuen uns auf die Vorbereitung unserer Mannschaft auf die Saison 2011/12.

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