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NEWS: 14.06.2011

„Mischung aus gestandenen und jungen Spielern“

„Mischung aus gestandenen und jungen Spielern“
Vize-Präsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Vize-Präsident Rainer Bonhof spricht über Borussias Neuzugänge, weitere Personalien und die FIFA Frauen WM 2011 im eigenen Land.

Herr Bonhof, am Pfingstwochenende waren Sie beim Schützen-und Heimatfest in Korschenbroich „Unges Pengste“ im Einsatz. Wie kam es dazu?

Bonhof: Ich bin schon seit sieben Jahren regelmäßig dabei. Mein Freundeskreis trifft sich dort, man lässt zusammen die Seele baumeln, hat gemeinsam Spaß und pflegt Brauchtum und Tradition. Das war nach all dem Rummel der letzten Wochen eine schöne Abwechslung.

In neun Tagen geht die Vorbereitung auf die neue Saison los. In Oscar Wendt stellte Borussia am Wochenende einen Neuzugang vor. Was erwarten Sie sich von dem schwedischen Linksverteidiger?

Bonhof: Wir hatten auf dieser Position zuletzt eigentlich keine größeren Sorgen, weil Filip Daems in den vergangenen Monaten sehr gut gespielt hat. Dennoch haben wir uns nach einer Alternative umgesehen, um auf der linken Seite für Konkurrenzkampf zu sorgen. Oscar hat sich beim FC Kopenhagen bewiesen, hat dort Champions League gespielt und ist aktueller schwedischer Nationalspieler. Ich denke, dass er uns sportlich weiterhelfen wird.

Wendt ist mit 25 Jahren alles andere als ein alter Hase. Mathew Leckie (20) und Joshua King (19), die ebenfalls kommen werden, sind noch jünger. Gleiches gilt für Lukas Rupp (20) und Matthias Zimmermann (18), die im Gespräch sind …

Bonhof: Ja, und das ist genau das, was wir uns seit dem letzten Jahr vorgenommen haben, nämlich ein gesunde Mischung aus gestandenen und jungen Spielern zu schaffen. Die jungen Leute müssen den Kampf annehmen und versuchen, die arrivierteren Akteure zu verdrängen. Und es ist ja nicht so, dass wir nur extern junge Spieler holen, wir ziehen auch den Nachwuchs aus den eigenen Reihen wie Dennis Dowidat, Julian Korb, Elias Kachunga oder Janis Blaswich hoch. Sie alle können sich in der ersten Mannschaft beweisen, und dann wird der Trainer entscheiden, wer der beste auf der jeweiligen Position ist.

Wie ist der Stand der Dinge in den Verhandlungen mit Lukas Rupp und Matthias Zimmermann und warum hat Borussia ein Auge auf sie geworfen?

Bonhof: Matthias Zimmermann hat beim Karlsruher SC meist auf der rechten Seite der Viererkette gespielt, aber er kann auch im defensiven Mittelfeld spielen. Sein Teamkollege Lukas Rupp kann sowohl hinter den Spitzen als auch im Mittelfeld eingesetzt werden. Beide Spieler sind somit nicht auf eine Position fixiert. Auf diese Variabilität legt Lucien Favre großen Wert, deshalb sind diese beiden Spieler interessant für uns. Aber es ist natürlich immer etwas schwieriger, wenn man Spieler mit laufenden Verträgen verpflichten möchte. Sie haben beide signalisiert, dass sie zu uns wechseln möchten, und nun laufen die Gespräche mit dem Karlsruher SC. Damit ist der erste Schritt von unserer Seite getan und ich hoffe, dass wir das Ganze bis zum Trainingsauftakt geregelt bekommen.

Michael Bradley, den Borussia im vergangenen halben Jahr zu Aston Villa ausgeliehen hat, wird wohl nicht zurückkehren. Können Sie etwas zu seiner Personalie sagen?

Bonhof: Die Engländer haben die Kaufoption gezogen, und wir sind uns mit ihnen einig. Jetzt muss Michael nur noch mit Aston Villa übereinkommen. Für Michael ist ein Traum wahr geworden, denn er wollte ja immer in der englischen Premier League spielen. Deswegen denke ich nicht, dass es noch ein großes Hindernis geben wird, und er sich bald mit den Verantwortlichen einigen wird.

Dagegen erhält Raul Bobadilla nach seinem sechsmonatigen Aufenthalt in Griechenland bei Aris Saloniki eine neue Chance. Was erwarten Sie von ihm?

Bonhof: Wir haben ihn bewusst ohne Kaufoption ausgeliehen, weil wir nach wie vor von ihm überzeugt sind. Er hat in Saloniki eine andere europäische Liga kennen gelernt, hat hoffentlich seine Schlüsse aus der Vergangenheit gezogen und jetzt den Kopf wieder frei. Wir wissen, was wir an Raul haben, wenn er sich auf das Wesentliche, sprich den Fußball, konzentriert, denn große sportliche Qualität hat er zweifellos.

Am Wochenende wurde die erste Runde des DFB-Pokals ausgelost. Borussia muss zunächst bei Jahn Regensburg antreten. Was sagen Sie zu diesem Los?

Bonhof: Für die erste Runde ist das auf jeden Fall eine machbare Aufgabe. Als Drittligist dürfte auch keine Gefahr bestehen, dass irgendjemand diesen Gegner unterschätzt. Bis zu dem Spiel haben wir unsere komplette Mannschaft beisammen, so dass ich zuversichtlich bin, dass wir die Runde schadlos überstehen werden.

Derzeit wird der BORUSSIA-PARK für die FIFA Frauen-WM fit gemacht. Spüren Sie selbst schon Vorfreude auf das Turnier vom 26. Juni bis 17. Juli?

Bonhof: Die Vorfreude ist bei mir schon etwas länger da, seit wir die Relegation für uns entschieden haben. Ab diesem Zeitpunkt konnte man abschalten und sich auf die Weltmeisterschaft freuen. Inzwischen ist einem richtig bewusst, dass das nächste Großereignis vor der Tür steht. Ich bin froh, dass unsere Stadt dem Wunsch entsprochen hat, eine Fan-Meile anzubieten und bin überzeugt, dass die WM für die ganze Stadt ein Riesenerlebnis wird.

Drei Spiele finden im BORUSSIA-PARK statt. Welche Bedeutung hat das für Mönchengladbach?

Bonhof: Wir empfangen in Brasilien, Australien, Frankreich, Deutschland und den beiden Halbfinalisten sehr interessante Teams im BORUSSIA-PARK und haben sozusagen die Welt zu Gast in Mönchengladbach. Wir wollen uns als gute Gastgeber und als Sportstadt präsentieren – und wenn sich das herum spricht, können wir natürlich auch noch nach der WM davon partizipieren.

Das Spiel mit deutscher Beteiligung ist schon ausverkauft. Glauben Sie, dass das Stadion auch bei den anderen beiden Spielen voll wird?

Bonhof: Beim Spiel zwischen Brasilien und Australien bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das Stadion noch voll bekommen werden, weil jetzt die Berichterstattung – gerade über die Brasilianerinnen, die ja zu den Mitfavoriten gehören – zunehmen wird. Beim Halbfinale wird der Zuspruch vermutlich erst zu einem späteren Zeitpunkt größer, wenn absehbar ist, wer dort aufeinander trifft.

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