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Borussia News

NEWS: 20.06.2011

„Wir haben nicht vor, Dante abzugeben“

„Wir haben nicht vor, Dante abzugeben“

Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl über den Stand der Kaderplanung, das Interesse an Logan Bailly, den bevorstehenden Vollzug bei Michael Bradley und Joshua King und den Beginn der Saisonvorbereitung.

Am Donnerstag beginnt bei Borussia die Vorbereitung auf die neue Saison. Wird der Kader dann schon komplett sein?

Max Eberl: Nein, sieben Spieler fehlen noch, weil sie nach der vergangenen Saison noch Länderspiele hatten und deshalb etwas mehr Urlaub bekommen haben. Sie werden, mit Ausnahme von Juan Arango, der mit Venezuela noch bei der Copa America spielt, am 27. Juni im Trainingslager in Bad Wörishofen zur Mannschaft stoßen. Und ich gehe auch davon aus, dass es im Laufe der Vorbereitung noch Veränderungen im Kader ergeben wird.

Sind noch weitere Zugänge geplant?

Max Eberl: Ich denke, dass sich eher noch etwas auf der Abgangsseite tut. Es gibt den einen oder anderen Spieler, der mit seiner Rolle bei uns nicht zufrieden ist und versucht, einen neuen Verein zu finden. Die Transferperiode geht ja noch bis zum 31. August, also noch über zwei Monate. Momentan ist noch verhältnismäßig Ruhe, die Erfahrung zeigt, dass in fast allen Vereinen die Kader erst Ende August endgültig stehen. Und natürlich halten wir auch die Augen auf, beobachten den Markt, um eventuell noch reagieren zu können.

Ein Spieler, der sich offenbar gerne verändern würde, ist Dante. Das hat er jetzt noch einmal in Interviews unterstrichen. Er sagt, dass man ihm zugesichert habe, Angebote zu prüfen, wenn es welche gibt. Wie ist da der Stand?

Max Eberl: Wir hatten am Tag nach dem Relegationsspiel in Bochum ein Gespräch. Da hat Dante uns mitgeteilt, dass er gerne bei einem Verein spielen möchte, der in der Champions League dabei ist. Ich habe ihm gesagt, dass wir das natürlich verstehen, wenn es sich um Clubs wie Manchester United, Real Madrid oder Bayern München handelt. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass wir ihn nicht abgeben möchten. Wenn uns ein Verein ein schriftliches Angebot macht, werfen wir das natürlich nicht ungesehen in den Papierkorb. Wir schauen es uns an und sagen ab, so wie sich das gehört. Es bleibt dabei: Wir haben nicht vor, Dante abzugeben. Und wir haben kein Angebot für ihn. Auch nicht von Bayer Leverkusen. Deren Manager Michael Reschke hat mich gestern angerufen und mir gesagt, dass sie nicht an ihm interessiert sind und die diesbezüglichen Medienberichte nicht stimmen.

Ein Angebot gibt es dagegen für Logan Bailly …

Max Eberl: Stimmt, Xamax Neuchatêl aus der Schweiz hat Kontakt zu uns und zu Logan aufgenommen. Sie haben uns bereits ein konkretes Angebot unterbreitet. Es ist gut möglich, dass sich da in den nächsten Tagen etwas tut.

Wie ist der Stand bei Michael Bradley? Wird Aston Villa aus dem Ausleihgeschäft einen Kauf machen?

Max Eberl: Ja, darüber sind die beiden Clubs sich einig. Wir haben auch über die Ablöse Einigkeit erzielt, sie wird deutlich über der Summe liegen, die Borussia 2007 für Michael Bradley bezahlt hat. Es dauert momentan nur noch etwas, weil Aston Villa am Wochenende erst seinen neuen Trainer vorgestellt hat. Und der will noch mit Michael sprechen, bevor die Verträge unterschrieben werden.

Angekündigt wurde schon die Verpflichtung von Joshua King von Manchester United. Wie sieht es bei ihm aus?

Max Eberl: Wir haben mit Manchester eine Einigung über eine Ausleihe von einem Jahr. United hat dazu ein sehr umfangreiches Vertragswerk vorgelegt, weil sie sich weiterhin sehr intensiv um ihren Spieler kümmern und im ständigen Austausch mit uns bleiben möchten. Die Verträge müssen übersetzt und geprüft werden, das geht jetzt zwischen den Anwälten der beiden Clubs hin und her. Unser Ziel ist es, ihn am kommenden Montag in Bad Wörishofen dabei zu haben.

Dabei sein werden dort auch Lukas Rupp und Matthias Zimmermann, die vom Karlsruher SC geholt wurden. In den Zeitungen werden Summen zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro als Ablöse gehandelt. Was ist da dran?

Max Eberl: Es ist sehr deutlich unter zwei Millionen. Selbst wenn alle für den Fall bestimmter Erfolge zusätzlich vereinbarten Zahlungen eintreten, wird es unter zwei Millionen bleiben. Dass über die Summe spekuliert wird, weil die Vereine nichts sagen, ist normal, das gehört dazu.

Borussia hat viele junge Spieler verpflichtet. In den Zeitungen ist deshalb schon von der „Bubi-Borussia“ die Rede. Ist der Kader zu jung besetzt?

Max Eberl: Nein, ich sehe die Transfers im Paket mit denen, die wir im Winter gemacht haben. Und da sind in Martin Stranzl und Mike Hanke zwei erfahrene Spieler geholt worden. Wir wollen ein Gerüst mit erfahrenen, arrivierten Spielern. Und das haben wir: Heimeroth, Dante, Stranzl, Brouwers, Daems, Wendt, Marx, Arango, Hanke, de Camargo, auch Reus, der schon seine fünfte Saison im Profifußball spielt … Um diese Spieler herum wollen wir junge, talentierte Leute, die um ihre Chance kämpfen.

Im Trainingslager wird wie immer auch das Präsidium vorbeischauen. Das besteht jetzt nicht mehr aus drei, sondern aus vier Personen, denn Hans Meyer gehört seit letzter Woche dazu. Wird es in Bad Wörishofen zum ersten Austausch der sportlichen Leitung mit Rainer Bonhof und Hans Meyer kommen?

Max Eberl: Das ist gut möglich, aber es wird nicht der erste Austausch sein. Den gab es im Vorfeld der Wahl von Hans Meyer schon hier in Gladbach. Es ist eine Bereicherung für Borussia, ihn mit seiner Erfahrung und seiner Kompetenz als zusätzlichen Ansprechpartner im Präsidium für den Trainer und mich dabei zu haben.

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