Borussia bekam gestern in Berlin aus den Händen der Vorsitzenden des Umweltbeirates Green Goal 2011, Claudia Roth (Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen), die Urkunde für das „Ökoprofit Stadion 2011“ ausgehändigt. Wir sprachen heute mit Projektleiter Ben Muckel.
Green Goal hat sich eine klimafaire FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 zum übergeordneten Ziel gesetzt. Das Forum ist schon seit einigen Jahren im Zusammenhang mit Fußballgroßereignissen „unterwegs“ und wird dahingehend unter anderem von der FIFA unterstützt. Mehr Informationen zu Green Goal und Ökoprofit und natürlich auch über Borussias Umweltengagement gibt es beim Klick auf die entsprechenden Links.
Seit gestern ist es nun offiziell, der BORUSSIA-PARK ist Ökoprofit Stadion 2011. Über die Zertifizierung haben wir bereits häufiger berichtet (siehe Nachhaltigkeit), was die Urkunde für Borussia bedeutet und was sich dadurch ändert, erklärt Projektleiter Ben Muckel, der in Borussias Stadionbetrieb Bereichsleiter für die Betriebstechnik ist.
Ben, was bedeutet diese Auszeichnung eigentlich genau für Borussia?
Ben Muckel: Sie bedeutet, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Projekt Ökoprofit war für uns ein Anstoß , die Zertifizierung ist ein Zwischenziel, eine Ehre, zumal wir bei einigen Maßnahmen als Vorbild für andere Clubs dienen, wie man mit ganz kleinen Veränderungen viel Energie und Geld sparen kann. Wir nehmen auch schon an einem neuen Projekt teil, beim so genannten Energieeffizienz Netzwerk, das auf drei Jahre ausgelegt ist.
Welche Maßnahmen hat Borussia umgesetzt?
Ben Muckel: Wir haben schon viel vor dem Projektstart gemacht, beispielsweise bewässern wir unsere Grünflächen und damit auch alle Plätze mit Wasser aus unserem Brunnen und nicht mit Trinkwasser. Wir haben auch die Lüftung für die Sportsbar so eingestellt, dass sie nicht mehr viele Stunden automatisch läuft, sondern nach Bedarf geschaltet werden kann. Nach der Weltmeisterschaft führen wir die Tests für die Beleuchtung auf dem Vorplatz vor dem Stadion weiter, wir möchten von Halogen-Systemen auf LEDs umstellen, die brauchen nur 50 Prozent der Energie. Es gibt viele Beispiele, einige sind kaum erwähnenswert und völlig unkompliziert durchzuführen, haben aber einen beträchtlichen wirtschaftlichen Wert und schonen die Ressourcen.
Und es gibt das „Kiosk-Projekt“, das gestern oft lobend erwähnt wurde.
Ben Muckel: Im Groben: Wir haben 28 Kioske in den Außenbereichen, im so genannten Kaltbereich. Wir haben die dort installierten Heizungen umgerüstet, sie werden nun von einem Thermostat geregelt und können nicht mehr von den verschiedenen Personengruppen aufgedreht werden, die regelmäßig Zugang zu den Kiosken benötigen. Wir haben bei einer einmaligen Investition von 6.300 Euro einen ökonomischen Nutzen von 4.120 Euro und einen ökologischen Nutzen von rund 10 Tonnen CO²- Einsparung erreicht – wohlgemerkt pro Wintermonat! Eine einfache Umstellung, die sehr viel Geld und Energie einspart, zudem sind die Kioske nun automatisch vernünftig beheizt.
Es war die Rede davon, dass die anderen WM-Standorte diese Idee bereits für sich verwenden, welche Ideen haben wir in den gemeinsamen Workshops aufgenommen?
Ben Muckel: Ein großes Thema ist natürlich die LED-Beleuchtung, da arbeiten gerade alle Stadionbetreiber dran. Ohne falsche Bescheidenheit darf ich aber sagen, dass eher unsere Ideen übernommen werden. Unser Mülltrennsystem, das wir auch schon vor Jahren eingeführt haben, ist auf sehr starkes Interesse gestoßen. Und auch, dass wir unsere Würstchen im Stadion mit einer Serviette plus Brötchen ‚in die Hand‘ verkaufen, wird natürlich anderswo auch schon umgesetzt. Die eingesparte Pappe als Unterlage schont die Umwelt genauso wie eingespartes Wasser oder Strom.
Wie viel Arbeit hast du persönlich in das Projekt gesteckt und bist du froh, dass es nun vorbei ist?
Ben Muckel: Im Oktober ging es los, seitdem arbeiten wir jeden Tag daran. Aber wie gesagt, Ökoprofit war da nur ein Teil, wir gehen das Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz unabhängig davon an, arbeiten parallel dazu bereits an dem erwähnten Energieeffizienz Netzwerk.
Was hast du persönlich getan, wie sieht dein privater Beitrag zum Thema aus?
Ben Muckel: Ich fahre die etwa fünf Kilometer von mir zuhause zum BORUSSIA-PARK mit dem Fahrrad und habe alle Elektrogeräte an einer schaltbaren Steckerleiste, damit ich den Stand-By-Betrieb umgehen kann. Alleine aus brandschutztechnischen Gründen kann ich das jedem nur empfehlen, zudem spart es eine Menge Strom und damit unnötige Kosten.
Was können die Fans beim Besuch im BORUSSIA-PARK tun?
Ben Muckel: Sie können zum Beispiel auch mit dem Rad oder in Fahrgemeinschaften anreisen. Außerdem berechtigt jede Eintrittskarte zur kostenlosen Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im VRR- und im AVV-Bereich. Nicht jeder muss mit dem eigenen PKW zum Spiel kommen!














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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
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