„Es ist komisch: Düsseldorf war das wohl schwächste Team und gewinnt das Turnier, Aachen war die beste Mannschaft und wird Letzter. Aber das ist Fußball.“
So fasste VfL-Trainer Lucien Favre den gestrigen Derby-Cup in Aachen zusammen. Und um die Ausführungen des Schweizers fortzuführen: In den 45 Minuten des Blitzturniers gegen Düsseldorf spielte Borussia gut – und verlor nach Elfmeterschießen, gegen Aachen zeigte das Team einen schwächeren Auftritt, setzte sich am Ende aber durch, ebenfalls nach Strafstößen.
Es war von vorne herein klar, dass der Derby-Cup vor allem für den VfL eine echte Herausforderung werden sollte. Denn trotz des Klassenunterschieds gegenüber den beiden Zweitligisten befindet sich die Elf vom Niederrhein momentan in einer ganz anderen Phase der Saisonvorbereitung. Die Borussen, erst seit anderthalb Wochen wieder im Training, haben ein anstrengendes Trainingslager in den Beinen, für Aachen und Düsseldorf beginnt die Zweitligasaison bereits nächste Woche Samstag bzw. übernächsten Montag.
„Für uns war es eine interessante Trainingseinheit, nicht mehr und nicht weniger“, sagte Favre, der gestern Vormittag noch eine sehr intensive Einheit im Grenzlandstadion angesetzt hatte. Das dürfte einer der Gründe dafür gewesen sein, dass jeder Spieler nur in einem Spiel, also über 45 Minuten, zum Einsatz gekommen war. Ein anderer war, dass es für die Spieler noch immer nicht direkt um die Stammplätze geht, sondern darum, wieder in den Spielrhythmus zu kommen und die Spielweise der zum Teil neuen Kollegen kennen zu lernen.
Erster Auftritt von Rupp
Lukas Rupp etwa hatte seinen ersten Auftritt im Borussen-Dress. Im Trainingslager war der Zugang aus Karlsruhe noch angeschlagen, jetzt, nach „zweieinhalb Trainingseinheiten“, so Favre, durfte er sich erstmals zeigen – und machte seine Sache gut. „Er bewegt sich gut, muss sich aber erst noch einfinden.“ Es waren vor allem einige junge Spieler, die auf sich aufmerksam machten. Dennis Dowidat etwa, dessen Zusammenspiel gegen Düsseldorf mit den anderen Offensivspielern Rupp, Raul Bobadilla und Marco Reus gut funktionierte. Oder Julian Korb, der sich im selben Spiel im defensiven Mittelfeld mutig, ballsicher und durchaus auch ideenreich präsentierte.
Auch Gastspieler Asmir Kajevic bekam wieder seine Chance, im zweiten Spiel gegen Aachen. Dass es in dieser Partie nicht so rund lief, lag aber nicht am Montenegriner. Er hängte sich rein und war an einigen brauchbaren Offensivaktionen beteiligt. „Dass er Qualität hat, sieht man“, sagt Favre. „Er ist nach wie vor ein interessanter Spieler. Mal schauen, was noch passiert.“
Wichtig war, dass sich auch gestern kein Spieler verletzt hat – auch Mike Hanke nicht, und das, obwohl er von Aachens Alper Uludag übertrieben hart gefoult wurde. Somit läuft die Vorbereitung glücklicherweise bislang ohne Verletzte ab. So waren gestern 22 Spieler im Einsatz, zudem hielten sich Janis Blaswich und Alexander Bieler als Reservespieler bereit. Tobias Levels und Mo Idrissou hatten gestern gegenüber den Kollegen das Nachsehen und kamen nicht zum Einsatz.
Heute und morgen hat die Mannschaft trainingsfrei, „das ist auch nötig, die Mannschaft hatte, seit sie im Training ist, noch keinen freien Tag und hat bis zu dreimal täglich trainiert“, so Favre. Am Donnerstag geht es mit zwei Einheiten um 10 und 16 Uhr weiter.













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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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