Die gestrige 0:1-Testspielniederlage wollte VfL-Coach Lucien Favre nicht zu hoch hängen, denn vor allem in der ersten Halbzeit war er mit dem Spiel seiner Mannschaft doch sehr zufrieden.
Auf die Frage eines Journalisten direkt nach dem Spiel, wie enttäuscht er denn nach dieser Niederlage sei, gab es von Favre eine prompte Antwort: „Enttäuscht, nur weil es am Ende eines Testspiels 0:1 steht? Nein, enttäuscht bin ich überhaupt nicht. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir doch einige richtig gute Szenen gehabt.“ Was der Schweizer von seiner Mannschaft in Saarbrücken geboten bekam, war weitaus mehr als ein 0:1 verrät. Wenn man gut spielt und dennoch verliert, liegt das beim Fußball häufig an der mangelnden Chancenverwertung - zumindest diesen Vorwurf konnte der Coach seinen Jungs auch machen: „Wir haben uns zahlreiche Chancen erarbeitet, waren aber vor dem Tor nicht zielstrebig genug.“
Auch Patrick Herrmann, für den die Partie bei seinem ehemaligen Club natürlich etwas Besonderes war. „Es war ein schönes Gefühl, hier zu spielen, zumal viele Familienmitglieder und Freunde da waren. Leider hat es am Ende nur zum 0:1 gereicht, aber wir hatten genug Gelegenheiten und hätten das eine oder andere Tor machen müssen.“ In der zweiten Halbzeit tauchte der gebürtige Saarbrücker selbst zweimal frei vor dem Gehäuse der Gastgeber auf, scheiterte aber jeweils am guten FCS-Torwart Enver Marina. „Gerade zum Ende der Partie hatten die Spieler doch ganz schön schwere Beine, das ist aber völlig normal“, wusste Favre so manche Unkonzentriertheit im zweiten Durchgang einzuschätzen. „Es war wichtig, einige Spieler einmal über 90 Minuten zu sehen. Die Spieler sind aktuell aber noch nicht so weit. In der jetzigen Phase der Vorbereitung reicht die Kraft für maximal 70 oder 75 Minuten.“ Dass gleich neun Borussen gestern 90 Minuten auf dem Feld standen und lediglich zweimal ausgetauscht wurde, war daher ein weiterer wichtiger Vorbereitungs-Baustein.
Younes: „Riesig Spaß gemacht!“
Auch wenn nur zweimal gewechselt wurde, sorgten diese beiden Akteure für neuen Schwung. Vor allem Amin Younes wusste sich immer wieder in der Offensive in Szene zu setzen, gab sich nach der Partie aber bescheiden: „Das war ganz okay, ich habe aber auch gesehen, dass ich noch viel lernen muss. In der einen oder anderen Situation hätte ich noch zielstrebiger zum Tor ziehen und den Abschluss suchen müssen. Die Mannschaft hat mir aber auch sehr geholfen, die anderen haben mich gut angespielt und das Kombinationsspiel war teilweise richtig gut, mir hat es riesig Spaß gemacht.“
Denn Gegentreffer sah Younes noch von der Bank, Rückkehrer Herrmann war hingegen mittendrin und ärgerte sich besonders über den nicht gegebenen Elfmeter für den VfL, der dem Gegentor vorausging. Im FCS-Strafraum wurde Mathew Leckie von den Beinen geholt, direkt im Gegenzug erzielte Saarbrücken das Tor des Tages. „Ich stand ziemlich nahe dran, und für mich sah es nach Foul aus. Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass Mathew weg gerutscht ist, aber ich habe da eine Berührung gesehen. Im Gegenzug fiel das Gegentor. Das war sehr ärgerlich, aber er hat es nun einmal so entschieden.“
Nächstes Testspiel gegen Porto
So blieb es am Ende bei der 0:1-Niederlage, die aber nicht nur der Coach, sondern auch Routinier Roel Brouwers einzuschätzen wusste: „Die erste Hälfte haben wir sehr ordentlich gespielt, nach der Pause sind wir im Laufe der Halbzeit immer müder geworden, da hat man gesehen, dass alle etwas schwere Beine haben. Aber das ist normal in der Vorbereitung. Wir sind auf einem guten Weg und wir haben ja noch zwei Wochen bis zum ersten Pflichtspiel.“
Nachdem die Mannschaft gestern in zwei Gruppen aufgeteilt wurde (die Akteure, die nicht gespielt haben, trainierten zweimal am Haus Lütz) stand heute Vormittag wieder gemeinsames Training an. Abgesehen von Mo Idrissou (Magenprobleme), der im Kraftraum allein auf dem Ergometer strampelte, drehten alle Akteure zur Regeneration nach den intensiven Einheiten der vergangenen Tage auf den Fahrädern eine Runde rund um den BORUSSIA-PARK. Morgen stehen dann wieder zwei Einheiten auf dem Programm, bevor es Samstag (19.30 Uhr) in Oberhausen zum nächsten Testspiel gegen den FC Porto kommt.













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