Standpunkt: Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers über den bevorstehenden Saisonstart, die Erwartungen der Fans und die Transferpolitik des VfL.
Am Wochenende ist im BORUSSIA-PARK Saisoneröffnung, mit dem letzten Testspiel am Samstag gegen den FC Sunderland und dem großen Familienfest am Sonntag. Ist Borussia gerüstet für die Saison 2011/12?
Stephan Schipppers: Ja, das denke ich. Die sportliche Seite zu beurteilen, ist nicht meine Aufgabe, aber was ich aus der Vorbereitung und aus dem regelmäßigen Austausch mit der sportlicher Leitung mitnehme, stimmt mich zuversichtlich. Eine sehr erfreuliche Nachricht ist die Tatsache, dass wir 27.500 Dauerkarten verkauft haben – mehr als je zuvor in der Vereinsgeschichte. Das spricht für eine gewisse Euphorie der Fans. Nach fast drei Monaten Sommerpause ist die Vorfreude auf den Saisonstart groß.
Die Vorfreude ist groß, ist auch die Erwartungshaltung der Fans groß?
Stephan Schippers: Ich denke, dass unsere Fans sehr realistisch mit der Einordnung der Saisonziele umgehen. Das war auch eine der klaren Botschaften, die im Umfeld der Mitgliederversammlung im Mai an den Verein herangetragen wurden. Die Fans wollen, dass der Verein sich weiterentwickelt und auch sportlich vorankommt, aber sie wollen keine Luftschlösser und keine Utopien. Ich glaube nicht, dass die Erwartungen der Fans sich so sehr von unseren eigenen unterscheiden.
Die Tatsache, dass noch kein so genannter „Kracher“-Transfer gemacht wurde, sorgt zumindest in den Medien für laute Unkenrufe …
Stephan Schippers: … was ich nicht schlimm finde. Dann träumt wenigstens niemand von unrealistischen Dingen.
Aber es wird Ihnen doch nicht gefallen, dass von einer „klammen Borussia“ die Rede ist, oder von der „Finanzfalle“, in der der Trainer angeblich steckt.
Stephan Schippers: Es dürfte inzwischen bekannt sein, dass es nicht unser Weg ist, mit unkalkulierbarem Risiko in einen ebenso unkalkulierbaren sportlichen Erfolg zu investieren. Borussia ist gesund, aber nicht reich. Die sportliche Leitung kennt die wirtschaftlichen Möglichkeiten und sie bewegt sich in dem Rahmen, der durch die zur Verfügung stehenden Mittel gesteckt wird. Und das tut sie aus meiner Sicht in einer sehr intelligenten Art und Weise und keineswegs begleitet von Unruhe. Bei Transfers kommt es nicht darauf an, möglichst viel Geld auszugeben, sondern intelligent zu handeln.
Was halten Sie davon, wenn gesagt wird, Borussia verpflichte nur Spieler für die zweite Reihe?
Stephan Schippers: Ich halte solch eine Bemerkung für verfrüht und erinnere mich daran, als Max Eberl vor zwei Jahren Marco Reus verpflichtet hat. Das hat damals niemanden interessiert, er galt bestenfalls als Ergänzungsspieler und die Entwicklung ist bekannt. Die vier Spieler, die wir bisher neben den Verstärkungen im Winter geholt haben – also Wendt, Zimmermann, Rupp und Leckie – haben einen Marktwert von 6,75 Millionen Euro (laut www.transfermarkt.de, die Red.). Bezahlt haben wir für sie insgesamt knapp zwei Millionen Euro. Das halte ich für intelligent. Oder ist ein Transfer erst dann gut, wenn er viel Geld gekostet hat?
Schränkt es Borussias Handlungsfreiheit ein, dass Spieler wie Marco Reus oder Dante trotz Angeboten anderer Vereine nicht abgegeben werden?
Stephan Schippers: Mir gefällt die Reihenfolge bei dieser Fragestellung nicht. Wenn wir in der Vergangenheit Spieler wie Marcell Jansen oder Marko Marin verkauft haben, war der Aufschrei groß. Es hieß dann kritisch, Borussia müsse auch mal in der Lage sein, solche Spieler zu halten. Das haben wir in diesem Jahr getan, obwohl wir Marco Reus oder Dante auch für viel Geld hätten verkaufen können. Aber wir haben mit dem Trainer entschieden, dass es für die Entwicklung der Mannschaft besser ist, sie zu halten. Das ist auch eine Form von Investition in den Kader. Außerdem sollte man bei dem Thema auch die gesamte Entwicklung in der Bundesliga nicht aus den Augen verlieren …
Was meinen Sie damit?
Stephan Schippers: Es gibt einige Vereine, die den Aufwand für ihre Mannschaften deutlich zurückschrauben müssen, weil sie zuletzt hinter den eigenen sportlichen Erwartungen zurückgeblieben sind. Wir bleiben bei unserem Etat, obwohl wir durch die sportlich schlechte Saison 2010/11 deutliche Einbußen bei den TV-Geldern hinnehmen mussten.













Borussias Twitter Feed
Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
Gestern
Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
Borussia bei Facebook
Borussia bei Youtube
Videos aus unserem Youtube-Kanal