Die Erleichterung über den erfolgreichen Start in die neue Spielzeit war den Borussen auch einen Tag nach dem 3:1-Erfolg im Pokal anzumerken. Ein über weite Strecken souveräner Auftritt verhinderte gestern (Freitag) eine hitzige Pokalnacht.
Auf die Frage eines Journalisten, ob seine Mannschaft schon bei einhundert Prozent sei, wusste Coach Lucien Favre prompt eine Antwort: „Kein Trainer der Welt wird sagen, dass seine Mannschaft bei hundert Prozent ist. Das wäre fatal. Nein, das war gestern sehr ordentlich. Mehr nicht, aber eben auch nicht weniger.“ Dennoch macht der Trainer keinen Hehl daraus, dass auch er erleichtert über den gelungenen Start in die neue Spielzeit ist und mit der Leistung seiner Elf am gestrigen Abend phasenweise auch schon zufrieden war. „Der Pokalwettbewerb ist in Deutschland unglaublich schwierig. Du kannst dir keinen Fehler erlauben, sonst bist du sofort raus.“ Völlig fehlerfrei agierten die Borussen gestern zwar nicht, behielten aber jederzeit die Spielkontrolle, so dass eine oft zitierte „hitzige Pokalstimmung“ gar nicht erst aufkam.
Von Beginn an zeigten die Borussen dem Drittligisten deutlich auf, dass der VfL eben über jene individuelle Klasse verfügt, die eine Pokalsensation an diesem Abend verhindert. „Wir haben einige richtig gute Szenen gehabt und es bei Ballbesitz manchmal sehr gut gemacht.“ Eine einstudierte Standardsituation und eine starke Einzelaktion durch Marco Reus brachten die Borussen verdient in Führung. Und der VfL hätte sogar höher führen müssen, aber Reus scheiterte freistehend an Regensburg-Schlussmann Michael Hofmann. „Das war eine super Aktion von Reus und Neustädter. Da hat man gesehen, wenn wir schnell spielen, dann bekommen wir unsere Chancen.“ Den Gegentreffer und die vorausgegangene Szene zum Elfmeter wollte der VfL-Trainer nicht überbewerten: „So ein Fehler passiert mal, aber wichtig war, dass wir danach ruhig geblieben sind.“
Detailarbeit geht weiter
Eine Einschätzung, inwiefern man auf die gestrige Leistung aufbauen kann, und was noch bis zum Bayern-Spiel am kommenden Wochenende verbessert werden muss, wollte der VfL-Coach nicht abgeben. „Ich denke, jeder hat gesehen, was gut war und was eben nicht so gut war. Die Detailarbeit geht weiter, wir wollen und müssen uns immer verbessern. Wichtig war, dass wir weiter kommen. Und das haben wir geschafft.“ Dabei betonte der Coach noch einmal, welch große Bedeutung der Pokalwettbewerb für die Borussen hat. Einen kommenden Lieblingsgegner im Pokal ließ Favre sich nicht „entlocken“, der Pokal sei so unberechenbar, da sei ein vermeintlich leichter Gegner manchmal eben der schwerste.
„Keine Mannschaft weiß, wo sie zu Saisonbeginn steht, daher sind wir natürlich sehr erleichtert über diesen Erfolg. Darauf lässt sich aufbauen“, bilanzierte Angreifer Mike Hanke Pflichtspiel Nummer eins der Saison 2011/12. Positives gab es auch aus der medizinischen Abteilung zu vermelden, einzig Martin Stranzl (siehe Interview) nahm nicht am heutigen Training teil, eine Verletzung in der Wade verhinderte dies. Eine genaue Untersuchung am morgigen Tage soll mehr Aufschluss ergeben. Für die Borussen geht es nach zwei freien Tagen (Sonntag, Montag) am Dienstag mit der Vorbereitung auf das erste Bundesligaspiel am kommenden Sonntag (Anstoß: 18.30 Uhr) in München weiter.












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