„Wir haben das Maximum erreicht, eigentlich sogar mehr als das.“ VfL-Trainer Lucien Favre zeigte sich „sehr zufrieden“ ob des schon beinahe sensationellen 1:0-Sieges seiner Mannschaft beim FC Bayern München.
90 Minuten konzentrierte Defensivarbeit, 90 Minuten Teamgeist und 90 Minuten Kampf – der Traumstart in die Saison gelang, weil sich jeder Spieler dieser großen Herausforderung stellte. Eine ähnlich große Herausforderung wartete nach dem Schlusspfiff auf den VfL-Tross: Denn es galt, nach den obligatorischen Interviewwünschen (und das waren nach diesem Spiel eine ganze Menge) und dem Duschen rechtzeitig zum Münchener Flughafen zu kommen, um den letzten Flug des Abends zurück in den Westen zu erreichen.
Es passte zu diesem perfekten Tag, dass es Busfahrer Marcus Breuer gelang, den Bus rechtzeitig zum Check-In zu steuern. Im Bus und auch später im Flugzeug war bei den Spielern von großer Euphorie, kreisenden Sektflaschen und großen Jubelgesängen nichts zu spüren oder zu sehen. Stellvertretend für die Kollegen sagte Kapitän Filip Daems: „Klar, wir haben drei Punkte geholt, mit denen man vorher nicht rechnen konnte. Aber das Spiel ist vorbei, wir wollen uns voll auf den VfB konzentrieren.“
Gegen den Rekordmeister bot Borussia eine ganz starke Defensivleistung. Die beiden offensiven Außenspieler Thomas Müller und Arjen Robben etwa waren in allerbesten Händen bei Tony Jantschke und Filip Daems. Doch nicht nur bei ihnen; immer, wenn es gefährlich wurde, kam ein weiterer Gladbacher hinzu, um die beiden Topstars zu „doppeln“. Im Zentrum agierten Dante und Roel Brouwers kompromisslos und kompakt. „Roel hat Martin Stranzl gut ersetzt und eine gute Leistung gezeigt. Ich war aber mit der ganzen Mannschaft sehr zufrieden“, so Favre. „Wenn man aber das Spiel genau analysiert, dann sieht man, dass wir auch das Glück provoziert haben. Die Mannschaft erreicht seit diesem Februar ihr Maximum, wir müssen aber noch an einigen Kleinigkeiten arbeiten.“
"Jedes Spiel wird schwer"
Eine nüchterne Einordnung der Dinge gelang den Spielern auch gestern schon, kurz nach dem achten Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage. Allen voran Marc-André ter Stegen, der mit einigen Glanzparaden erst das 0:0 und später den Sieg festhielt. Das sah auch der Trainer so: „Die Bayern hatten einige große Chancen“, so Favre. „Dieser Sieg ändert nichts daran, dass es eine enorm schwere Saison für uns wird. Wir haben gestern mit genau der Mannschaft gespielt, die auch im Relegationsspiel in Bochum angetreten ist. Diese Mannschaft war am Ende der Saison Sechzehnter. Ich gehe davon aus, dass in dieser Saison jedes Spiel mindestens so schwierig wird wie das gestrige.“
Für die Szene des Spiels zeigte sich Igor de Camargo verantwortlich. Der Brasilianer warf sich mit seinem ganzen Körper in ein Missverständnis zwischen Bayern-Keeper Manuel Neuer und Jerome Boateng und köpfte zum Siegtreffer ein. Am heutigen Auslaufen konnte der Angreifer aber nicht teilnehmen, er zog sich eine Prellung an der Brustwirbelsäule zu, wurde kurz von den Physiotherapeuten behandelt, ist aber danach dennoch zur belgischen Nationalmannschaft gereist. Sein U21-Länderspiel absagen musste hingegen Tony Jantschke. Der Rechtsverteidiger musste wegen einer Wadenprellung absagen. Nach wie vor in Behandlung ist Martin Stranzl. Der Österreicher beginnt aber morgen wieder mit leichtem Lauftraining.
Das erste Mannschaftstraining der neuen Woche ist am Mittwoch, dann nicht dabei sind neben de Camargo auch die anderen für ihre jeweiligen Nationalmannschaften nominierten Marco Reus, Havard Nordtveit, Oscar Wendt, Julian Korb und Matthias Zimmermann.












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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
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