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NEWS: 09.08.2011

"Einen guten Start hingelegt"

"Einen guten Start hingelegt"
Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof über den schönen Saisonauftakt, Roel Brouwers, Borussia Dortmund und die Euphorie der VfL-Fans nach dem Sieg in München.

Herr Bonhof, wie wichtig war dieser Sieg bei Bayern München für den VfL zu Beginn dieser Saison?

Rainer Bonhof: Für uns war dieser Erfolg wesentlich: Wir haben damit begonnen, womit wir in der Rückrunde aufgehört haben, und wir haben erneut gesehen, was wir mit einer kompakten Leistung wie der am Sonntag erreichen können. Wir haben letztlich verdient gewonnen.

Und war der Sieg besonders wichtig, weil er bei den Bayern zustande kam?

Rainer Bonhof: Nein. Wir haben gesehen, dass wir Fußball spielen können, für die Spieler und Fans war es natürlich ein sehr schöner Erfolg. Aber man hat auch an den Kommentaren der Spieler heraushören können, dass das keine Rolle spielt. Sie alle wissen den Erfolg richtig einzuschätzen, das überrascht mich nicht, ich finde es aber sehr angenehm.

Auch das Stichwort Leverkusen war immer wieder zu hören. Besteht die Gefahr, den Erfolg in den „falschen Hals“ zu bekommen?

Rainer Bonhof: Überhaupt nicht, dazu besteht auch kein Grund. Das Spiel ist mit dem aus der Vorsaison in Leverkusen nicht zu vergleichen. Wir sollten uns freuen, nicht mehr. Der 1:0-Sieg ist eine Momentaufnahme, die zeigt, was wir können, wenn wir kompakt als Team auftreten. Aber die drei Punkte zu Beginn bringen uns auch nur etwas, wenn wir nachlegen. Jeder im Team weiß das Erlebnis richtig einzuordnen.

Aber die Fans dürfen ein bisschen euphorisch sein und den Sieg feiern?

Rainer Bonhof: Absolut, ich finde es sehr gut für unsere Fans und freue mich für sie, dass sie das nach der letzten Saison in der Art erleben dürfen. Das Team hat ihnen etwas zurückgegeben, und die Euphorie unserer Anhänger hilft unserer Mannschaft wiederum. Ich habe aber auch den Eindruck, unsere Fans wissen, dass sie den Moment genießen sollten, das haben wir aus der letzten Saison gelernt.

Trauen Sie dem guten Auftakt nicht?

Rainer Bonhof: Das hat damit nichts zu tun. Wir haben ein realistisches Ziel, wollen 40 Punkte holen, und um dieses Ziel zu erreichen, haben wir einen guten Start hingelegt. Wenn wir auf diesem Weg bleiben, dann schaffen wir das auch.

Ist es ein großer Vorteil, dass unsere Mannschaft eingespielt ist?

Rainer Bonhof: Man hat gesehen, dass die Mannschaft gut harmoniert, sie hat nichts zugelassen, und wenn doch, dann stand hinten ein sehr guter Torhüter zwischen den Pfosten. Eine Mannschaft sollte so etwas wie fehlende Routine aber zu Saisonbeginn ausgleichen können, meistens geht es ja nur um Feinheiten.

Bei uns stand in Roel Brouwers nur ein Borusse in der Startelf, der am Ende der vergangenen Saison nicht zum Stamm gehörte.

Rainer Bonhof: Er hat aber auch schon in den letzten beiden Jahren als Stammspieler bewiesen, wie wichtig er für uns ist. Auf ihn kann man sich immer verlassen, er hat unendlich viele Kopfbälle rausgeholt und man hat ihm förmlich angemerkt, wie sehr er sich gegen ein Gegentor gewehrt hat.

Was sagt man einem Spieler nach einer solchen Leistung, wenn er wieder auf die Bank muss?

Rainer Bonhof: Roel ist Profi, er weiß ganz genau, was los ist und wo er steht. Am Sonntag hat er seine Einstellung erneut gezeigt, er war da, er möchte immer helfen und gibt nie auf. So wird er weiter seine Chance suchen, um in die erste Elf zu kommen. Und schließlich weiß er auch, dass es die anderen beiden in der Vergangenheit alles andere als schlecht gemacht haben.

Im DFB-Pokal geht es nach Heidenheim, wie stehen unsere Chancen?

Rainer Bonhof: Wir werden den 1. FC ganz sicher nicht im Entferntesten unterschätzen. Sie haben Werder Bremen besiegt und sind gut in die Saison der Dritten Liga gestartet – trotzdem möchten wir natürlich eine Runde weiterkommen. Wenn wir in Heidenheim spielen hat das nicht mehr viel mit dem Testspiel aus der Vorbereitung zu tun. Davon profitieren beide Clubs ein wenig, dass sie wissen in etwas, was auf sie zu kommt. Aber wie gesagt, bis dahin ist noch viel passiert.

In der Bundesliga ist auch schon etwas passiert, was hat Sie besonders beeindruckt am ersten Spieltag?

Rainer Bonhof: Es war schon klasse, wie der BVB am Freitag gegen den HSV gespielt hat. Man dachte, das ist noch die letzte Saison, so wie sie gespielt haben. Sie haben mit ihrem Tempofußball über die kompletten 90 Minuten nicht nur bei mir Eindruck hinterlassen, das war eines amtierenden Meisters und Titelanwärter würdig. Mal sehen, wie lange das anhält – aber zumindest wissen die Gegner schon mal, woran sie sind, wenn es gegen Dortmund geht.

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