Matthias Hagners Verbindungen nach Mönchengladbach sind immer noch stark. Vor der morgigen Partie Borussias gegen den VfB Stuttgart (Anstoß: 18.30 Uhr) sprachen wir mit dem Ex-Fohlen, der aus dem "Schwabenländle" an den Niederrhein wechselte.
Herr Hagner, Sie haben den VfL im Jahr 2000 verlassen. Der Kontakt zu Stadt und Verein sind aber nie abgerissen, oder?
Matthias Hagner: Der Kontakt nach Mönchengladbach ist noch sehr gut. Zum einen sind mit Sportdirektor Max Eberl und Teammanager Steffen Korell zwei ehemalige Mitspieler von mir bei Borussia in der sportlichen Führung tätig. Auch mit dem Mannschaftsarzt Heribert Ditzel hat mich schon zu aktiven Zeiten eine Freundschaft verbunden, die bis heut anhält. Wichtiger jedoch ist die Tatsache, dass meine Frau gebürtige Gladbacherin ist und ich sie in meiner aktiven Zeit hier kennen gelernt habe. Ihr Elternhaus liegt in unmittelbarer Nähe zum Bökelberg. Meine beiden ältesten Söhne sind in Mönchengladbach geboren und von daher sehr an Borussia interessiert. Schon alleine deswegen bin ich immer über die Ergebnisse der Mannschaft informiert.
Dann waren Sie ja bestimmt auch schon im neuen Stadion?
Matthias Hagner: Klar, ich war schon einige Male im BORUSSIA-PARK. Ein tolles Stadion, mit teils sensationeller Stimmung.
Kann man Sie dann vielleicht sogar morgen beim Duell ihrer Ex-Vereine antreffen?
Matthias Hagner: Nein, das nicht. Meine Spieler- und jetzige Trainerlaufbahn lässt dies nicht immer zu. Meine Besuche dort sind in der Regel sowieso eher spontan. Wenn wir meine Schwiegereltern besuchen und Borussia ein Heimspiel hat, wird da gerne ein Familienbesuch draus.
Sie sprechen es an, den Spieler Matthias Hagner gibt es seit dieser Saison nicht mehr. Warum haben Sie nun die Entscheidung getroffen an die Seitenlinie zu wechseln?
Matthias Hagner: Ich habe schon während meiner aktiven Zeit gewusst, dass ich gerne im Fußballgeschäft bleiben möchte und habe daher schon parallel zur Karriere meine Trainer B- und A-Lizenz gemacht. Ich bin jetzt 36 und auch wenn ich mich noch fit fühle, habe ich entschieden meine aktive Karriere zu beenden. Es muss einem ja nicht erst jeder Knochen weh tun, ehe man die Schuhe an den Nagel hängt.
Sie trainieren derzeit das Verbandsliga-Team des VfB 1900 in ihrer Heimatstadt Gießen. Eine große Herausforderung?
Matthias Hagner: Es macht mir unheimlich viel Spaß Trainer zu sein. Der VfB 1900 Gießen ist ein Traditionsverein, auch wenn wir „nur“ in der Verbandsliga spielen. Ich kann hier sehr viel lernen und mich als Trainer entwickeln. Viele glauben ja, es würde in dem Geschäft reichen, wenn man selbst ein guter Spieler gewesen ist, aber das stimmt nicht. Von daher sehe ich mich auf dem richtigen Weg.
Was schmerzt mehr, eine Niederlage als Spieler oder als Trainer?
Matthias Hagner: Das ist ein ganz unterschiedliches Gefühl. Als Spieler nimmst du eine Niederlage irgendwie persönlicher. Als Trainer bist du für das große Ganze verantwortlich und hast viel mehr Einflussmöglichkeiten. Nach unserem letzten verlorenen Spiel war ich zunächst eine halbe Stunde enttäuscht, aber dann habe ich schon die ersten Ideen gehabt, was man beim nächsten Mal besser machen, und wie ich das den Jungs vermitteln könnte.
Zurück zur Partie am Samstag. In der Vergangenheit gab es zwei Heimspiele des VfL gegen Stuttgart mit Ihrer Beteiligung …
Matthias Hagner: … und beide Male hat der VfB gewonnen. An das Spiel im April 1997 habe ich dabei natürlich deutlich bessere Erinnerungen. Wir haben damals mit dem VfB ein gutes Spiel gemacht und durch ein Tor von Sreto Ristic in letzter Sekunde 1:0 gewonnen. Knapp anderthalb Jahre später sah die Welt schon anders aus. Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst haben wir eine 0:1-Rückstand gedreht um dann doch mit einem 2:2 in die Kabinen zu gehen. Ich wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt und wir haben kurz vor dem Ende noch einen Treffer kassiert. Das war sehr bitter.
Das kommt ja wie aus der Pistole geschossen …
Matthias Hagner: Ich habe 102 Bundesligaspiele gemacht. Dass ist zwar eine ordentliche Zahl, aber auch nicht so viel, als dass ich eine Menge davon vergessen hätte. (lacht)
Die von Ihnen angesprochen Partie war eines Ihrer letzten Bundesligaspiele, denn Sie stiegen mit den Fohlen am Ende der Saison ab. Wie fällt das Fazit ihrer Zeit am Niederrhein aus?
Matthias Hagner: Ich bin damals in einer unruhigen Zeit an den Niederrhein gewechselt. Trainer Friedel Rausch und Manager Rolf Rüssmann, die sich unheimlich um mich bemüht hatten, mussten nach nur wenigen Monaten gehen. Wir hatten eigentlich vom Potenzial her eine gute Mannschaft, die nicht hätte absteigen müssen. Wir haben es aber leider nicht geschafft, das Ruder noch rumzureißen so wie es Borussia in der letzten Saison geglückt ist. Wie jedoch schon erwähnt hat die Zeit in Mönchengladbach mein Leben sehr beeinflusst, von daher gibt es auch eine Menge guter Erinnerungen.
Beide Teams sind hervorragend in die zugegebener Maße noch sehr junge Saison gestartet. Die Erwartungen an die Partie sind auf beiden Seiten hoch …
Matthias Hagner: Sowohl der VfL, als auch der VfB sind echte Traditionsvereine, daher schwappen hier die Emotionen sehr schnell hoch. Nach drei Siegen wird im Umfeld vom Europapokal gesprochen, nach drei Niederlagen geht das Abstiegsgespenst um. Aber von diesen Emotionen lebt der Fußball. Ich hoffe, dass beide Vereine an ihre Leistungen der letzten Rückrunde anknüpfen können und ihre Ziele erreichen.
Ihr Tipp?
Matthias Hagner: Da halte ich es ganz diplomatisch als Fußball-Fan. Ich wünsche mir ein schönes Spiel mit vielen Toren. Beide Mannschaften sind toll gestartet, so dass wohl alle mit einem 2:2-Unentschieden nicht unzufrieden wären, zumal ich auch mit einigen VfB-lern, wie etwa Fredi Bobic noch in freundschaftlichem Kontakt bin.













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Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
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Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
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