Wie vor jedem Spiel des VfL haben wir auch diesmal wieder mit jemandem gesprochen, der sich beim nächsten Gegner etwas auskennt: Thomas Eichin, der früher sowohl für Borussia als auch für den 1. FC Nürnberg spielte.
Thomas, Sie sind jetzt seit 1999 Geschäftsführer der Kölner Haie und damit im Eishockey tätig. Verfolgen Sie die Fußball-Bundesliga denn noch?
Thomas Eichin: Natürlich, ich bin Fußballer durch und durch, bin öfter im BORUSSIA-PARK und natürlich auch berufsbedingt beim 1. FC Köln, wo ich viele Partner treffe. Dort werde ich entsprechend oft auf Borussia angesprochen, das ist manchmal sehr lustig.
Blicken Sie als Geschäftsführer eines Eishockeyclubs manchmal neidisch auf die Kollegen des Fußballs?
Thomas Eichin: Absolut. Im Eishockey ist es nicht so einfach wie im Fußball, in Deutschland fokussiert sich alles auf den Fußball, die Finanzkraft, das Fernsehen. Wir müssen jedes Jahr darauf achten, den Etat zusammen zu bekommen, mitunter ist ein Eishockey-Club schwierig finanzierbar.
Finanzierbar war für den 1. FC Nürnberg aber das Leihgeschäft in der Saison 1994/95. Sie sind in die Zweite Liga gegangen.
Thomas Eichin: Ich hatte meinen Stammplatz bei Borussia verloren, ich wollte mal etwas Neues machen und bin zum Club gewechselt. Aber dort herrschten damals auch finanzielle Sorgen, diese Probleme waren prägend zu jener Zeit. Trotzdem hat es mit dort sehr gut gefallen.
Obwohl es nur zu zehn Spielen gereicht hat?
Thomas Eichin: Ich habe mir im zweiten Spiel das Innenband im Knie gerissen, sportlich hätte es also besser laufen können. Aber Nürnberg wollte mich zuvor unbedingt, ich sah es auch als eine Art Flucht.
Aber Sie haben ein Tor geschossen!
Thomas Eichin: Ein sehr schönes noch dazu. Leider wurde das Spiel annulliert, weil wir vier Ausländer eingesetzt hatten. Ich weiß gar nicht, ob das Tor statistisch zählt, aber ich finde es witzig, dass ich immer wieder auf meine Torjägerqualitäten angesprochen werde. Beim FCN war ich offensiver aufgestellt, aber auch dort habe ich es nie als meine Aufgabe angesehen, Tore zu schießen.
Haben Sie den Club weiter verfolgt?
Thomas Eichin: Ja, obwohl ich damals schnell wieder zu Borussia zurück bin, wo ich ja auch meine Karriere beendet habe. Der Club hat das Image des Fahrstuhlclubs abgelegt, Dieter Hecking als Trainer und Sportvorstand Martin Bader machen dort einen guten Job. Sie haben sich kontinuierlich gesteigert, auch wenn die Rettung vor zwei Jahren erst in der Relegation zustande kam. Aber vergessen wir den Pokalsieg nicht und auch nicht den starken sechsten Platz im letzten Jahr.
Haben Sie den Club aktuell nochmal gesehen?
Thomas Eichin: Ja, in Köln, dort haben sie richtig gut gespielt. Sie sind mit vielen jungen Talenten besetzt, die Mannschaft ist eigentlich der von Borussia ganz ähnlich.
Was kann der FCN in diesem Jahr erreichen und wo geht es mit dem VfL hin?
Thomas Eichin: Entscheidend für eine erfolgreiche und ruhige Saison ist ein guter Start. Ich denke, beide sind gut aus den Startlöchern gekommen. Jetzt ist Ruhe da und ich bin sicher, dass Borussia eine gute Saison spielt und auf einem einstelligen Tabellenplatz landet. Der FCN muss den sechsten Rang aus der Vorsaison verteidigen, auch sie sind auf einem guten Weg, eine ruhige und gute Saison zu spielen. Ich hoffe nicht, dass sie am Samstag zu uns aufschließen können.
Das heißt, ihr Herz schlägt weiter für den VfL?
Thomas Eichin: Klar, ich bin Borusse und spiele jetzt auch wieder für die VfL-Traditionsmannschaft. Beispielsweise war ich bei der Saisoneröffnung dabei, als wir gegen das Nationalteam der Postbank gespielt haben. Ich hoffe, bald wieder im BORUSSSIA-PARK dabei sein zu können und mir Bundesligafußball anzusehen.
Wie lautet Ihr Tipp für Samstag?
Thomas Eichin: Es wird ein enges Spiel, Borussia gewinnt knapp, 2:1.
Und wie geht es mit den Kölner Haien weiter?
Thomas Eichin: Uns ist es gelungen, Ex-Nationaltrainer Uwe Krupp zu holen. Wir wollen uns mittelfristig wieder vorne in der Tabelle etablieren, vielleicht nicht dieses Jahr, aber im nächsten. Nach dem Einbruch im Jahr 2008 und den folgenden schwierigen Krisenjahren wollen wir uns wieder freistrampeln und für die Zukunft höhere Ziele setzen.














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