Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl über Borussias guten Saisonstart, Vergleiche mit der Fohlen-Elf, die 1:0-Siege und den FC Bayern.
Nürnbergs Trainer Dieter Hecking hat am Samstag nach dem Spiel gesagt, Borussia sei im Moment eine Spitzenmannschaft in der Bundesliga. Kannst du ihm widersprechen?
Max Eberl: Der Blick auf die Tabelle mag das bestätigen, aber wir haben erst sieben Spieltage hinter uns und die Tabelle hat noch nicht viel Aussagekraft. Was mir sehr gut gefällt, ist die Art und Weise wie wir spielen, defensiv wie offensiv ist das im Moment sehr gut. Aber wir alle wissen das realistisch einzuschätzen. Wir wissen, wo wir herkommen und was wir letztes Jahr erlebt haben. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.
Die guten Ergebnisse führen zu vielen Vergleichen mit glorreichen Zeiten: der Trainer wird mit Hennes Weisweiler verglichen, die Mannschaft mit der Fohlen-Elf. Was hältst du davon?
Max Eberl: Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die 70er Jahre waren für Borussia eine fantastische Zeit, von denen der Verein heute noch zehrt. Damals war der Fußball noch anders und auch die Begleitumstände waren andere, deshalb hinken die Vergleiche. Die Fohlen-Elf ist damals fünfmal Deutscher Meister geworden und hat zweimal den UEFA-Cup gewonnen. Es ist vermessen, sie als Vergleichsgröße für unsere aktuelle Mannschaft heranzuziehen. Wir haben einen positiven Lauf, das ist schön und freut uns, aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Borussia hat vier Punkte Vorsprung auf Platz fünf, sechs Punkte Vorsprung auf Platz sieben und zwölf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Freut es dich im Moment mehr, wenn Augsburg und Kaiserslautern verlieren, oder wenn Hoffenheim und Leverkusen verlieren?
Max Eberl: Ich freue mich über jeden Punkt, den wir holen. Wir sind mit unseren eigenen Ergebnissen dafür verantwortlich, wo wir stehen, nicht die anderen. Und wenn ich auf die anderen Ergebnisse schaue, dann zuerst auf die von den Mannschaften, die letztes Jahr auf Augenhöhe mit uns waren, also um den Klassenerhalt gespielt haben.
Borussia hat in dieser Saison schon vier Mal 1:0 gewonnen. Deshalb ist jetzt von den Gladbacher „Minimalisten“ die Rede …
Max Eberl: Das ist eine falsche Einschätzung unserer Spiele. Lassen wir den Sieg in München mal weg: Bei allen drei anderen 1:0-Siegen, gegen Kaiserslautern, Hamburg und Nürnberg waren wir klar überlegen und haben verdient gewonnen. Wir haben uns in allen diesen Spielen viele Chancen heraus gespielt, aber eben nur einmal getroffen. Dass das dann trotzdem für einen Sieg reicht, spricht dafür, wie gut wir auch defensiv stehen. Aber es zeigt auch, dass wir uns noch verbessern können. In der Tabelle der Chancenverwertung im Kicker stehen wir an vorletzter Stelle, obwohl wir die drittmeisten Torchancen erspielt haben.
Im nächsten Spiel am Samstag in Freiburg ist Borussia zumindest auf dem Papier in der Favoritenrolle. Macht es die Sache schwerer, wenn man jetzt schon in einem Auswärtsspiel als Favorit gilt?
Max Eberl: Der gute Start und der gute Tabellenplatz bringen nicht nur Vorteile mit sich. Als vermeintlicher Favorit geht man auch mit mehr Druck in die Spiele. Aber sind wir am Samstag wirklich der Favorit? Ich erinnere nur an Freiburgs gute letzte Saison. Sie haben in Cissé einen der besten Stürmer der Liga. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie wieder in die Punkte kommen. Und wir erinnern uns auch noch gut an unser Spiel dort letztes Jahr, als wir 0:3 verloren haben. Deswegen fahren wir mit Respekt nach Freiburg, aber ohne Angst.
In der Bundesliga sticht momentan vor allem der FC Bayern heraus. „Zu gut für die Bundesliga“, schreibt die Bild heute. War es zu erwarten, dass die Münchner die Liga so dominieren?
Max Eberl: Als Titelfavorit musste man sie erwarten. Aber die Art und Weise, wie überlegen sie derzeit auftreten, ist schon bemerkenswert. Es ist eine große Leistung von Jupp Heynckes, wie er die Defensive stabilisiert und die offensive Qualität beibehalten hat. Momentan deutet wirklich alles darauf hin, dass sie in dieser Saison in der Bundesliga nicht zu halten sind, aber eine Saison ist lang …













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Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
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Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
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Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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