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NEWS: 28.09.2011

"Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen"

"Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen"
Tony Jantschke

Zwischen den beiden Trainingseinheiten sprachen wir mit Außenverteidiger Tony Jantschke, der in dieser Saison noch keine Spielminute bei Borussia verpasste.

Hallo Tony, ihr seid beim Training im Moment vollzählig. Kein Spieler ist verletzt – eine ungewohnte Situation, oder?

Jantschke: Es ist auf jeden Fall schön, dass alle an Bord sind. Das schürt natürlich auch den Konkurrenzkampf – und das ist wichtig für eine Mannschaft.

Du hast alle Spiele von Anfang an gespielt. Wie sicher fühlst du dich, was deinen Stammplatz angeht?

Jantschke: Seit Lucien Favre Trainer ist, habe ich fast immer in der Startelf gestanden, das freut mich und zeigt mir, dass er mir vertraut. Aber man darf sich nicht zurücklehnen, es gibt genug Spieler, die momentan hinten dran sind und nur auf ihre Chance lauern. Die Bundesliga ist so schnelllebig, zwei, drei schlechte Spiele und man ist raus, deswegen gilt es immer, konzentriert zu bleiben und Woche für Woche seine Leistung zu bestätigen.

Beim 1:0-Sieg gegen Kaiserslautern ist dir deine erste Torvorlage in der Bundesliga gelungen. Ist das offensive Einschalten dennoch eine Sache, die du noch verbessern kannst?

Jantschke: Ja, schon, in diesem Punkt kann ich mich sicherlich noch steigern. Auf der anderen Seite ist es auch so, dass man das Risiko abwägen und clever spielen muss. Wenn Marco Reus vor mir spielt, der überall auf dem Spielfeld herum wuselt, was ja auch sein große Stärke ist, dann muss ich schon aufpassen, dass ich nicht jeden Angriff mit nach vorne gehe, weil die rechte Seite sonst komplett offen wäre. Wenn Juan Arango vor mir spielt, kann ich mich etwas mehr einschalten, da er in der Regel nicht quer über den ganzen Platz dribbelt. Grundsätzlich bin ich aber Verteidiger und sehe es als meine Hauptaufgabe an, dass wir hinten die Null halten.

Und das habt ihr in dieser Saison ja schon mehrfach geschafft. Worin liegt das Erfolgsgeheiminis?

Jantschke: Die Basis unseres aktuellen Erfolgs liegt darin, dass wir hinten sicher stehen. Wir arbeiten hart im Training daran, dass beispielsweise schon die Stürmer den Gegner früh unter Druck setzen. Wir stellen uns eigentlich nie hinten rein, verteidigen recht hoch und versuchen, die Lücken untereinander nicht zu groß werden zu lassen.

Das Einzige, was man euch im Moment vorwerfen kann, ist die Chancenverwertung …

Jantschke: Richtig, das kann irgendwann auch mal ins Auge gehen. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt, da kann hinten immer mal einer reinrutschen. Wir wissen alle, dass wir unsere Chancen besser nutzen müssen, aber daran arbeiten wir und auch das werden wir in den Griff kriegen. Das ist auch kein Stürmerproblem, wie es vielfach gesagt oder geschrieben wird. Es sind alle daran beteiligt, denn auch wir Abwehrspieler oder die Leute im Mittelfeld können Tore erzielen – und ich bin mir sicher, dass wir das als Mannschaft noch korrigieren werden.

Es ist auffällig, dass ihr euch auch bei einer knappen Führung nicht zurückzieht, sondern trotzdem weiter nach vorne spielt…

Jantschke: Das stimmt, es ist ja auch einfacher, sein Spiel weiter durchzuziehen und sich nicht ablenken zu lassen. Das gilt auch im Falle eines Gegentreffers – wie das Spiel gegen Wolfsburg gezeigt hat. Wir lassen uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen und spielen unseren Stil weiter. Genauso gehen wir bei einem 1:0 auf das zweite Tor, denn dann spielt es sich noch wesentlich ruhiger.

Am Samstag gastiert ihr beim SC Freiburg. Da habt ihr in der letzten Saison 0:3 verloren. Spielt das noch eine Rolle für euch?

Jantschke: Nein, die Vergleiche mit Spielen aus der Vorsaison wurde in den vergangenen Wochen ja schon häufiger herangezogen, aber das ist alles abgehakt. Wir haben neue Spieler bekommen, einen anderen Trainer und deshalb sind solche Vergleiche nicht ratsam. Dennoch haben die Freiburger eine sehr gefährliche Mannschaft mit offensivstarken Spielern wie Papiss Demba Cissé in ihren Reihen. Zuletzt hatten sie etwas Pech, denn sowohl beim 1:2 gegen Stuttgart als auch beim 2:4 auf Schalke hätten sie Punkte verdient gehabt. Wir sind gewarnt und wissen, dass ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt. Dennoch fahren wir natürlich nach Freiburg, um dort etwas mitzunehmen.

Cissé ist so etwas wie die Lebensversicherung des SCF. Stellt man sich auf einen solchen Spieler speziell ein?

Jantschke: Ja, klar. Vor solchen brandgefährlichen Angreifern wird natürlich im Vorfeld eingehend gewarnt. Cissé ist ein Ausnahmestürmer, der immer dort im Strafraum steht, wo der Ball hinfällt und dann macht er ihn rein. Wir haben es letztes Jahr miterlebt, dass er eine Riesenqualität hat und müssen besonders auf ihn aufpassen. Aber auch die anderen schnellen Offensivspieler wie Cedric Makiadi, Erik Jendrisek oder Anton Putsila dürfen wir nicht außer Acht lassen.

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