Gestern, in der 87. Minute des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen (2:2), hatte Trainer Lucien Favre so etwas wie ein Déjà-vu-Erlebnis.
„Wir haben schon einmal ein spätes Gegentor von André Schürrle bekommen, so etwas bleibt im Kopf.“ Woran sich Borussias Trainer erinnerte: Es war der 15. April und der 30. Spieltag der abgelaufenen Saison, Borussia spielte in Mainz, war die bessere Mannschaft – und bekam, ebenfalls in der 87. Minute, durch eben jenen Schürrle, der da noch für den FSV Mainz spielte, den späten Gegentreffer zur 0:1-Niederlage.
Geschichte wiederholt sich manchmal, leider, muss man in diesem Fall aus Borussen-Sicht sagen. Beim gestrigen Heimspiel gegen Bayer Leverkusen hatte man den Gegner eigentlich unter Kontrolle, hatte den 0:1-Rückstand durch Stefan Reinartz nach 65 Minuten egalisiert und sieben Minuten später sogar den 2:1-Führungstreffer markiert. Da Borussia zudem nach der Roten Karte gegen Gonzalo Castro in Überzahl spielte und von Leverkusen in der Offensive wenig bis nichts zu sehen war, dachte wohl kaum einer der 52.858 Besucher im prächtig gefüllten BORUSSIA-PARK daran, dass dieser Sieg noch aus der Hand gegeben werden kann. Dann aber schnappte sich Schürrle den Ball, zog wie vor sechs Monaten in die Mitte und aus rund 20 Metern ab ins lange Eck – 2:2, ein Endergebnis, mit dem vor allem die Leverkusener gut leben konnten. „Eigentlich hätten wir mit unserer Leistung nichts verdient gehabt“, so Schürrle hinterher. Den Punkt nahmen die Gäste natürlich trotzdem gerne mit.
23:8 lautete das Torschussverhältnis am Ende zugunsten Borussias, echte Chancen hatte Bayer lediglich drei – und machte daraus zwei Tore. Auch das aber ist eine Form der Qualität, die in der Schlussphase des Spiels in Person von Schürrle, Stefan Kießling und den eingewechselten Eren Derdiyok auf dem Platz stand. „Gegen solche Leute muss man zu 100 Prozent verteidigen, da muss man aufpassen“, sagte Favre, der fand, dass Borussia „zwei unnötige Gegentore“ kassierte. „Sauer“ sei er aber nicht ob der zwei verschenkten Punkte, „aber enttäuscht, genau wie meine Spieler“.
Zwei Traumpässe von Juan Arango
Die hatten sich nach dem 0:1 mächtig gesteigert und „fast schon in einen Rausch gespielt“, wie Leverkusens Trainer Robin Dutt hinterher anerkannte. Immer wieder mit nur einem Ballkontakt durchs Mittelfeld und auf die äußerst spielfreudigen Offensivleute Juan Arango, Patrick Herrmann, Mike Hanke und vor allem Marco Reus – so überrumpelte man die Leverkusener ein ums andere Mal. Alleine Reus probierte es gleich achtmal gegen den guten Bayer-Keeper Bernd Leno. Dass er nach herrlichem Arango-Zuspiel in der 65. Minute endlich zu seinem Treffer kam, war mehr als verdient und überfällig. Ein weiterer Traumpass von Arango erreichte in der 72. Minute Patrick Herrmann, der völlig allein vor Leno cool blieb und seinen Gegenüber einfach überlupfte. „Vor dem Tor ist Patrick gut“, lobte Favre den Mann, den er für den verletzten Igor de Camargo in die Startelf beorderte.
Es war zum Teil beeindruckend, wie viele Chancen Borussia sich gegen den Vizemeister erspielte, aber ärgerlich, dass am Ende nur zwei davon genutzt wurden. „Wir müssen weiter den Torabschluss trainieren – das ist die einzige Lösung“, so Favre. Für den heutigen Sonntagmorgen galt das zumindest für die Spieler noch nicht, die gestern zum Einsatz kamen. Die trafen sich nämlich nur zu einer lockeren Laufeinheit, während der Rest auf den Trainingsplatz ging. Für Raul Bobadilla war die Einheit schnell beendet, der Argentinier brach das Training mit Adduktorenproblemen ab und wird morgen genau untersucht. Der Rest war mit dabei und freut sich über den morgigen trainingsfreien Tag, ehe es am Dienstag mit der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) losgeht.
Die Enttäuschung über die zwei vergebenen Punkte war den Akteuren auch heute noch anzusehen, auch dem Trainer, der aber sagte: „Wir können nicht das ganze Spiel beherrschen und werden auch immer Fehler machen. Wir dürfen nicht übertreiben und müssen sehen, wo wir herkommen und wo wir vor wenigen Monaten noch standen“. Zum Beispiel am eingangs erwähnten 15. April. Da verlor Borussia nach einem Schürrle-Tor in Mainz 0:1 und war damit so gut wie aus der Ersten Bundesliga abgestiegen. Am gestrigen 15. Oktober bedeutete der späte Ausgleichstreffer des Nationalspielers „nur“, dass ein überlegen geführtes Heimspiel nicht mit den verdienten drei, sondern mit einem Punkt belohnt wurde. „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, deswegen war das 2:2 ganz sicher kein Rückschlag für uns“, so Marco Reus.













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Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
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Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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