Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl über Vergleiche zwischen Borussia und den Bayern, den guten Saisonstart und aktuelle Schiedsrichter-Diskussionen.
Bayern München auf Platz eins, Borussia auf Platz zwei – man kann kaum vermeiden, dass manch einer Vergleiche mit den 70er Jahren anstellt. Hast du Verständnis für entsprechende Fragen?
Max Eberl: Ich bin ziemlich sicher, dass diese Fragen nicht ganz ernst gemeint sind, also kann ich damit leben. Wir wissen genau, wo wir herkommen, und deshalb sind 17 Punkte aus den ersten neun Spielen einfach nur sehr positiv. Natürlich ist Platz zwei für uns eine ungewohnte Tabellenregion, aber aufgrund unserer Leistungen in den letzten Wochen ist das auch nicht unverdient. Wir haben uns vor der Saison vorgenommen, in jedem Spiel erfolgreich sein zu wollen, und das klappt bisher ganz gut.
Du bist auch schon gefragt worden, wann der Moment kommen könnte, in dem Borussia über ihre Zielsetzung nachdenken muss …
Max Eberl: Wir haben in der Rückrunde der vergangenen Saison erlebt und gelernt, wie wichtig es ist, von Spiel zu Spiel zu denken. Damit sind wir gut gefahren, damit fahren wir auch jetzt gut. Wir wollen jede Woche den größtmöglichen Erfolg, und dafür müssen wir in jedem Spiel 100 Prozent arbeiten. Lassen wir das Große und Ganze deshalb doch einfach weg.
Vor dem Spiel gegen Leverkusen war davon die Rede, dass jetzt die „großen Kaliber“ auf Borussia zukommen: Leverkusen, Hoffenheim, Hannover. Siehst du es auch so, dass man nach diesen Spielen eine realistische Standortbestimmung machen kann?
Max Eberl: Nein, so genannte große Kaliber hatten wir doch auch schon vorher, Bayern München zum Beispiel, Stuttgart, Schalke. Ich schaue nicht drei Wochen voraus. Heute interessiert mich nur das Spiel am Samstag in Hoffenheim. Wichtig ist doch neben unseren guten Ergebnissen auch die Art und Weise, wie wir sie zustande gebracht haben. Wir stehen defensiv gut, spielen uns aber auch viele Torchancen heraus. Und wir sind noch nicht am Optimum, es ist noch Potenzial in der Mannschaft, und das wissen die Spieler. Sie sind bereit, unter Lucien Favre an sich zu arbeiten und sich weiter zu verbessern.
Am Mittwoch ist der 19. Oktober, genau vor drei Jahren hast du den Posten als Sportdirektor bei Borussia übernommen. Ist die Zeit schnell vergangen?
Max Eberl: Allerdings, es ist in dieser Zeit sehr viel passiert. Der Job macht nach wie vor große Freude, denn wir sind dabei, etwas auf den Weg zu bringen. Letzte Saison hatten wir einen Ausschlag nach unten, aber wir sind wieder im richtigen Fahrwasser. Es war die richtige Entscheidung, in Lucien Favre einen Trainer zu holen, der den Weg weiter verfolgt, diese Mannschaft Schritt für Schritt zu verbessern.
Er ist ein Trainer mit hohen Ansprüchen …
Max Eberl: … was wir klasse finden. Hohe Ansprüche zu haben, treibt einen an. Man ruht sich nicht aus, bleibt unter Spannung. Man spürt das bei den Spielern, beim ganzen Verein. Es fördert die Konzentration und ist eine ganz wichtige Charaktereigenschaft.
Hohe Ansprüche haben auch Borussias Talente im Nachwuchsbereich. Die U23 spielt in der Regionalliga an der Spitze mit.
Max Eberl: Die Mannschaft spielt bisher wirklich eine sehr gute Runde. Was uns stolz macht, ist die Tatsache, dass 90 Prozent der Spieler in der U23 aus unserem eigenen Nachwuchs kommen. Jungs wie Alexander Bieler oder Amin Younes haben dort die Möglichkeit, sich zu zeigen und für „oben“ zu empfehlen. Und die Profis, die in der Bundesliga nicht zum 18er-Kader zählen und in der Regionalliga zum Einsatz kommen, geben dort so Gas, dass wir sie ohne Bedenken auch in der Bundesliga bringen können.
Abseits von Borussia haben am Wochenende einige Schiedsrichter-Entscheidungen für Gesprächsstoff gesorgt. Stichwort: passives Abseits.
Max Eberl: So ganz abseits von Borussia ist das nicht. Bei dem Tor, das wir in Freiburg kassiert haben, hätte man ja auch Abseits geben können. Ich halte das passive Abseits eigentlich für einen guten Ansatz, es wird aber immer komplizierter, je näher man ans Tor kommt. Die Frage, wann ein Spieler einen Torwart behindert, ist für den Schiedsrichter manchmal sehr schwer zu beurteilen. Und am Beispiel des nicht gegebenen Tors von Hannover in Köln sieht man, dass auch Schieds- und Linienrichter eine Situation unterschiedlich beurteilen können. In dem Fall hätte ich es gut gefunden, wenn der Schiedsrichter die Verantwortung übernommen und den Linienrichter überstimmt hätte. Denn er hatte den besseren Blickwinkel.














Borussias Twitter Feed
Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
Gestern
Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
Borussia bei Facebook
Borussia bei Youtube
Videos aus unserem Youtube-Kanal