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Borussia News

NEWS: 31.10.2011

„Wir lassen uns keinen Sand in die Augen streuen“

„Wir lassen uns keinen Sand in die Augen streuen“
Borussias Trainer Lucien Favre an der Seitenlinie in Aktion.

Standpunkt: Borussias Trainer Lucien Favre über den Sieg gegen Hannover, die Einordnung der aktuellen Situation und das kommende Auswärtsspiel bei seinem Ex-Club Hertha BSC.

Nach drei Spielen ohne Sieg hat Borussia am Samstag 2:1 gegen Hannover gewonnen. Wie wichtig war dieser Sieg für die weitere Entwicklung der Mannschaft in den nächsten Wochen?

Lucien Favre: Das war ein sehr wichtiger Sieg. Wir haben auch in den Spielen davor nicht schlecht gespielt, aber leider keine guten Ergebnisse gemacht. Deshalb war es wichtig, dass die Mannschaft jetzt wieder drei Punkte geholt und gesehen hat, dass sie sich für ihre Arbeit belohnen kann.

Nach elf Spieltagen hat Borussia 20 Punkte. 20 Punkte waren es auch in den letzten zwölf Spielen der vergangenen Saison unter Ihrer Regie. Wie stabil ist Borussia?

Lucien Favre: Der Klassenerhalt war ein Wunder, das wissen wir alle. Niemand konnte davon ausgehen, dass wir genau so weitermachen können. Deshalb sollten wir auch nicht denken, dass jetzt alles immer auf diesem Niveau bleibt. Jeder Punkt ist hart erkämpft, und wir müssen weiter um jeden Punkt kämpfen.

Von den Medien kommen aufgrund des Tabellenplatzes Fragen nach dem Europapokal. So auch am Samstag, da wurde Hannovers Trainer Mirko Slomka um seine Meinung über Borussia gebeten und er sagte, dass Borussia eine ähnliche Rolle wie seiner Mannschaft im Vorjahr zuzutrauen sei. Was denken Sie von dieser Einschätzung?

Lucien Favre: Es ist nett, wenn meine Trainerkollegen positiv über uns sprechen. Wir dürfen uns davon aber keinen Sand in die Augen streuen lassen. Ich halte diese Fragen für total überflüssig und nicht angebracht. Unsere Mannschaft ist mit der von Hannover zum Beispiel nicht zu vergleichen.

Borussias nächster Gegner ist am Samstag Hertha BSC, Ihr Ex-Club. Ist das für Sie ein besonderes Spiel?

Lucien Favre: Ich freue mich darauf, wieder nach Berlin zu kommen und dort viele Leute zu treffen, die ich aus meiner Zeit bei Hertha kenne. Aber davon abgesehen ist es ein normales Spiel für mich mit Borussia. Ein Spiel, das wir gewinnen wollen.

Sie haben in Berlin sehr erfolgreich gearbeitet und haben sich damit in Deutschland als Trainer einen sehr guten Ruf gemacht. Im zweiten Jahr hat Hertha BSC sogar bis kurz vor Saisonende um die Meisterschaft mitgespielt.

Lucien Favre: Ja, das war eine große Überraschung, denn wir hatten einen viel geringeren Etat als alle Mannschaften in der oberen Hälfte der Tabelle. Zwei Spieltage vor Schluss lagen wir nur einen Punkt hinter Wolfsburg, das am Ende Meister geworden ist. Wir wurden Vierter, für Hertha war das eine Sensation.

Der Verein musste danach wegen finanzieller Probleme die besten Spieler verkaufen und konnte sich nicht mehr verstärken. Danach kam auch für Sie das Aus in Berlin. Ärgert Sie diese Entlassung heute noch?

Lucien Favre: Das ist vorbei und für mich abgehakt. Ich hatte in Berlin eine tolle Zeit und werde die Stadt und die Menschen dort nie vergessen. Auch zu den Leuten bei Hertha habe ich ein gutes Verhältnis, zu allen. Ich habe zwei Jahre und drei Monate dort gearbeitet. Für Deutschland ist das eine lange Zeit, der Durchschnitt liegt bei den Trainern bei 10 bis 14 Monaten.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Hertha?

Lucien Favre: Ich freue mich, dass der Verein die Euphorie des Aufstiegs mit in die Bundesliga genommen hat und so gut gestartet ist. Hertha BSC ist kein normaler Aufsteiger, das ist ein Riesenclub mit großer Tradition, der sich wieder in der Bundesliga etablieren wird, das ist klar. Sie haben ein unglaubliches Offensivpotenzial: Raffael, Ramos, Lasogga, Ben-Hatira, Ebert, Torun, Ruksavina!

Es gibt viele, die die aktuelle Borussia mit Herthas Mannschaft aus Ihrer Zeit in Berlin vergleichen. Passt dieser Vergleich?

Lucien Favre: Er passt überhaupt nicht. Das hat nichts miteinander zu tun, die Mannschaften sind total unterschiedlich und wir spielen auch einen anderen Fußball als damals die Hertha.

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