Günter Thiele stand zwischen 1986 und 1989 in 63 Bundesligaspielen für den VfL auf dem Platz und erzielte dabei 14 Treffer. Am heutigen Montag feiert der frühere Angreifer seinen 50. Geburtstag. Borussia wünscht auf diesem Wege alles Gute!
Insgesamt stand Thiele zwischen 1979 und 1989 in 191 Bundesligaspielen auf dem Platz und erzielte dabei 58 Tore. Bevor er zur Saison 1986/87 zum VfL wechselte, spielte er sieben Jahre bei Fortuna Düsseldorf. Nach seiner Zeit bei Borussia war er zunächst für ein Jahr beim MSV Duisburg und wechselte anschließend nach Venezuela. Wir sprachen mit dem sympathischen Jubilar, der am Ende des Gesprächs sagte: „Schöne Grüße an alle. Ich wünsche Borussia alles Gute!“
Herr Thiele, wie feiern Sie Ihren Ehrentag?
Günter Thiele: Am Montag feiern wir nur im kleinen Kreis mit der Familie. Am Freitag gibt es dann eine große Feier mit allen Freunden und Bekannten. Was mich da genau erwartet, weiß ich allerdings noch nicht, weil meine Frau das in die Hand genommen hat. Ich lass mich da überraschen.
Was machen Sie heute?
Günter Thiele: Ich bin seit dem Jahr 2006 Kundenberater bei der ARAG Versicherung. Außerdem bin ich seit kurzem bei der Bezirksligamannschaft des VFR Neuss beratend tätig und sitze da auch mit auf der Bank. Zudem trainiere ich die A-Jugend von Rot Weiss Lintorf.
Stimmt es, dass Ihr damaliger Spitzname „Schädel“ war?
Günter Thiele: Ja, das ist richtig. Man sagte mir damals nach, dass ich nach Horst Hrubesch der kopfballstärkste Spieler der Liga gewesen sein soll. Den Namen habe ich von meinem früheren Mannschaftskollegen Gerd Zewe. Das ging dann durch die Presse und so hatte ich den Namen weg.
Warum sind Sie nach Ihrer Zeit beim MSV Duisburg nach Venezuela zum FC Caracas gegangen und wie kam der Kontakt zu Stande?
Günter Thiele: Ich wollte am Ende meiner Karriere immer noch mal ins Ausland. Ich wollte noch etwas durch die Weltgeschichte tingeln. Mein damaliger Berater Wolfgang Fahrian hat den Kontakt hergestellt. Der FC Caracas war damals gerade in der Sportschule in Hennef und ich habe ein Probetraining gemacht. Anschließend hat mich der Präsident des Vereins nach Venezuela eingeladen und aus drei Wochen sind zehn Jahre geworden. Ich habe dort meine Frau kennengelernt. Mittlerweile sind wir seit über 20 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder.
Erzählen Sie bitte von der Zeit in Venezuela.
Günter Thiele: Zuerst habe ich beim FC Caracas gespielt. Da hatte ich im ersten Jahr auch ungefähr 25 Einsätze und nicht nur einen, wie es in manchen Statistiken steht. Dann habe ich mir eine schwere Knieverletzung, also einen Kreuzband-, Innenband- und Meniskusabriss zugezogen. Dann war natürlich erst mal Schluss mit Fußball. Anschließend habe ich noch beim FC Galicia gespielt, musste meine aktive Karriere dann aber wegen der Knieverletzung beenden. Danach war ich als Assistenztrainer der venezolanischen Nationalmannschaft tätig. Das war vor der Weltmeisterschaft 1994 in den USA. Ich habe für das Team ein zweiwöchiges Trainingslager in Deutschland organisiert und anschließend ging es dann zum Höhentraining nach Kolumbien. Danach habe ich die U21 von Caracas trainiert.
Und wann und warum sind Sie wieder nach Deutschland gekommen?
Günter Thiele: Das war im Jahr 2002. Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir ja zwei Kinder haben und das Gesundheits- und Schulsystem ist in Deutschland schon besser.
Verfolgen Sie noch, was bei Borussia passiert?
Günter Thiele: Na klar! Ich wohne in Neuss, da habe ich es nicht so weit zum BORUSSIA-PARK. Ich war auch vor ein paar Wochen beim Spiel gegen den VfB Stuttgart. Borussia hatte mich eingeladen und mir so einen wunderschönen Tag beschert. Stadionsprecher Torsten Knippertz hat noch ein Interview mit mir gemacht und das war wirklich ein ganz tolles Erlebnis, da unten auf dem Rasen zu stehen. Das ist natürlich etwas ganz anderes, als auf der Tribüne zu sitzen. Aber ich bin sonst auch häufig zu Gast im Stadion.
Dann drücken Sie dem VfL auch immer noch die Daumen?
Günter Thiele: Auf jeden Fall. Das ist wie eine Sucht. Borussia ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich habe schon als Kind dem VfL die Daumen gedrückt. Dementsprechend war die letzte Saison auch besonders grausam für mich. Da habe ich einige graue Haare bekommen. Aber es ist ja alles noch mal gut gegangen. Leid tut es mir für meinen Freund Michael Frontzeck, mit dem ich früher auch zusammengespielt habe. Ich hätte ihm einfach mehr Erfolg gegönnt. Aber mit Lucien Favre habt ihr euch einen sehr guten Trainer geholt. Das war ein toller Schachzug. Ich habe auch mit einigen Spielern gesprochen und alle sind begeistert. Favre hat einen super Start hingelegt und das so etwas für eine gute Saison wichtig ist, weiß ich noch aus meiner aktiven Zeit.
Was trauen Sie dem VfL in dieser Saison noch zu?
Günter Thiele: Wenn Borussia die nächsten Spiele noch erfolgreich absolviert, dann kann man unter die ersten sechs Mannschaften der Tabelle kommen. Borussia muss einfach wieder international spielen. Und die schaffen das auch!














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