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NEWS: 06.11.2011

Dynamik und Siegeswillen: VfL bleibt Spitzenreiter

Dynamik und Siegeswillen: VfL bleibt Spitzenreiter
Nicht der Längste, gegen den BVB aber mit zwei Toren und tollen Vorlagen der Größte: Kevin Holzweiler.

Die Zuschauer, die sich das Spitzenspiel der U19-Bundesliga angesehen hatten, verließen begeistert den BORUSSIA-PARK! Zumindest, wenn sie dem VfL nahe standen: Denn der Tabellenführer setzte sich in einer an Dramatik und Spannung kaum zu überbietenden Partie 4:3 gegen den bis dahin punktgleichen Tabellenzweiten von Borussia Dortmund durch.

Ehe die drei Punkte auf der Habenseite verbucht werden konnten, mussten die heimischen Borussen aber durch ein Wechselbad der Gefühle gehen. „Unglaublich, das war ein absolutes Spitzenspiel, das wir bei einer 2:0-Führung absolut im Griff hatten. Mindestens zweimal mussten wir das 3:0 schießen“, erklärte VfL-Trainer Horst Steffen kurz nach dem Abpfiff. Doch seine Elf ließ zwei sehr gute Möglichkeiten ungenutzt, gewährte den Gästen aus dem Nichts den Anschlusstreffer und leistete sich einen zweiten folgenschweren Fehler zum Ausgleich. Und als dann auch noch Leonel Kadiata bei einem Einwurf (!) mit der Roten Karte bedacht als einziger Verlierer aus dem entstandenen Gerangel heraus ging, schien sich das Schlagerspiel trotz der Treffer von Kevin Holzweiler und Patrick Dertwinkel zu Ungunsten des VfL gedreht zu haben.

Steffen stimmte auf Sieg ein

In der Pause aber stimmte Steffen seine Jungs noch einmal ein, erinnerte an das letzte Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen, das Borussia ebenfalls in Unterzahl 1:0 gewann. „Wir wollten gewinnen. Ich habe den Jungs aber auch gesagt, dass ein Punkt okay ist, wenn es kurz vor dem Ende noch unentschieden steht“, meinte Steffen, der kaum ahnen konnte, was sich in den zweiten 45 Minuten abspielen sollte. Wieder hatte der VfL eine gute Möglichkeit, das dritte Tor und damit das 3:2 zu erzielen, diesmal kam es aber wegen des umstrittenen Abseitspfiffes des Schiedsrichters erst gar nicht zum Duell mit dem gegnerischen Torhüter. Nur wenige Minuten später trauerten die Hausherren dieser Szene doppelt hinterher, denn der BVB nutze einen Konter zum 3:2 – und sah sich spätestens jetzt im Vorteil. Dortmund aber hatte keinen Holzweiler im Mittelfeld! Der wendige wie kleine Borusse dribbelte sich durch die körperlich in einer anderen Liga spielenden Abwehrbeine des BVB und legte zunächst für Bilal Sezer auf. Der Torschütze zum 3:3 ließ sich bestens in Schussposition gebracht nicht zweimal bitten und schoss den Ausgleich. Dass fehlende Körperlänge kein Hindernis für einen starken Fußballer sein muss, bewies Holzweiler nur wenig später noch eindrucksvoller.

VfL wollte mehr, Unterzahl spielte keine Rolle

Denn der VfL wollte mehr, die Unterzahl spielte keine Rolle, „super, welche Dynamik und welchen Siegeswillen die Mannschaft gezeigt hat. Wir sind auch nach dem 2:3 noch einmal wiedergekommen, das war sehr, sehr gut“, freute sich Steffen. Holzweiler, der sich bei Eckbällen gerne zum Schützen gesellt, um eine „kurze Ecke“ zu ermöglichen, hatte sich in der 72. Minute mal an die Strafraumkante geschlichen. Und genau dorthin kam der Abwehrversuch des BVB, Holzweiler nahm den Ball an, legte ihn an einem Gegenspieler vorbei in den Strafraum und zog mit links ab: 4:3 für den VfL, das leicht abgefälschte Siegtor wurde noch gefährlich für den Schützen, der sich Sekunden später ohne Trikot unter einem Jubelberg von VfL-Spielern widerfand. Gelb gab es, weil er sich das Trikot zuvor selbst ausgezogen hatte, und drei Zähler gab es, weil sich die Steffen-Elf in der Folge vehement gegen einen weiteren Gegentreffer wehrte, selbst noch Konterchancen besaß und in der Nachspielzeit dann auch das Glück zur Seite hatte, als der BVB mit einem erfolgsversprechenden Schuss an der Querlatte des von Julien Schneider gehüteten Tores scheiterte. „Wir haben in einigen engen Spielen in dieser Saison schon unsere Stärke gezeigt, die Mannschaft hat Selbstvertrauen, so kann es weitergehen“, meinte Steffen, der mit seiner Mannschaft zu Recht weiter als Tabellenführer der U19-Bundesliga von ganz oben grüßt!

Borussia: Schneider - Kadiata, Rott, Kosmala, Karwot – Sezer, Dertwinkel, Aktas (81. Dames), Holzweiler (89. Joy-L. Mickels) – Göttel (87. Szenes), Ritter (90. Guier). Tore: 1:0 Holzweiler (5.), 2:0 Dertwinkel (11.), 2:1 Kübel (20.), 2:2 Demirbay (27.), 2:3 Ducksch (55.), 3:3 Sezer (59.), 4:3 Holzweiler (72.). Rote Karte: Kadiata (33). Zuschauer: 220.

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