Standpunkt: Borussias Präsidiumsmitglied Hans Meyer bezieht Stellung zum Auswärtssieg in Berlin, Marco Reus und die aktuelle Lage Borussias.
Es war am Samstag nicht nur für Lucien Favre eine Rückkehr nach Berlin, sondern auch für Sie. Wie war denn aus Ihrer Sicht die Dienstreise zu Ihrem alten Arbeitgeber?
Hans Meyer: Ich habe zu allen Clubs, bei denen ich gearbeitet habe, ein gutes Verhältnis. Es wird auch so bleiben, dass man sich mit den Leuten, die dort noch arbeiten und die man kennt, beschäftigt. Aber in dem Augenblick, in dem Borussia mit dabei ist, ist klar und logisch, wofür das Herz schlägt.
Wie sehr hat es Ihnen gefallen, was Sie da auf dem Rasen des Olympiastadions gesehen haben?
Hans Meyer: Ich hatte in der ersten Halbzeit nach dem 1:0 für Hertha die Befürchtung, dass wir nicht die Spannkraft haben, um dieses Spiel erfolgreich zu gestalten. Wir haben uns beeindrucken lassen von dem recht aggressiven Spiel der Berliner, das ich so nicht erwartet hätte. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass wir in dieser Phase immer den Biss gezeigt haben, der uns zuletzt ausgezeichnet hat. Aber in den zehn Minuten vor der Pause und vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir uns richtig gefunden und den Sieg verdient heraus geholt.
Insgesamt erst drei Niederlagen, zuletzt zwei Siege nach zuletzt drei Partien ohne dreifachen Punktgewinn, jetzt ein Auswärtssieg nach 0:1-Rückstand – ist Borussia eine stabile Mannschaft?
Hans Meyer: Mit diesem Begriff wäre ich vorsichtig. Das, was Sie erwähnt haben, sind sicher schöne Anzeichen. Aber Borussia Mönchengladbach nimmt seit 14 fast immer die Frage mit in die Weihnachtszeit, ob es am Ende den mit dem Klassenerhalt reichen wird. Da sollte man, wenn man nach so langen Jahren das erste Mal in einer so komfortablen Situation ist, nicht anfangen zu spinnen. Es gibt im Fußball so viele Eintagsfliegen. Bevor man im Fußball von Stabilität redet, sollte man als Basis für eine endgültige Beurteilung einen größeren Zeitraum heranziehen. Aber darum geht es im Moment ja auch gar nicht. Es geht darum, dass man weiter hoffnungsbringenden Fußball spielt, und das ist auch gut.
Vor allen Dingen Marco Reus ist in aller Munde - man ahnt, dass Ihnen dieser Personenkult nicht unbedingt gefällt…
Hans Meyer: Weil eine solche Reduzierung einer Mannschaftsleistung auf eine Person ja auch nicht den Tatsachen entspricht. Ich kenne den Jungen ja auch. Ich weiß, dass er zum Glück so realistisch ist zu wissen, dass man mit elf Marco Reus´ kein Spiel gewinnen kann, sondern dass die Mischung stimmen muss. Dass er uns natürlich momentan mit seinen Möglichkeiten das Extra an Kreativität bringt, um Tore zu machen, ist von unschätzbarem Wert. Ich weiß, dass Marco das einordnen kann und dass Lucien Favre in dieser Frage mit ihm keine Problem hat. Ich weiß aber auch, wie sich die Medien auf junge Talente und Leistungsträger stürzen. Da ist es sehr kompliziert und schwer, normal zu bleiben. Es gibt leider Beispiele von Spielern en masse, die nicht mehr coachbar sind und durch die Schulterklopferei aufhören, sich zu entwickeln. Das wird Marco, so hoffe ich, im Griff behalten, denn er hat noch richtige Reserven. Borussia wird ihn dabei ganz sicher unterstützen.
Erlauben wir uns nach zwölf Spielen einen Blick auf die Tabelle. Borussia hat 23 Punkte, einen mehr etwa als Schalke 04 und genau so viele wie Borussia Dortmund und Hannover 96. Was fällt Ihnen außerdem beim Blick auf die Tabelle auf?
Hans Meyer: Mir fällt auf, dass wir am zwölften Spieltag in den vergangenen 15 Jahren noch nie so viele Punkte hatten, und die nimmt uns keiner mehr. Darüber hinaus schließe ich im Gegensatz zu den Fans aber nicht die Augen und sage: Es wäre schön, wenn jetzt Schluss wäre. Borussia gehört leider noch zu den Mannschaften, bei denen eine solche Tabellenposition überraschend ist und wo Dinge wie Verletzungen oder unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen auch dafür sorgen können, dass man auch einmal dreimal hintereinander verliert. In einer dieser Fußball-Diskussionsrunden hat letztens jemand gesagt: Guck dir die Tabelle an, ab dem zweiten Platz beginnt das Mittelfeld. Da hatte er nicht ganz unrecht. Aber natürlich ist es schön, dass wir von den wirklich unangenehmen Plätzen momentan weit entfernt sind. Das ist gut für die Jungs, sie können sich weiter Sicherheit und Motivation holen für ihre an sich schon gute Arbeit. Das ist wichtig vor den schweren Aufgaben, die in diesem Jahr noch vor uns liegen wie etwa die Spiele gegen Werder Bremen, Borussia Dortmund oder im Pokal gegen Schalke 04. Der Trainer wird dafür sorgen, dass die Mannschaft diesen sehr positiven vierten Platz und die gute Stimmung rund um den Verein nutzt und richtig dran bleibt.













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Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
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Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
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