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NEWS: 18.11.2011

„Immer eine Frage der Qualität“

„Immer eine Frage der Qualität“
Arie van Lent ist auch heute noch ein gern gesehener Gast im BORUSSIA-PARK.

Arie van Lent ist in seiner Karriere sowohl für Borussia, als auch für Werder Bremen auf Torejagd gegangen. Inzwischen ist der 41-Jährige Trainer beim Drittligisten Kickers Offenbach. Doch auch die Bundesliga beobachtet der sympathische Niederländer natürlich noch ganz genau.

Arie, zunächst die Frage nach deiner sportlichen Situation. Bist du mit dem Abschneiden deiner Kickers im bisherigen Saisonverlauf der 3. Liga zufrieden?

Arie van Lent: Eigentlich schon! Wir befinden uns auch hier in Offenbach im vielzitierten Umbruch. Elf Spieler haben uns vor der Saison verlassen. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass wir zum Start doch einige Probleme hatten. Inzwischen haben wir uns gefangen und haben unsere Leistungen stabilisiert.

Ihr steht auf dem fünften Tabellenplatz in absoluter Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Ist der Aufstieg das Saisonziel?

Arie van Lent: Nach den letzten Jahren sind die Erwartungen in Offenbach nicht mehr ganz so groß. Natürlich wollen wir in die 2. Liga, aber unter den Voraussetzungen kann man nicht vom Aufstieg als Plicht sprechen. Man wird sehen, was am Ende der Saison rausspringt.

Kommen wir zum Duell zwischen Borussia und Werder. Was Mitte März dieses Jahres noch ein Abstiegsduell war, ist nun ein Spitzenspiel. Überrascht dich diese Tatsache?

Arie van Lent: Bei Bremen ist diese Entwicklung nicht sonderlich überraschend. Eigentlich erwartet man von einer Mannschaft mit so viel Qualität, dass sie im oberen Drittel der Tabelle steht. Bei Borussia sieht das schon ein wenig anders aus. Die Mannschaft hat den guten Lauf der Rückrunde mit in die neue Spielzeit genommen. Kompliment an Lucien Favre für die hervorragende Arbeit!

Spiegelt denn der Tabellenplatz Borussias Leistungsstärke wider?

Arie van Lent: Wer nach zwölf Spieltagen oben steht, tut dies mit Recht! Die Mannschaft hat sich weiter gesteigert, wirkt sehr gefestigt und hat sich in der Liga Respekt erarbeitet. Ein Quäntchen Glück gehört beim Fußball aber auch immer dazu, dass hatte das Team zuletzt. Es wird interessant sein, zu sehen wie es mit Borussia weiter geht, schließlich ist die Saison noch lang.

Per Mertesacker wurde kurz vor Transferschluss an Arsenal London abgegeben und Naldo droht verletzt auszufallen. Wie schwer wiegen solche Umstellungen in der Abwehr?

Arie van Lent: Gerade in der Innenverteidigung ist die Abstimmung von entscheidender Bedeutung. Über einen kurzen Zeitraum sind Ausfälle immer zu kompensieren, aber man hat bei Borussia in der letzten Saison gesehen, wie schwierig es ist, wenn man auf dieser Position dauernd wechseln muss. Schlussendlich ist es aber natürlich immer eine Frage der Qualität und die ist bei den meisten Vereinen in der zweiten Reihe nun mal nicht so groß.

Qualität ist das richtige Stichwort, um über Claudio Pizarro zu sprechen. Wie fühlt es sich als Stürmer an, wenn man einen Lauf hat?

Arie van Lent: Man hat als Spieler einfach ein anders Gefühl, wenn man auf den Platz geht. Alles was man macht hat plötzlich Hand und Fuß, man trifft intuitiv die richtigen Entscheidungen. So ist es zurzeit bei Pizarro, aber auch bei Marco Reus. Aber auch hier ist es letztendlich eine Frage der Qualität und Claudio Pizarro ist einfach ein Torjäger wie er im Buche steht.

Du kennst auch die andere Seite der Medaille, wenn man mal über einen längeren Zeitraum nicht trifft. Geht einem das Torlos-Minutenzählen auf die Nerven?

Arie van Lent: Gerade wenn man am Anfang seiner Karriere steht, kann man mit solchen Situationen nur schwer umgehen. Mit fortschreitendem Alter wird man aber in dieser Hinsicht immer lockerer, denn solche Dinge kommen immer wieder vor. Da darf man sich nicht verrückt machen lassen.

Spielt es dabei auch eine Rolle, ob die Mannschaft in diesem Zeitraum Erfolg hat oder nicht?

Arie van Lent: Wenn du als Stürmer nicht triffst und die Mannschaft keinen Erfolg hat, stehst du natürlich viel mehr im Fokus der Öffentlichkeit. In so einer Situation steigt der Druck noch zusätzlich. Aber auch im Falle des Mannschaftserfolgs wünschst du dir als Stürmer immer zu treffen. Da muss man dann zur Not auch einfach mal einen Ball ins Tor stolpern und plötzlich läuft es wieder.

Sind es denn immer noch nur die Tore, an denen sich ein Stürmer messen lassen muss?

Arie van Lent: Es ist schon so, dass Tore das gängige Bewertungskriterium für Stürmer sind. Durch meine Arbeit als Trainer weiß ich aber auch ganz genau, wie viel du als Angreifer heute auch nach hinten arbeiten musst.

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