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NEWS: 21.11.2011

"Was will man mehr?"

"Was will man mehr?"

Standpunkt: Vizepräsident Rainer Bonhof über das tolle 5:0 gegen Werder Bremen, das anstehende Derby in Köln und die Situation um Babak Rafati.

Rainer Bonhof, ich denke, wir alle haben am Samstag ein mitreißendes Fußballspiel gesehen…

Rainer Bonhof: Es war toll für alle Beteiligten und ein echtes Fußballfest, mit dem in dieser Form natürlich nicht zu rechnen war. Jeder, der im Stadion war oder das Spiel im Fernsehen gesehen hat, hat es zu Recht genossen. Fünf Tore erlebt man heutzutage in der Bundesliga nicht alle Tage, schon gar nicht gegen eine Mannschaft wie Werder Bremen. Trotzdem war nicht alles gut, bis zum 1:0 haben wir zu viel in der Defensive zugelassen, wir haben zu viele Fouls am eigenen Sechzehner begangen. Danach aber war das Defensivspiel besser.

Der „Kicker“ hat in 90 Minuten gerade einmal drei Chancen für Werder gezählt.

Rainer Bonhof: Das gemeinsame Spiel gegen den Ball war hervorragend. Den Ball erobern, die Situation erkennen und den Gegenangriff einleiten – das hat am Samstag hervorragend funktioniert und uns fünf herrliche Tore eingebracht. Auf der anderen Seite ist es gelungen, etwa einem großartigen Fußballer wie Claudio Pizarro nur wenig Raum zur kreativen Entfaltung gegeben zu haben – und das, obwohl in der Abwehr verletzungsbedingt früh gewechselt werden musste.

Auch in dieser Woche kommen wir nicht umhin, über Marco Reus zu sprechen. Drei Tore hat er selbst erzielt, auf der anderen Seite reißen die Spekulationen über seine Zukunft nicht ab. Was sagen Sie dazu?

Rainer Bonhof: Marco selbst hat eigentlich alles dazu gesagt. Der Zeitpunkt überrascht ein wenig, normalerweise werben die Bayern ja vor den direkten Duellen der beiden jeweiligen Teams, um Unruhe zu stiften. Es überrascht natürlich nicht, wenn andere Vereine an einem Spieler wie Marco Reus interessiert sind – wir können diese Diskussionen im Moment aber überhaupt nicht gebrauchen. Die Art und Weise aber, wie souverän Marco mit dieser Situation umgeht und welche Leistung er trotz des Wirbels bringt, ist doch ein gutes Zeichen dafür, dass er sich hier in diesem Umfeld wohl fühlt – und dass das der Fall ist, ehrt uns alle hier bei Borussia.

Im anderen Topspiel des Wochenendes hat Borussia Dortmund bei Bayern München gewonnen. Waren Sie überrascht?

Rainer Bonhof: Ich fand die Aussage gut, die Dortmunds Trainer Jürgen Klopp vor dem Spiel gemacht hat: Natürlich fährt man nicht nach München in dem Glauben, dort sicher drei Punkte mitzunehmen. Aber wir fahren trotzdem hin und trauen uns das zu. Ich habe das Spiel nicht komplett gesehen, aber in den 75 Minuten, die ich gesehen habe, haben die Dortmunder kaum etwas zugelassen. Da konnte man erkennen, dass da der Deutsche Meister gespielt hat. Für die Spannung in der Bundesliga allgemein war das natürlich das beste Ergebnis, so rückt alles wieder enger zusammen.

Bereits in vier Tagen steht das nächste Spiel auf dem Programm. Was erwarten Sie vom Derby beim 1. FC Köln?

Rainer Bonhof: Ich erwarte ein typisches Derby, in dem wir hoffentlich erst kämpferisch dagegenhalten und dann zu unserem Spiel finden. Außerdem hoffe ich, dass es auf den Rängen friedlich bleibt und wir alle einen tollen Fußballabend erleben. Bremen, Köln, Dortmund - im Moment haben wir wirklich tolle Spiele und große Herausforderungen. Was will man mehr? Da geht man mit viel Freude auf den Platz.

Der vergangene Spieltag wurde von der Spielabsage in Köln und dem Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati überschattet.

Rainer Bonhof: Ich hatte es nie im Kopf, dass so eine Situation einmal eintreten könnte. Natürlich hat man die besondere Drucksituation der Schiedsrichter immer wieder vor Augen, auch im Zusammenhang mit den jüngeren Diskussionen um Depressionen oder Burn-Outs. Aber die Dimension, die mittlerweile erreicht wurde, ist das eigentlich Erschreckende. Ich möchte mich aber nicht groß an Spekulationen beteiligen, er und seine Mitmenschen brauchen jetzt vor allen Dingen Ruhe.

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