Nach der Länderspielpause und der Spielabsage gegen Mainz am vergangenen Wochenende ist das letzte Pflichtspiel der Kölner schon drei Wochen her.
Kölns Trainer Stale Solbakken nutzte die Zeit, um in einem internen Testspiel einige Akteure genauer unter die Lupe zu nehmen. Ob dies auch Änderungen in der Startformation gegenüber dem 2:3 gegen Bremen zur Folge hat, bleibt abzuwarten. Zwei Änderungen stehen schon einmal fest.
Die Spielabsage gegen Mainz dürfte zwei Kölner sogar noch ein Stück mehr geärgert haben, als den Rest. Denn dadurch, dass nicht gespielt wurde, müssen Martin Lanig und Henrique Sereno, ihre „Ein-Spiel-Sperren“ nun im Derby absitzen. Lanig kassierte gegen Werder Bremen seine fünfte Gelbe Karte, Sereno flog gegen die Hanseaten mit Rot vom Platz und wurde im Anschluss für eine Bundesligapartie gesperrt. Das Derby verpassen wird wahrscheinlich auch Ammar Jemal, der Abwehrspieler soll nach seinem in Bremen erlittenen Muskelfaserriss vorbeugend am Freitag noch pausieren. Der Tunesier absolviert aktuell mit Fitness-Trainer Björn Vidar Stenersen ein Spezialtraining, die Partie gegen die Fohlen wird wohl aber zu früh für ihn kommen. Somit muss Coach Solbakken am heutigen Freitag seine Startelf auf zwei Schlüsselpositionen umbauen. Für den Portugiesen Sereno wird daher wahrscheinlich der Kanadier Kevin McKenna in der Innenverteidigung auflaufen - neben Pedro Geromel. Der FC-Kapitän feierte gegen Bremen sein Comeback, zuvor fiel er sechs Wochen wegen eines Außenmeniskusrisses im rechten Knie aus.
Pezzoni oder Matuschyk?
Wer neben Sascha Riether für den gesperrten Lanig im zentralen defensiven Mittelfeld aufläuft, lässt Solbakken noch offen. Einer, der ideal für die Position wäre, ist Routinier Petit. Der 35-Jährige hatte sich in der vergangenen Saison am letzten Spieltag gegen den FC Schalke 04 das Kreuzband gerissen. Im internen Testspiel absolvierte der Mittelfeldspieler nach langer Verletzungszeit den ersten erfolgreichen Test mit Wettkampfcharakter, der Trainer bescheinigte ihm eine gute Leistung: „Man sieht, dass er das Fußballerauge hat. Ein Comeback vor Weihnachten ist aber schwierig, er muss weiter an seinem Körper arbeiten.“ So sind Kevin Pezzoni und Adam Matuschyk, die beide mit ihrem bisherigen Reservistendasein unzufrieden sind und sich mit Wechselabsichten tragen, erste Alternativen für die zweite Sechser-Position.
„Als Mannschaft verteidigen“
Nach drei Wochen ohne Pflichtspiel brennen die Kölner, in der Bundesliga wieder ran zu dürfen. Die besondere Brisanz der Partie gegen den VfL ist auch Solbakken bewusst: „Das ist ein Derby, ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir wollen ein gutes Spiel machen, darum müssen wir uns gut vorbereiten.“ Mit 26 Gegentoren haben die Domstädter die zweitmeisten in der Bundesliga kassiert (Freiburg 29), daher sieht der Coach, nicht nur aufgrund des 5:0-Erfolgs der Borussen gegen Bremen, sein Team in der Defensive gefordert. „Wir müssen als Mannschaft verteidigen. Gladbach ist momentan die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Aber am Freitag ist es eine neue Situation. Es ist ein Derby, ich vertraue meiner Mannschaft, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen werden.“
Podolski der Schlüsselspieler
Während im hinteren Bereich umgebaut werden muss, gibt es für Solbakken vorne kaum Grund, personell etwas zu ändern. Der unumstrittene Zielspieler im Kölner System ist dabei Lukas Podolski, der mit neun Toren in elf Partien der beste Torschütze der Geißböcke ist. In welchem System Solbakken seine Mannen gegen die Borussen in vorderster Linie auflaufen lässt, bleibt abzuwarten. Mal entscheidet sich der Norweger für einen Stoßstürmer (Podolski) und eine offensive Dreierkette (Christian Clemens, Mato Jajalo, Slawomir Peszko) dahinter, mal gesellen sich Clemens oder Jajalo zu Podolski in die Spitze. Vor dem Spiel gegen Bremen ließ Solbakken noch offen, ob vielleicht sogar Milivoje Novakovic (Oberschenkelverletzung) wieder eine Alternative sein könnte. „Niemand weiß im Moment, wie lange er nicht spielen kann. Es wird besser, aber nur langsam", so der FC-Trainer. Beim internen Testspiel durfte der Slowene aber nicht ran, daher dürfte auch für ihn die Partie gegen Borussia noch zu früh kommen.













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