Patrick Herrmann ist derzeit in aller Munde. Der 20-Jährige hatte zuletzt einen Stammplatz im rechten Mittelfeld und liefert derzeit Top-Leistungen ab. Wir sprachen mit ihm über seine Entwicklung und das bevorstehende Derby.
Patrick, unter Trainer Michael Frontzeck hattest du dir in der Hinrunde der letzten Saison einen Stammplatz erkämpft. Nach dem Trainerwechsel ist es dann aber etwas ruhiger um deine Person geworden. Woran lag das?
Herrmann: Zu Beginn habe ich ja auch unter Lucien Favre meine Einsatzzeiten bekommen. Aber auf meiner Position im rechten Mittelfeld hat ja dann Marco Reus gespielt. Da war es für mich natürlich schwer, um nicht zu sagen unmöglich, an ihm vorbei zu kommen.
Wie sehr hat dich diese Situation genervt?
Herrmann: Klar ist es für jeden Fußballer frustrierend, wenn er nicht spielt, aber in meinem Fall musste ich die Gründe akzeptieren. Trotzdem darf man in so einer Situation nicht nachlassen, sondern seine Trainingsleistungen bringen. Nur so hat man die Möglichkeit etwas zu verändern.
Nun spielst du mit, nicht für Marco. Ist er mit seiner rasanten Entwicklung ein Vorbild für dich?
Herrmann: Auf jeden Fall ist Marco ein Vorbild für mich. Von einem Spieler seiner Klasse kann man viel lernen und sich praktisch in jedem Training etwas abschauen. Auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass das dann auch alles immer so klappt.
Kannst du uns ein konkretes Beispiel nennen?
Herrmann: Gerade in Eins-gegen-Eins-Duellen ist Marco unglaublich stark. Wie er den Ball mitzieht ohne an Tempo zu verlieren ist etwas, an dem ich noch hart arbeiten muss. Aber solche Dinge lernt man nicht von heute auf morgen.
An welchen Dingen musst du sonst noch arbeiten?
Herrmann: Ich arbeite mit Krafttraining daran, körperlich noch etwas zuzulegen und auch sonst kann man sich als junger Spieler noch in fast allen Bereichen verbessern. Auch wenn ich am Wochenende per Kopf getroffen habe, gehört das Kopfballspiel nicht unbedingt zu meinen Stärken.
Auch so warst du zuletzt in toller Form, wie ist deine Leistungssteigerung zu erklären?
Herrmann: Ich merke von Spiel zu Spiel wie es bei mir besser läuft. Mit zunehmender Spielpraxis gewinnt man Sicherheit und mit der Sicherheit kommt das Selbstvertrauen. Diese Dinge sind im Fußball sehr wichtig, um Top-Leistungen zu bringen.
Nicht nur die Einzelspieler, sondern besonders als Mannschaft funktioniert ihr momentan hervorragend. Seid ihr ein Spitzenteam?
Herrmann: Die Frage höre ich in der letzten Zeit häufiger. Klar stehen wir derzeit in der Tabelle sehr gut da, aber um von einer Spitzenmannschaft zu sprechen, ist es viel zu früh. Abgerechnet wird am Ende und wer dann oben steht, ist eine Spitzenmannschaft.
Kommen wir zum Derby am Freitag. Fieberst du dem Spiel entgegen?
Herrmann: Klar, das Derby gegen Köln ist ohne wenn und aber etwas Besonderes. Auch wenn die Stimmung in der Bundesliga in der Regel immer sehr gut ist, kriegt man als Spieler schon mit, welche Bedeutung die Partie für die Fans hat. Die Atmosphäre in den Spielen gegen Köln ist einfach fantastisch, zumal ich sehr gute Erinnerungen an die Spiele gegen den FC habe.
Die da wären?
Herrmann: Ich habe gegen Köln mein erstes Bundesligaspiel von Beginn an gemacht. Wir hatten damals in der Rückrunde (Saison 2009/10 Anm. d. Red.) eine schwierige Phase, aber in Köln ein gutes Spiel gemacht. Dazu kommen die beiden hohen Siege aus der letzten Saison, bei denen ich jeweils eingewechselt wurde. Solche Erlebnisse vergisst du nicht.
Kann man am Freitagabend auf ähnliches hoffen?
Herrmann: Wir dürfen auf keinen Fall den Fehler machen, aus der Tabellensituation heraus, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Gerade durch die letzten Ergebnisse werden die Kölner hoch motiviert sein. Dazu kommt die zuvor schon angesprochene Derby-Stimmung. Darüber hinaus besitzen die Kölner eine große Qualität im Offensiv-, aber auch im Defensivbereich. Wenn wir es aber schaffen unser Spiel aufzuziehen, sehe ich gute Chancen dort zu punkten, am liebsten natürlich dreifach.













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