Frank Mill spielte bei beiden Borussias. Wem drückt er im morgigen Spitzenspiel die Daumen? Wir haben nachgefragt!
Herr Mill, Sie haben sowohl in Mönchengladbach als auch in Dortmund gespielt. Welcher Borussia drücken Sie jetzt die Daumen?
Frank Mill: Die Daumen drücke ich nur Rot-Weiss Essen, meinem Heimatverein, aber der spielt in der Regionalliga (lacht). Nein, im Ernst, ich drücke beiden Mannschaften die Daumen, schließlich habe ich fünf Jahre bei dem einen (Mönchengladbach, Anm. d. Red.) und acht Jahre bei dem anderen Verein gespielt. Da kann und will ich mich nicht für einen Club entscheiden.
Zu Beginn dieser Saison schwächelte der BVB als amtierender Meister leicht, kam zunächst nicht richtig in die Saison. Wie bewerten Sie diese Startschwierigkeiten?
Frank Mill: Um ehrlich zu sein, habe ich das gar nicht anders erwartet. Im letzten Jahr hat bei Dortmund alles gepasst, es schien so, als würden sogar die anderen Vereine für den BVB spielen. Dass das nicht genau so weiter gehen konnte, war irgendwie klar. Aber mittlerweile hat sich Jürgen Klopps Team wieder gefangen. Nur international läuft es noch nicht rund. Das ist wohl der Nachteil dieser noch sehr jungen Mannschaft.
Sie waren selbst Stürmer. Wer von den aktuellen BVB-Angreifern ist Ihnen am ähnlichsten?
Frank Mill: Vielleicht Lucas Barrios, aber eigentlich sind das alle ganz andere Typen. Ein Stürmer muss heute viel größer sein, als ich es damals selbst war. Außerdem habe ich meine Angriffe immer auf ähnliche Art und Weise über die linke Seite gemacht, heute müssen die Stürmer vielseitiger sein. Dafür habe ich viel mit meiner Schnelligkeit gutgemacht. Aber ein direkter Vergleich ist eigentlich gar nicht möglich.
Hätten Sie selbst gern mit solch kreativen Mittelfeldspielern wie Mario Götze oder Shinji Kagawa zusammengespielt?
Frank Mill: Keine Frage, natürlich hätte ich mit denen gern zusammengespielt. Neben solchen Spielern kann man nur gut aussehen, die kommen der ganzen Mannschaft zu Gute. Nur leider spielen die Jungs rund 20 Jahre zu spät für den BVB (lacht).
Was trauen Sie Dortmund und Gladbach in dieser Saison noch zu?
Frank Mill: Ich denke, Bayern wird es in dieser Saison schaffen, aber Dortmund wird natürlich auch bis zum Ende ganz oben mitspielen. Und dann haben sie auch wieder die Chance auf das internationale Geschäft. Die Situation in Gladbach ist wirklich beeindruckend, vielleicht ist ja ein Europapokalplatz drin. Mich würde das jedenfalls sehr freuen.
Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen den beiden Clubs?
Frank Mill: Die haben ganz verschiedene Spielanlagen. Dortmund spielt mehr fürs Auge und dort ist das Spiel etwas schneller. Aber es geht darum, Punkte zu holen, und das macht der VfL auch. Bei Gladbach ist seit den letzten Spielen die Chancenverwertung super, einen riesen Anteil daran hat natürlich der überragende Marco Reus.













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