Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl über die Niederlage in Augsburg, die Bedeutung von Marco Reus, mögliche Wintertransfers und die bevorstehenden Aufgaben.
Max, vor dem Spiel gegen Augsburg wurde viel über psychologische Drucksituationen gesprochen und davon, wie viele dieser Herausforderungen die Mannschaft in den letzten Monaten erfolgreich bewältigt hat. War die Favoriten-Rolle der ausschlaggebende Punkt für die Niederlage in Augsburg?
Max Eberl: Die Psyche spielt im Fußball eine entscheidende Rolle. Das hat man bei uns in der Relegation gesehen und jetzt auch im Verlauf der Hinrunde. Wir haben uns diese 30 Punkte berechtigter Weise erspielt und stehen damit oben in der Tabelle. Von daher waren wir gegen den vormals Letzten natürlich der tabellarische Favorit. Aber solche Dinge zählen bei Anpfiff nicht mehr. Nach unserem guten Beginn haben wir uns von den Augsburgern ihr kampfbetontes Spiel aufzwingen lassen. Dann kannst du auch solch ein Spiel in der Bundesliga ganz schnell verlieren. Dass ist in unserer momentanen Situation zwar kein Beinbruch, beweist aber mal wieder, dass man Woche für Woche 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit abrufen muss, um in dieser Liga zu bestehen. Wie schwer das ist, zeigen auch die Tatsache, dass praktisch an jedem Wochenende vermeintliche Favoriten Probleme haben.
Nach dem tollen Spiel gegen Dortmund wurde die Mannschaft auch dafür gefeiert, den Ausfall von Marco Reus gut weggesteckt zu haben. Nach dem 0:1 wird wieder darüber diskutiert, wie das Spiel mit ihm gelaufen wäre. Was hältst du von diesen Spekulationen?
Max Eberl: Dieses Thema wird mir viel zu hoch gehangen. Natürlich ist Marco für uns ein sehr wichtiger Spieler, aber wir haben für unsere Ziele einen guten und ausgeglichenen Kader, der auch ohne ihn gute Leistungen, wie zuletzt gegen Dortmund gesehen, zeigen kann. Siege oder Niederlagen an einer Person festzumachen ist mir zu einfach. Jede Mannschaft hat einige herausragende Einzelspieler, die den Unterschied ausmachen können, und in diese Kategorie gehört selbstverständlich ein Marco Reus. Aber wir haben auch mit ihm die Spiele gegen Freiburg und Hoffenheim verloren, letztendlich ist immer die ganze Mannschaft für den Erfolg verantwortlich.
Besteht denn die Hoffnung, dass diese Diskussion schon allein dadurch hinfällig wird, dass Marco in den Spielen gegen Mainz und Schalke mitwirken kann?
Max Eberl: Marco ist am Wochenende erneut untersucht worden, und die Aufnahmen haben gezeigt, dass der Knochenwuchs im verletzten Zeh begonnen hat. Nun gilt es gemeinsam mit dem Jungen abzuwägen, wie es für ihn in den kommenden Tagen weitergeht. Zum einen gilt es alle erdenklichen Möglichkeiten zum Schutz des Zehs zu treffen, viel wichtiger wird aber sein, wie Marco im Kopf mit der Situation klar kommt. Er hilft uns nur, wenn er sich voll auf das Spiel und nicht auf seine Verletzung konzentrieren kann. Wir haben die Hoffnung, dass dies gelingen kann, werden aber nicht riskieren, dass Marco wegen einem zu frühen Einsatz womöglich länger ausfällt.
Wie groß ist die Bedeutung dieser beiden noch ausstehender Spiele für ein Fazit des Fußballjahrs 2011?
Max Eberl: Borussia hat im Kalenderjahr 2011 bis jetzt 56 Punkte geholt. 26 davon haben wir gebraucht, um die Relegation zu erreichen, die ich in meine Rechnung nicht mit eingeschlossen habe. Gekrönt wurde diese Aufholjagd mit unserer jetzt schon exzellenten Hinrunde, in der wir nicht nur punktetechnisch, sondern auch fußballerisch überzeugt haben. Erreicht haben wir dieses unter anderem mit der Vorgehensweise, immer nur ans nächste Spiel zu denken. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und daher auch gegen Mainz die Punkte im BORUSSIA-PARK behalten. Ob uns das am Ende gelingt, steht auf einem anderen Blatt, unser Ziel bleibt es, die vor der Saison ausgegebenen 40 Punkte zu holen.
Bayern ist in der Spitzengruppe so etwas wie der Gewinner des Spieltags. Trotzdem ist es in der Spitzengruppe unheimlich eng. Wie beurteilst du die Situation im Kampf um Platz eins?
Max Eberl: Die Bundesliga ist von den großen Ligen in Europa die ausgeglichenste. Gepaart mit dem guten Fußball, der hierzulande inzwischen gespielt wird, macht dies für die zahlreichen Zuschauer sehr attraktiv. Auch wenn es zunächst vielleicht nach einem Alleingang der Bayern ausgesehen hat, habe ich immer davon gesprochen, dass der BVB als Titelverteidiger wieder oben dabei sein wird. Nun mischt auch noch Schalke oben mit – ich glaube nicht, dass es in dieser Saison frühe Entscheidungen geben wird.
Die Winterpause rückt näher und damit auch die Öffnung des Transferfensters. Im letzten Winter hat man aufgrund der Tabellensituation und der Verletzungsmisere gleich vier Spieler verpflichtet. Wird sich dieses mal wieder etwas tun?
Max Eberl: Wir sind in dieser Saison zum Glück von eklatanten Verletzungssorgen verschont geblieben. Die zwischenzeitlichen Ausfälle wie jetzt von Marco Reus oder auch Martin Stranzl und Igor de Camargo konnten wir gut kompensieren, die Lücken waren nicht zu groß. Wie bereits erwähnt sind wir mit unserem Kader, der sein Entwicklungspotenzial schon gezeigt hat und unserer Meinung nach auch weiter zeigen wird, sehr zufrieden. Trotzdem beobachtet man natürlich immer den Markt, und manchmal tun sich im Winter Transfermöglichkeiten auf, die im Sommer nicht zu realisieren sind. Wir sind auf jeden Fall nicht gezwungen, etwas zu tun und werden uns jede Entscheidung gründlich überlegen.













Borussias Twitter Feed
Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
Gestern
Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bestreitet zwei Testspiele: am 11. Juli (18.30 Uhr) in Velbert und am 15. Juli (16 Uhr) in Alstätte gegen Preußen Münster.
Vom 15.05.2012
Borussia bei Facebook
Borussia bei Youtube
Videos aus unserem Youtube-Kanal