Peter Neustädter, Vater von VfL-Profi Roman, absolvierte 288 Ligaspiele für Mainz 05 und war dort fünf Jahre lang als Amateurcoach tätig. Wir sprachen im Vorfeld der Partie gegen die Rheinhessen mit ihm.
Herr Neustädter, am Sonntag trifft Borussia auf ihren früheren Arbeitsgeber. Wem drücken Sie die Daumen?
Peter Neustädter: Ganz klar meinem Sohn Roman und der Borussia. Die Wege zwischen dem FSV und mir haben sich vor rund anderthalb Jahren getrennt, und seitdem stehe ich auch nicht mehr in größerem Kontakt zu dem Club.
Nichtsdestotrotz waren Sie viele Jahre für die Mainzer tätig. Was sagen Sie zu der Entwicklung des Clubs?
Peter Neustädter: In dem Verein wird sehr gute Arbeit geleistet, und das schlägt sich auf dem Platz nieder. Die Mannschaft ist sehr stabil und ich hoffe, dass sie sich fest in der Ersten Bundesliga etablieren kann.
Was zeichnet das Team von Trainer Thomas Tuchel aus?
Peter Neustädter: Sie ist innerhalb eines Spiels auf alles vorbereitet. Sie kann Pressing spielen, extrem schnell umschalten und spielt insgesamt sehr zielstrebigen Fußball.
Schauen wir auf Borussia. Wie kam es Ihrer Meinung nach zu dem Aufschwung?
Peter Neustädter: Der Schlüssel war für mich das München-Spiel am ersten Spieltag. Dieser überraschende Sieg hat den Jungs den nötigen Rückenwind gegeben. Und natürlich muss man auch Lucien Favre nennen, der das Optimale aus den Spielern herausholt.
Ihr Sohn Roman ist in der Startelf gesetzt. Das war nach seinem Wechsel vor zweieinhalb Jahren vom Mainz nach Gladbach nicht immer so…
Peter Neustädter: Das stimmt. In seiner ersten Saison kam er fast gar nicht zum Einsatz, aber das war er selbst schuld. Er hat Fehler gemacht, worüber wir oft geredet haben. Doch er hat daraus gelernt und jetzt sieht man ja, was er kann. Roman hat eine tolle Entwicklung genommen, aber sie ist noch lange nicht am Ende. Er darf jetzt nicht zufrieden sein und muss sich weiter verbessern.
Gehen Sie immer so kritisch mit ihm um?
Peter Neustädter: (lacht) Ja, ich bin sein größter Kritiker. Aber Roman kann damit gut umgehen.
Hat der Sohn fußballerisch denn trotzdem etwas, was der Vater nicht hatte?
Peter Neustädter: Oh ja, jede Menge. Ich war früher ein klassischer Manndecker. Wenn es gut lief, habe ich mich mal vorne eingeschaltet, aber das war es dann auch. Roman ist dagegen ein toller Fußballer. Er hat ein enormes Spielverständnis und spielt Pässe auf höchstem Niveau. Seine Mitspieler können mit diesen Bällen in der Regel sofort etwas anfangen.
Sind Sie am Sonntag im Stadion?
Peter Neustädter: Leider nicht. Ich muss tags zuvor nach Kiew fliegen, um dort meine Trainerausbildung abzuschließen. Denn im kommenden Jahr möchte ich gerne wieder ein neues Amt übernehmen.













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